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Bei hoher Konzentration und beim Nachdenken die Zunge herausstrecken

Manche Menschen haben die Angewohnheit, die Zunge beim Nachdenken bzw. bei einer eine hohe Konzentration erforderlichen Tätigkeit herauszustrecken. Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass sich die Zunge normalerweise im Mundraum frei bewegen kann, wobei bei jeder Bewegung und Berührung der Zunge mit Teilen des Mundraumes Signale an das Gehirn geschickt werden, die es erst einmal verarbeiten muss, d. h., das Gehirn ist während einer Tätigkeiten wie dem Sprechen damit beschäftigt, die Bewegungen der Zunge zu verarbeiten. Wenn man sich aber sehr konzentrieren muss, etwa beim Lösen einer schwierigen Aufgabe, benötigt das Gehirn alle Kapazitäten, und hat daher weniger Kontrolle über die Aktivität der Zunge. Manche erklären die Zungenaktivitäten auch mit der Sprachentwicklung, denn bevor es die Sprache gab, gab es schon Gesten, von denen das Herausstreckens der Zunge möglicherweise übrig geblieben ist bzw. einen Hinweis auf die revolutionäre Basis der Sprache darstellt. Da diese Motorik in der linken Gehirnhälfte verankert ist, wird diese bei Kindern bei bestimmten Aktivitäten, die Konzentration verlangen, wieder unbewusst abgerufen. Manche stellen auch einen Zusammenhang zu den Saugbewegungen von Säuglingen her, bei denen die Zunge eine wichtige Rolle spielt.

Bekanntlich sind es vor allem Kinder, die die Zunge beim Denken herausstrecken, denn in einer Untersuchung mussten Kinder Aufgaben lösen, die entweder ihre Feinmotorik oder ihre Grobmotorik ansprachen. Es zeigte sich dabei, dass Kinder in allen Situationen ihre Zunge herausstreckten, gleichgültig, ob es feinmotorische oder grobmotorische Aufgaben waren, doch gerade grobmotorische Aufgaben, die strengen Regeln folgten, zogen besonders viel Zungenspiel nach sich. Kinder haben offenbar generell auch weniger Kontrolle über ihre Mimik und Gestik, d. h., sie haben noch nicht gelernt, sich zu regulieren und den Normen der Gesellschaft anzupassen, die ein Herausstrecken der Zunge als wenig ziemlich betrachten. In den meisten Fällen hören Kinder etwa mit dem sechsten Lebensjahr damit auf, da sie lernen, dass es die kulturelle Konvention gibt, die Zunge im Mund zu behalten. Bei den meisten Menschen ist daher diese Gewohnheit im Erwachsenenalter kaum mehr zu beobachten, nur bei eher wenigen bleibt diese Gewohnheit bestehen. Allerdings hat sich auch gezeigt, dass Menschen dazu tendieren, andere, die gerade bei einer Arbeit sind und dabei die Zunge herausstrecken, nicht zu unterbrechen. Offenbar wirken Menschen mit herausgestreckter Zunge besonders konzentriert.

Aus der Sicht der Psychologie handelt es sich dabei um eine Übersprungshandlung, die damit vergleichbar ist, dass jemand sich am Kopf kratzt, wenn er verlegen ist, oder die Hände faltet, wenn er unter großem inneren Druck steht. Typisch für solche Übersprungshandlungen ist, dass diese Handlungen in dem Moment, in dem sie ausgeführt werden, keinem unmittelbaren Zweck dienen und somit nicht erwartet werden. Oft sind sie ein Ventil für eine innere Anspannung, wobei Betroffenen ihr Handeln erst dann bemerken, wenn man sie darauf anspricht.


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Ein Gedanke zu „Bei hoher Konzentration und beim Nachdenken die Zunge herausstrecken“

  1. Auch künstliche Intelligenz hat eine Meinung dazu

    Das Phänomen, bei dem Menschen beim konzentrierten Arbeiten ihre Zunge herausstrecken, ist als „Arbeitszunge“ oder „Denkzunge“ bekannt, wobei es keine eindeutige wissenschaftliche Erklärung dafür gibt, warum manche Menschen dazu neigen, dies zu tun, aber es gibt verschiedene Theorien dazu.
    Eine Theorie besagt, dass das Herausstrecken der Zunge während der Konzentration eine Art sensorisches Feedback darstellt, denn durch die Bewegung der Zunge könnten Informationen über die Position des Mundes und der Zunge an das Gehirn zurückgegeben werden, was möglicherweise dazu beiträgt, die Aufmerksamkeit zu erhöhen oder die Konzentration zu verbessern.
    Eine andere Theorie besagt, dass das Herausstrecken der Zunge eine automatische Reaktion ist, die mit der Aktivierung des motorischen Systems verbunden ist, den wenn das Gehirn komplexe Aufgaben bearbeitet, können motorische Regionen aktiviert werden, die normalerweise mit der Sprachproduktion in Verbindung stehen, sodass die Zunge unbewusst herausgestreckt wird.
    Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle Menschen ihre Zunge herausstrecken, wenn sie konzentriert arbeiten, d. h., es ist eine individuelle Gewohnheit oder Reaktion, die bei einigen Menschen auftreten kann, aber nicht bei allen. Es gibt auch andere Verhaltensweisen, die Menschen während konzentrierter Arbeit zeigen können, wie zum Beispiel das Zusammenkneifen der Augenbrauen oder das Zähneknirschen.

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