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Piagets Kinder

Der tagtägliche Umgang mit seinen drei Sprösslingen Jacqueline, Lucienne und Laurent lenkte das Interesse des Schweizer Psychologen Jean Piaget (1896–1980) verstärkt auf die kognitive Entwicklung von Kindern. Er beobachtete, wie sie Saugreflexe übten, allmählich die Welt um sich herum entdeckten und notierte ihre Gespräche. Diese Forschungen waren eine wichtige Grundlage für seine einflussreichen Werke zur frühkindlichen Intelligenz und den von ihm postulierten Stufen der Entwicklung. Piaget arbeitete auch mit Alfred Binet (1857–1940) zusammen, der als einer der… Weiterlesen »Piagets Kinder

Warum der Wissensaustausch zwischen älteren und jüngeren Mitarbeitern in einem Unternehmen nicht funktioniert

Die Weitergabe von Wissen durch ältere Mitarbeiter an jüngere Kollegen ist von zentraler Bedeutung für den Wissenserhalt in einem Unternehmen. Fasbender & Gerpott (2021) haben in zwei Untersuchungen ein sozial-kognitives Internalisierungsmodell entwickelt, das erklärt, warum der Wissensaustausch älterer Arbeitnehmer mit jüngeren Kollegen oft gehemmt ist, wobei vor allem die wahrgenommene Altersdiskriminierung am Arbeitsplatz als Bedrohung für die Wahrnehmung der beruflichen Fähigkeiten älterer Arbeitnehmer im Sinne der berufliche Selbstwirksamkeit erlebt wird, die wiederum den Wissensaustausch älterer Arbeitnehmer mit… Weiterlesen »Warum der Wissensaustausch zwischen älteren und jüngeren Mitarbeitern in einem Unternehmen nicht funktioniert

Myelinisierung im Gehirn von Säuglingen entwickelt sich uneinheitlich

Die Entwicklung des Myelins, einer fetthaltigen Hülle, die die Nervenfasern isoliert, ist entscheidend für die Gehirnfunktion, wobei die Myelinisierung im Säuglingsalter am lebenden Organismus bisher nicht untersucht werden konnte. Myelin ist für die Funktion des Gehirns von wesentlicher Bedeutung, denn geht die Bildung der Myelinscheiden schief, so kann dies zu Entwicklungs- und kognitiven Störungen führen. Grotheer et al. (2022) haben nun eine longitudinale Diffusions-MRT und quantitative MRT-Messungen der longitudinalen Relaxationsrate der weißen Substanz bei 0, 3 und… Weiterlesen »Myelinisierung im Gehirn von Säuglingen entwickelt sich uneinheitlich

Aufschieben beginnt im Gehirn

Prokrastination hat nicht unbedingt mit Faulheit zu tun, vielmehr handelt es sich dabei um ein ernsthaftes Problem der Selbststeuerung, für das es in extremen Fällen professionelle psychologische Hilfe gibt. Jüngst haben Schlüter et al. (2018) in einer Untersuchung herausgefunden, dass sich das Gehirn der Aufschieber von dem der Macher unterscheidet, denn die Probanden mit einer schlechten Handlungskontrolle besitzen eine größere Amygdala, wobei bei diesen die funktionelle Verbindung zwischen Amygdala und dem dorsalen anterioren cingulären Cortex weniger stark… Weiterlesen »Aufschieben beginnt im Gehirn

Schlafpositionen

Schlafforscher haben herausgefunden, dass Menschen ihre Lieblingsposition beim Schlafen lebenslang nicht grundlegend verändern, was darauf hindeutet, dass die bevorzugte Stellung etwas mit der Persönlichkeit zu tun hat.

Kognitive Anstrengung wird nicht immer als unangenehm oder kostspielig empfunden

Viele außergewöhnliche menschliche Fähigkeiten, wie z. B. Lesen, das Beherrschen eines Musikinstruments oder das Programmieren komplexer Software, erfordern Tausende von Stunden Übung und ständige kognitive Anstrengung. Die vorherrschenden wissenschaftlichen Theorien besagen, dass kognitive Anstrengung als unangenehm empfunden wird und Menschen versuchen, sie so weit wie möglich zu vermeiden. Es gibt jedoch viele Situationen im Alltag, in denen sich Menschen anscheinend freiwillig anstrengen, auch wenn es keine offensichtliche äußere Belohnung gibt. So lösen viele Menschen gerne Sudoku-Rätsel, Studenten… Weiterlesen »Kognitive Anstrengung wird nicht immer als unangenehm oder kostspielig empfunden

Gehirngröße und Fleischkonsum

Viele wesentliche menschliche Merkmale wie größere Gehirne treten erstmals beim Homo erectus auf. Die Entwicklung dieser Merkmale wird gemeinhin mit einer grundlegenden Ernährungsumstellung in Verbindung gebracht, die mit einem erhöhten Verzehr von Fleisch einherging. Frühe archäologische Stätten, die Beweise für Fleischfresser enthalten, liegen vor dem Auftreten von Homo erectus, aber größere, gut erhaltene Stätten erscheinen erst nach der Ankunft von Homo erectus. Dieses qualitative Muster ist ein Schlüsselthema für den Standpunkt „Fleisch hat uns menschlich gemacht“, aber… Weiterlesen »Gehirngröße und Fleischkonsum

Veränderung von Gewohnheiten

Man kann die Welt oder sich selbst ändern. Das Zweite ist schwieriger. Mark Twain Für Wunder muss man beten, für Veränderung aber arbeiten. Thomas von Aquin Untersuchungen (Kuhbandner & Haager, 2016) zeigen, dass es einen Unterschied macht, ob man eine lästige Gewohnheit ablegen oder etwas Neues versuchen möchte. Man untersuchte in zwei Experimenten das Entstehen und anschließende Verändern von Gewohnheiten bei Annäherungs- und Vermeidungsverhalten. Versuchspersonen sahen vor sich auf einem Bildschirm zum einen eine kleine Figur (Avatar),… Weiterlesen »Veränderung von Gewohnheiten

Fördert das Gefühl der Vernachlässigung in der Kindheit später Depressionen?

Nach einer amerikanischen Längsschnittstudie von Ahuja et al. (2021) gibt es Hinweise darauf, dass das Gefühl der Vernachlässigung oder der fehlenden elterlichen Bindung in der Kindheit mit Depressionen in Verbindung steht. Ein Konstrukt, das bisher übersehen wurde, ist die Liebe der Eltern. Ziel der Studie war es, den Zusammenhang zwischen Menschen, die sich in ihrer Jugend nicht gewollt bzw. geliebt fühlten, und lebenslangen Depressionen zu analysieren und diesen Zusammenhang nach Geschlecht zu untersuchen. So gaben sechzehn Prozent… Weiterlesen »Fördert das Gefühl der Vernachlässigung in der Kindheit später Depressionen?

Harry Harlow

In seinen Forschungen kritisiert der Psychologe und Verhaltensforscher Harry Harlow (1949) die damaligen Ansätze zur Erklärung des Lernens bei Tieren und deren Übertragung auf den Menschen. Er merkt an, dass die meisten Versuchsergebnisse lediglich für die jeweilige untersuchte Tierart gelten und somit nicht auf den Menschen übertragbar seien, d. h., sie stifteten mehr Verwirrung als dass sie zu Erkenntnissen über das Lernen führten. Insbesondere störte Harlow die typischen Versuchsanordnungen, die meist nur eine sehr kurze Untersuchungsdauer umfasst… Weiterlesen »Harry Harlow