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Fördert das Gefühl der Vernachlässigung in der Kindheit später Depressionen?

Nach einer amerikanischen Längsschnittstudie von Ahuja et al. (2021) gibt es Hinweise darauf, dass das Gefühl der Vernachlässigung oder der fehlenden elterlichen Bindung in der Kindheit mit Depressionen in Verbindung steht. Ein Konstrukt, das bisher übersehen wurde, ist die Liebe der Eltern. Ziel der Studie war es, den Zusammenhang zwischen Menschen, die sich in ihrer Jugend nicht gewollt bzw. geliebt fühlten, und lebenslangen Depressionen zu analysieren und diesen Zusammenhang nach Geschlecht zu untersuchen. So gaben sechzehn Prozent der Befragten im Alter von Mitte 20 bis Anfang 30 an, dass bei ihnen schon einmal eine Depression diagnostiziert wurde, wobei ebenso viele berichteten, sich oft unerwünscht und nicht geliebt gefühlt zu haben, und doppelt so viele hatten dieses Gefühl manchmal, und knapp mehr als fünfzig Prozent jedoch nie. Jene, die sich als Jugendliche oft so gefühlt hatten, hatten ein dreimal höheres Risiko für eine Depression; Frauen im Mittel etwas weniger, Männer etwas mehr. Tauchte das Gefühl nur manchmal auf, war das Risiko immer noch um den Faktor 1,6 erhöht. Das Gefühl, von einem Elternteil oder einer Betreuungsperson während der Adoleszenz nicht geliebt oder gewollt zu werden, hat offenbar schwerwiegende Folgen, sowohl für Männer als auch für Frauen. Es muss jedoch berücksichtigt werden, dass aus diesen Studienergebnissen keine Kausalität abgeleitet werden kann.

Literatur

Ahuja, Manik, Okoro, JoyF, rimpong, Esther, Doshi, Riddhi, P. Wani & Rajvi, J. (2021). Feeling Not Wanted/Loved and Depression: Does Gender Matter? Psychological Reports, doi:10.1177/00332941211062822.


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