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Unterschied zwischen Verdrängung und Vergessen

Das auf Sigmund Freud zurückgehende Konzept der Verdrängung enthält die Annahme, dass bedrohliche und traumatische Ereignisse aus dem Bewusstsein verdrängt werden und daher für die Betroffenen ohne therapeutische Hilfe nicht mehr abrufbar sind, was bedeutet, dass sie keinerlei Erinnerung daran haben. Wenn Menschen etwas vergessen, dann haben sie zwar auch keinen Zugriff mehr auf eine Erinnerung, aber der Prozess ist ein anderer, denn nicht das Ereignis wird vergessen, sondern der Zugang geht verloren, weil man mit der… Weiterlesen »Unterschied zwischen Verdrängung und Vergessen

Warum sich Traumata verfestigen

Während des REM-Schlafs werden emotionale Erinnerungen im präfrontalen Cortex konsolidiert. Aime et al. (2022) untersuchten die Auswirkungen des REM-Schlafs auf zelluläre und subzelluläre Aktivitäten, die Konnektivität von Mikroschaltkreisen, die Plastizität und das Verhalten. Man quantifizierten dabei, wie sich die somatische und dendritische Aktivität bei Mäusen im Wachzustand, im REM- und im Nicht-REM-Schlaf unterscheidet, und untersuchte, wie Interneuronen diese Unterschiede verursachen. Bei der Beobachtung von Mäusen während des REM-Schlafs fielen eigenartige Vorgänge in den Pyramidenzellen auf, denn während… Weiterlesen »Warum sich Traumata verfestigen

Umarmungen wirken nur bei Frauen stressreduzierend

Stress ist in unserem täglichen Leben allgegenwärtig. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, potenziell stressabfedernde Verhaltensweisen zu identifizieren, die dazu beitragen können, die negativen Auswirkungen von akutem Stress im Alltag zu verhindern. Massagen, eine Form der sozialen Berührung, sind ein wirksamer Puffer sowohl gegen die endokrinologische als auch die sympathische Stressreaktion bei Frauen. Bei anderen Formen sozialer Berührung wurde die potenziell stresspuffernde Wirkung jedoch noch nicht im Detail untersucht. Darüber hinaus wurden die möglichen stresspuffernden Wirkungen sozialer… Weiterlesen »Umarmungen wirken nur bei Frauen stressreduzierend

Die Geschwisterposition wird überschätzt

Obwohl Kinder bei denselben Eltern aufgewachsen sind, sind sie in vielen Fällen sehr verschieden. Das liegt daran, dass sie zwar bei denselben Eltern aufwachsen, aber Eltern behandeln ihre Kinder nie genau gleich. Ein Kind kommt auf die Welt und Eltern bekommen sofort Gefühle, d. h., das Kind ist sympathisch, weil es vielleicht an den eigenen Bruder erinnert oder es gleicht einem selber oder hat ein anderes Geschlecht als erwartet. Eltern sind also nicht neutrale Personen, sondern sie… Weiterlesen »Die Geschwisterposition wird überschätzt

Das geburtshilfliche Dilemma in der Evolution des Menschen

Menschliche Säuglinge kommen bekanntlich neurologisch unreif zur Welt, was möglicherweise auf den widersprüchlichen Selektionsdruck zwischen zweibeiniger Fortbewegung und Gehirnentwicklung zurückzuführen ist, wie die Hypothese des geburtshilflichen Dilemmas nahelegt, das Frémondière et al. (2022) untersucht haben. Australopithecinen waren dabei ideal für die Untersuchung dieses Zielkonflikts, da diese ein zweibeinig angepasstes Becken, aber relativ kleine Gehirne besaßen. Geburtssimulationen zeigten, dass die Rotationsgeburt nicht allein aus der Knochenmorphologie abgeleitet werden kann, da verglichen mit den Menschenaffen die Geburt bereits bei… Weiterlesen »Das geburtshilfliche Dilemma in der Evolution des Menschen

Was emotionale Gewalt im Gehirn von Kindern anrichten kann

Emotionale Gewalt hat viele Gesichter und ist ein ernstzunehmender Risikofaktor der kindlichen Entwicklung mit oft erschütternden Folgen unter anderem für Persönlichkeitsbildung, psychische Gesundheit, Motivation und Lernerfolg. Bekanntlich können auch Worte Wunden und Narben bei Menschen hinterlassen, insbesondere bei Kindern, denn Worte können ein Kind erschüttern, tief verletzen, können seine Entwicklung verändern, nachhaltig beeinflussen oder sogar zum Stillstand bringen. Aufgrund der Neurowissenschaften weiß man, dass zwischen einem tatsächlichen Erlebnis und einem solchen, von dem wir nur hören oder… Weiterlesen »Was emotionale Gewalt im Gehirn von Kindern anrichten kann

Beeinflussen Geschwister den späteren Berufsweg?

Geschwister beeinflussen Menschen ein Leben lang, auch im Berufsleben. Die Beziehungen zu den Geschwistern sind bekanntlich die längsten Verbindungen, die Menschen haben können. Man weiß auch, dass das Verhältnis zu den Brüdern und Schwestern die Art und Weise, wie man sich im Beruf verhält, beeinflusst, denn bestimmte Verhaltensmuster übt man mit den Geschwistern schon in der Kindheit. Im Berufsleben ruft man später diese erlernten Verhaltensmuster dann wieder ab, etwa wenn man im Beruf mit anderen rivalisiert, denn… Weiterlesen »Beeinflussen Geschwister den späteren Berufsweg?

Mütterliche Armut beeinflusst die Gehirnentwicklung von Säuglingen

Widrige Umstände in der frühen Kindheit können die strukturelle Entwicklung von Schlüsselregionen des Gehirns verändern, die für die Beeinträchtigung der neurologischen Entwicklung verantwortlich sind.  Triplett et al. (2022) haben an einer Gruppe von Schwangeren, die überwiegend in den ärmeren Stadtteilen von St. Louis (Missouri/USA) wohnen, wobei die Hälfte der Probandinnen bei ihrer Krankenversicherung auf staatliche Unterstützung angewiesen oder nicht versichert war. Zwei Drittel der Frauen waren alleinstehend, ein Viertel konsumierte laut eigenen Angaben Marihuana während der Schwangerschaft,… Weiterlesen »Mütterliche Armut beeinflusst die Gehirnentwicklung von Säuglingen

Wie lange sollten erwachsene Menschen schlafen?

Schlafdauer, psychiatrische Störungen und Demenzerkrankungen sind bei älteren Erwachsenen eng miteinander verknüpft. Die zugrunde liegenden genetischen Mechanismen und strukturellen Veränderungen des Gehirns sind jedoch unbekannt. Anhand von Daten aus der UK Biobank für Teilnehmer vorwiegend europäischer Abstammung im Alter von 38 bis 73 Jahren, darunter 94 % Weiße, haben Li et al. (2022) einen nichtlinearen Zusammenhang zwischen Schlaf, wobei etwa 7 Stunden als optimale Schlafdauer gelten, und genetischen und kognitiven Faktoren, der Gehirnstruktur und der psychischen Gesundheit… Weiterlesen »Wie lange sollten erwachsene Menschen schlafen?

Schlafmangel verändert die Wahrnehmung von Gesichtern

Gesichtsausdrücke sind bekanntlich entscheidend für soziale Interaktionen. Wie man weiß, erhöht akuter Schlafmangel die Reaktionsfähigkeit des Gehirns auf positive und negative affektive Reize. Van Egmond et al. (2022) überprüften daher die Hypothese, dass Menschen trotz der bekannten verminderten Aufmerksamkeit aufgrund von akutem Schlafmangel länger auf glückliche, wütende und ängstliche Gesichter blicken als auf neutrale Gesichter, wenn sie unter Schlafentzug leiden. Sie untersuchten auch, ob Gesichtsausdrücke nach akutem Schlafverlust anders wahrgenommen werden. An der vorliegenden Studie nahmen junge… Weiterlesen »Schlafmangel verändert die Wahrnehmung von Gesichtern