Lässt sich eine konservative oder liberale Einstellung im Gehirn ablesen?

Parteipolitische Verzerrungen bei der Verarbeitung politischer Informationen tragen zur zunehmenden Spaltung der Gesellschaft bei. Leong et al. (2020) haben untersucht, wie solche Verzerrungen im Gehirn entstehen können, indem sie die neuronale Aktivität von Probanden gemessen haben, die Videos zum Thema Einwanderungspolitik sahen, die Nachrichtenclips, Wahlkampfspots und öffentliche Redenenthielten. Obwohl sie die gleichen Videos sahen, zeigten konservative und liberale Teilnehmer unterschiedliche neuronale Reaktionen. Diese neuronale Polarisierung zwischen den Gruppen trat im dorsomedialen präfrontalen Cortex auf, der mit der… Weiterlesen »Lässt sich eine konservative oder liberale Einstellung im Gehirn ablesen?

Die Wirkung von Licht auf negative Emotionen

Licht verbessert bei Menschen und Tieren bekanntlich die Stimmung, wobei die Amygdala eine entscheidende Rolle bei der Regulierung von Emotionen spielt, einschließlich angstbezogener Reaktionen. Bei Nagetieren etwa erhält die Amygdala direkten Lichteinfall von der Netzhaut, wobei Licht möglicherweise auch eine Rolle beim angstbezogenen Lernen spielt. Eine direkte Wirkung von Licht auf die Amygdala stellt daher einen plausiblen Wirkmechanismus für die stimmungsaufhellende Wirkung auch von Licht beim Menschen dar. McGlashan et al. (2021) legten dazu ProbandInnen in einen… Weiterlesen »Die Wirkung von Licht auf negative Emotionen

Aufwachrhythmus

Manche Menschen werden jeden Tag, also auch am Wochenende – immer zur gleichen Uhrzeit wach, während andere es schaffen, am Wochenende auszuschlafen bzw. sie werden erst dann wach, wenn der Wecker klingelt. Bei Menschen gibt es unterschiedliche Schlaftypen, wobei manche eher früher und andere eher später aufwachen, wobei dieser Biorhythmus auch genetisch bedingt ist. Ob Menschen wach werden oder nicht, hängt immer davon ab, in welcher Schlafphase sie sich gerade befinden, denn in Tiefschlafphasen geweckt bzw. wach… Weiterlesen »Aufwachrhythmus

Tipps für besseres Lernen mit Bildern

Angenehme und positive Bilder Unser Verstand kehrt viel häufiger und lieber zu den angenehmen, schönen und positiven Ereignissen unseres Lebens zurück. Deshalb sollten beim Lernen oder Merken von Informationen, diese so umgewandelt werden, dass sie positiv und nicht negativ besetzt werden. Negative Impulse werden vom Gedächtnis ausgeklammert und nicht so tief verankert. Bewegung und Dynamik sind sehr wichtig für das Gedächtnis, denn sie ermöglichen statische Bilder zu beleben und sie somit einzigartig erscheinen zu lassen. Jeder zu… Weiterlesen »Tipps für besseres Lernen mit Bildern

Was sind freie Radikale?

Freie Radikale sind Zwischenprodukte des Stoffwechsels, die ständig in jeder Zelle des menschlichen Körpers entstehen, d. h., sie sind hochreaktive, sehr aggressive, chemische Sauerstoffmoleküle oder organische Verbindungen, die Sauerstoff enthalten wie etwa Superoxid, Hyperoxid, Hydroxyl etc. Freie Radikale können etwa bei Entzündungen innerhalb des Körpers oder durch Einwirkung von außen (Umweltschadstoffe, Zigarettenrauch, Strahlung, Ozoneinwirkung oder die Einnahme diverser Medikamente) entstehen. Werden diese Stoffe im Körper nicht oder nur ungenügend bekämpft, können Schäden entstehen, wobei zur Entgiftung bzw.… Weiterlesen »Was sind freie Radikale?

Beeinflussen Geschwister den späteren Berufsweg?

Geschwister beeinflussen Menschen ein Leben lang, auch im Berufsleben. Die Beziehungen zu den Geschwistern sind bekanntlich die längsten Verbindungen, die Menschen haben können. Man weiß auch, dass das Verhältnis zu den Brüdern und Schwestern die Art und Weise, wie man sich im Beruf verhält, beeinflusst, denn bestimmte Verhaltensmuster übt man mit den Geschwistern schon in der Kindheit. Im Berufsleben ruft man später diese erlernten Verhaltensmuster dann wieder ab, etwa wenn man im Beruf mit anderen rivalisiert, denn… Weiterlesen »Beeinflussen Geschwister den späteren Berufsweg?

Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer wirken bei Depressionen offenbar indirekt

Neuroplastizität ist die Fähigkeit des Gehirns, sich anzupassen, Neues zu verarbeiten und Aufgaben umzuverteilen, etwa wenn es zu einer körperlichen Einschränkung oder Sinnesbehinderung kommt. Jüngst hat sich gezeigt, dass auch selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (Selective Serotonin Reuptake Inhibitor – SSRI), häufig verschriebene Antidepressiva im Gehirn das Neurotransmitter-Regime und neuronale Netzwerke verändern und dabei auch die Neuroplastizität ankurbeln und so bestimmte Lernprozesse im Gehirn erleichtern. Reed et al. (2021) ist es mit bildgebenden Verfahren gelungen zu zeigen, dass Serotonin-Wiederaufnahmehemmer eine… Weiterlesen »Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer wirken bei Depressionen offenbar indirekt

Bilder und Anorexia nervosa

Bilder vermitteln bekanntlich Botschaften und haben gerade in Zeiten von Social Media großen Einfluss auf Gedanken, Gefühle und Stimmungen, und zwar im positiven wie auch negativen Sinne. Bei der Magersucht ist die Wahrnehmung des eigenen Körperbilds bzw. das Körperbewusstsein gestört, denn Betroffene halten sich für zu dick, obwohl sie in krankhaftem Ausmaß bis hin zu einem lebensbedrohlichen Untergewicht abnehmen. Kogel et al. (2021) haben untersucht, inwiefern störungsspezifisch belohnende Reize auf Bildern eine Bedeutung für diese Essstörung haben,… Weiterlesen »Bilder und Anorexia nervosa

Unterschiede zwischen Trauer und Depression

Es kommt auch immer wieder vor, dass Menschen nach einem Verlust aufgrund ihrer Trauerreaktion von ÄrztInnen die Diagnose Depression erhalten und deshalb medikamentös behandelt werden. Zwar ist Denken und Fühlen von Trauernden tatsächlich ähnlich war wie bei einer Depression, aber es gibt auch deutlich Unterschiede: Bei den Trauernden kommen Aspekte wie die Sehnsucht nach der verlorenen Person und ein starkes Gefühl der Nähe zu ihr hinzu, wobei sich mit zunehmendem Abstand bei den Betroffenen diese Gedanken  auch… Weiterlesen »Unterschiede zwischen Trauer und Depression

Neuroleptika und Benzodiazepine bei Demenz problematisch

Die meisten von Demenz Betroffenen sind still, in sich gekehrt und angepasst, manche aber auch aggressiv, laut und immer unterwegs, wobei gerade diese Hinlauf-Tendenz Angehörige und auch Pflegepersonal vor große Herausforderungen stellt. Deshalb werden Demenzkranke häufig mit Neuroleptika und Benzodiazepinen ruhiggestellt, um die Situation zu entschärfen und die Belastungen für Angehörige zu minimieren. Solche Medikamente dämpfen aber die Betroffenen, wobei heute etwa ein Drittel aller Menschen mit Alzheimer-Demenz Neuroleptika bekommt, etwa zehn Prozent bekommen zusätzlich Schlafmittel und… Weiterlesen »Neuroleptika und Benzodiazepine bei Demenz problematisch