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Forschung

In dieser Kategorie werden die neuesten Forschungsergebnisse aus der Psychologie und Pädagogik berichtet.

Fördert das Gefühl der Vernachlässigung in der Kindheit später Depressionen?

Nach einer amerikanischen Längsschnittstudie von Ahuja et al. (2021) gibt es Hinweise darauf, dass das Gefühl der Vernachlässigung oder der fehlenden elterlichen Bindung in der Kindheit mit Depressionen in Verbindung steht. Ein Konstrukt, das bisher übersehen wurde, ist die Liebe der Eltern. Ziel der Studie war es, den Zusammenhang zwischen Menschen, die sich in ihrer Jugend nicht gewollt bzw. geliebt fühlten, und lebenslangen Depressionen zu analysieren und diesen Zusammenhang nach Geschlecht zu untersuchen. So gaben sechzehn Prozent… Weiterlesen »Fördert das Gefühl der Vernachlässigung in der Kindheit später Depressionen?

Entscheidungsfindung

Forschungsergebnisse der Kognitionspsychologie zeigen, dass menschliches Schließen und  Entscheiden nicht nur mit Hilfe rationaler Mechanismen erfolgt, vielmehr spielen auch Teile des Gehirns, die für Emotionen zuständig sind, eine wichtige Rolle. Und das vor allem dann, wenn schnelle und dennoch optimale Entscheidungen gefällt werden sollen.  Die Idee eines stets rational handelnden Menschen entstammt den Wirtschaftswissenschaften, doch nicht immer wägen Menschen Kosten und Nutzen ab, sondern sie folgen vor allem in kritischen Situationen ihren Emotionen, Konventionen und Werten. Daher… Weiterlesen »Entscheidungsfindung

Das Gehirn gibt den gleichen Takt beim Lesen und beim Hören bzw. Sprechen vor

Sowohl beim Sprechen als auch beim Zuhören verarbeitet bzw. produziert das menschliche Gehirn die Informationen in einem bestimmten Takt, wobei in jeder Sprache eine Zuhörerin bzw. ein Zuhörer ungefähr eine Informationseinheit (Silben, Wörter) in 200 Millisekunden erkennt, d. h., das Sprachsignal ist also durch eine vorherrschende Modulation des Amplitudenspektrums zwischen etwa 4,3 und 5,5 Hz gekennzeichnet. Interessanterweise ist diese Zeitspanne auch die typische Dauer der Augenfixation beim Lesen von Buchstabenschriften – nur bei Zeichenschriften dauert es mit… Weiterlesen »Das Gehirn gibt den gleichen Takt beim Lesen und beim Hören bzw. Sprechen vor

Warum Schenken glücklich macht

Großzügiges Verhalten steigert bekanntermaßen das Glücksgefühl, was wiederum zu Großzügigkeit motivieren kann. In einer Studie untersuchten Park et al. (2017) mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie und eines öffentlichen Versprechens für künftige Großzügigkeit die Gehirnmechanismen, die großzügiges Verhalten mit einer Steigerung des Glücks verbinden. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen versprachen, in den nächsten vier Wochen Geld entweder für andere (Experimentalgruppe) oder für sich selbst (Kontrollgruppe) auszugeben. Es zeigte sich dabei, dass die Teilnehmer der Experimentalgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe… Weiterlesen »Warum Schenken glücklich macht

Jüngere und ältere Menschen suchen unterschiedlich nach Wörtern

Wenn Menschen älter werden, fällt es ihnen zunehmend schwerer, im entscheidenden Moment die richtigen Wörter parat zu haben, und das, obwohl ihr Wortschatz im Laufe des Lebens eigentlich kontinuierlich anwächst. Nun haben Martin et al. (2021)  herausgefunden, dass es die Netzwerke im Gehirn sind, die ihre Kommunikation im Laufe der Zeit verändern, was sie ineffizienter macht. Man hat zwei Gruppen untersucht, und zwar jüngere Probanden und Probandinnen zwischen 20 und 35 Jahren und ältere zwischen 60 und… Weiterlesen »Jüngere und ältere Menschen suchen unterschiedlich nach Wörtern

Episodisches Gedächtnis bei Männern und Frauen leicht unterschiedlich

Sich daran zu erinnern, was man gestern getan hat, ist typisch für eine alltägliche Aufgabe für das episodische Gedächtnis. Asperholm et al. (2019) haben Studien aus vierzig Jahren zu Geschlechtsunterschiede im episodischen Gedächtnis untersucht und fanden einen allgemeinen weiblichen Vorteil bei Aufgaben, die überwiegend verbalisierbar sind, und einen männlichen Vorteil bei Aufgaben, die ein hohes Maß an räumlicher Verarbeitung erfordern. Auch wenn die Differenzen nicht allzu groß sind, gibt es doch kognitive Verschiedenheiten zwischen den zwei Geschlechtern… Weiterlesen »Episodisches Gedächtnis bei Männern und Frauen leicht unterschiedlich

Bedeutung des Geruchs aus psychologischer Sicht

Der Geruchssinn ist entwicklungsgeschichtlich einer der ältesten Sinne, denn keine andere Wahrnehmung empfinden Menschen so unmittelbar wie das Riechen. Während Sehen, Hören, Fühlen und Schmecken kognitive vorgefiltert werden, gelangen Geruchsinformationen unmittelbar ins Gehirn, da die Riechnerven direkt in die Nase reichen, wobei die Gerüche in annähernd der gleichen Gehirnregion wie Emotionen verarbeitet werden. Dieser ausgeprägte Geruchssinn hat in der Evolution den Menschen vermutlich geholfen, Mitglieder ihrer Familie oder ihrer Gruppe wahrzunehmen und so ein ausgeprägtes Sozialverhalten zu… Weiterlesen »Bedeutung des Geruchs aus psychologischer Sicht

Wie Menschen im Raum navigieren

Menschen navigieren in einer Umgebung und erinnern sich später an Orte, wobei Nervenzellen Richtungen und Entfernungen relativ zum navigierenden Organismus kodieren. Kunz et al. (2021) entdecken einen neuen Zelltyp im Gehirn und fanden Hinweise, wie er an Navigation und Gedächtnis beteiligt ist. Um die zellulären Mechanismen zu untersuchen, zeichnete man im Gehirn die Aktivität von mehr als tausend Neuronen bei Probanden und Probandinnen eines Epilepsiezentrums auf, denen für diagnostische Zwecke Elektroden implantiert worden waren. Die Probanden und… Weiterlesen »Wie Menschen im Raum navigieren

Lässt sich eine konservative oder liberale Einstellung im Gehirn ablesen?

Parteipolitische Verzerrungen bei der Verarbeitung politischer Informationen tragen zur zunehmenden Spaltung der Gesellschaft bei. Leong et al. (2020) haben untersucht, wie solche Verzerrungen im Gehirn entstehen können, indem sie die neuronale Aktivität von Probanden gemessen haben, die Videos zum Thema Einwanderungspolitik sahen, die Nachrichtenclips, Wahlkampfspots und öffentliche Redenenthielten. Obwohl sie die gleichen Videos sahen, zeigten konservative und liberale Teilnehmer unterschiedliche neuronale Reaktionen. Diese neuronale Polarisierung zwischen den Gruppen trat im dorsomedialen präfrontalen Cortex auf, der mit der… Weiterlesen »Lässt sich eine konservative oder liberale Einstellung im Gehirn ablesen?

Die Wirkung von Licht auf negative Emotionen

Licht verbessert bei Menschen und Tieren bekanntlich die Stimmung, wobei die Amygdala eine entscheidende Rolle bei der Regulierung von Emotionen spielt, einschließlich angstbezogener Reaktionen. Bei Nagetieren etwa erhält die Amygdala direkten Lichteinfall von der Netzhaut, wobei Licht möglicherweise auch eine Rolle beim angstbezogenen Lernen spielt. Eine direkte Wirkung von Licht auf die Amygdala stellt daher einen plausiblen Wirkmechanismus für die stimmungsaufhellende Wirkung auch von Licht beim Menschen dar. McGlashan et al. (2021) legten dazu Probanden und Probandinnen… Weiterlesen »Die Wirkung von Licht auf negative Emotionen