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Forschung

In dieser Kategorie werden die neuesten Forschungsergebnisse aus der Psychologie und Pädagogik berichtet.

Wie Tiere Emotionen aus der Stimme herauslesen können

Die Unterscheidung und Wahrnehmung des Ausdrucks von Emotionen regelt die Interaktionen zwischen Artgenossen und kann zu emotionaler Ansteckung, also einer Zustandsanpassung zwischen Erzeuger und Empfänger, oder zu komplexeren Formen der Empathie wie mitfühlende Sorge führen. Empathieprozesse werden durch Vertrautheit und körperliche Ähnlichkeit zwischen den Partnern gefördert, doch können auch verschiedene Arten bis zu einem gewissen Grad miteinander vertraut sein, was sich in einer Unterscheidung bzw. Wahrnehmung von Emotionen und damit einer emotionalen Ansteckung auch zwischen Arten zeigt.… Weiterlesen »Wie Tiere Emotionen aus der Stimme herauslesen können

Wie lange sollten erwachsene Menschen schlafen?

Schlafdauer, psychiatrische Störungen und Demenzerkrankungen sind bei älteren Erwachsenen eng miteinander verknüpft. Die zugrunde liegenden genetischen Mechanismen und strukturellen Veränderungen des Gehirns sind jedoch unbekannt. Anhand von Daten aus der UK Biobank für Teilnehmer vorwiegend europäischer Abstammung im Alter von 38 bis 73 Jahren, darunter 94 % Weiße, haben Li et al. (2022) einen nichtlinearen Zusammenhang zwischen Schlaf, wobei etwa 7 Stunden als optimale Schlafdauer gelten, und genetischen und kognitiven Faktoren, der Gehirnstruktur und der psychischen Gesundheit… Weiterlesen »Wie lange sollten erwachsene Menschen schlafen?

Persönlichkeit und kognitive Störungen im Alter

Menschen mit einem hohen Maß an Gewissenhaftigkeit und einem niedrigen Maß an Neurotizismus entwickeln seltener leichte kognitive Beeinträchtigungen. Menschen, die gut organisiert sind und ein hohes Maß an Selbstdisziplin aufweisen, haben ein geringeres Risiko, im Alter eine leichte kognitive Beeinträchtigung zu entwickeln, während Menschen, die launisch oder emotional instabil sind, mit größerer Wahrscheinlichkeit einen kognitiven Rückgang im Alter erleiden. Dies geht aus einer Studie von Yoneda et al. (2022) hervor. Darüber hinaus war es bei Menschen mit… Weiterlesen »Persönlichkeit und kognitive Störungen im Alter

Wie die Gegend, in der man aufgewachsen ist, den Orientierungssinn beeinflusst

Es ist erwiesen, dass die kulturellen und geografischen Eigenschaften der Umwelt die Kognition und die psychische Gesundheit stark beeinflussen, denn so hat sich etwa ein Leben in der Nähe von Grünflächen als äußerst vorteilhaft erwiesen, während ein Aufenthalt in der Stadt mit einem höheren Risiko für einige psychiatrische Störungen in Verbindung gebracht wird, obwohl einige Studien auch darauf hindeuten, dass dichte sozioökonomische Netze in größeren Städten einen Puffer gegen Depressionen bieten können. Wie sich das Umfeld, in… Weiterlesen »Wie die Gegend, in der man aufgewachsen ist, den Orientierungssinn beeinflusst

Die Nutzung sozialer Medien und Lebenszufriedenheit

Die Beziehung zwischen der Nutzung sozialer Medien – also den Gebrauch von TikTok, Twitter, Whatsapp etc.- und der Lebenszufriedenheit ändert sich im Laufe der Entwicklung von Jugendlichen, wie eine Analyse von Orben et al. (2022) von britischen Datensätzen von Probanden und Probandinnen zwischen zehn und achtzig Jahren ergeben hat. Dabei zeigte sich, dass die Querschnittsbeziehung zwischen selbstberichteter Nutzung sozialer Medien und der Bewertung der Lebenszufriedenheit bei jüngeren Jugendlichen am negativsten ist. Dabei waren etwa eine übertriebene Fixierung… Weiterlesen »Die Nutzung sozialer Medien und Lebenszufriedenheit

Kognitive Anstrengung wird nicht immer als unangenehm oder kostspielig empfunden

Viele außergewöhnliche menschliche Fähigkeiten, wie z. B. Lesen, das Beherrschen eines Musikinstruments oder das Programmieren komplexer Software, erfordern Tausende von Stunden Übung und ständige kognitive Anstrengung. Die vorherrschenden wissenschaftlichen Theorien besagen, dass kognitive Anstrengung als unangenehm empfunden wird und Menschen versuchen, sie so weit wie möglich zu vermeiden. Es gibt jedoch viele Situationen im Alltag, in denen sich Menschen anscheinend freiwillig anstrengen, auch wenn es keine offensichtliche äußere Belohnung gibt. So lösen viele Menschen gerne Sudoku-Rätsel, Studenten… Weiterlesen »Kognitive Anstrengung wird nicht immer als unangenehm oder kostspielig empfunden

Veränderung von Gewohnheiten

Man kann die Welt oder sich selbst ändern. Das Zweite ist schwieriger. Mark Twain Für Wunder muss man beten, für Veränderung aber arbeiten. Thomas von Aquin Untersuchungen (Kuhbandner & Haager, 2016) zeigen, dass es einen Unterschied macht, ob man eine lästige Gewohnheit ablegen oder etwas Neues versuchen möchte. Man untersuchte in zwei Experimenten das Entstehen und anschließende Verändern von Gewohnheiten bei Annäherungs- und Vermeidungsverhalten. Versuchspersonen sahen vor sich auf einem Bildschirm zum einen eine kleine Figur (Avatar),… Weiterlesen »Veränderung von Gewohnheiten

Fördert das Gefühl der Vernachlässigung in der Kindheit später Depressionen?

Nach einer amerikanischen Längsschnittstudie von Ahuja et al. (2021) gibt es Hinweise darauf, dass das Gefühl der Vernachlässigung oder der fehlenden elterlichen Bindung in der Kindheit mit Depressionen in Verbindung steht. Ein Konstrukt, das bisher übersehen wurde, ist die Liebe der Eltern. Ziel der Studie war es, den Zusammenhang zwischen Menschen, die sich in ihrer Jugend nicht gewollt bzw. geliebt fühlten, und lebenslangen Depressionen zu analysieren und diesen Zusammenhang nach Geschlecht zu untersuchen. So gaben sechzehn Prozent… Weiterlesen »Fördert das Gefühl der Vernachlässigung in der Kindheit später Depressionen?

Entscheidungsfindung

Forschungsergebnisse der Kognitionspsychologie zeigen, dass menschliches Schließen und  Entscheiden nicht nur mit Hilfe rationaler Mechanismen erfolgt, vielmehr spielen auch Teile des Gehirns, die für Emotionen zuständig sind, eine wichtige Rolle. Und das vor allem dann, wenn schnelle und dennoch optimale Entscheidungen gefällt werden sollen.  Die Idee eines stets rational handelnden Menschen entstammt den Wirtschaftswissenschaften, doch nicht immer wägen Menschen Kosten und Nutzen ab, sondern sie folgen vor allem in kritischen Situationen ihren Emotionen, Konventionen und Werten. Daher… Weiterlesen »Entscheidungsfindung

Das Gehirn gibt den gleichen Takt beim Lesen und beim Hören bzw. Sprechen vor

Sowohl beim Sprechen als auch beim Zuhören verarbeitet bzw. produziert das menschliche Gehirn die Informationen in einem bestimmten Takt, wobei in jeder Sprache eine Zuhörerin bzw. ein Zuhörer ungefähr eine Informationseinheit (Silben, Wörter) in 200 Millisekunden erkennt, d. h., das Sprachsignal ist also durch eine vorherrschende Modulation des Amplitudenspektrums zwischen etwa 4,3 und 5,5 Hz gekennzeichnet. Interessanterweise ist diese Zeitspanne auch die typische Dauer der Augenfixation beim Lesen von Buchstabenschriften – nur bei Zeichenschriften dauert es mit… Weiterlesen »Das Gehirn gibt den gleichen Takt beim Lesen und beim Hören bzw. Sprechen vor