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wissenswert

Das geburtshilfliche Dilemma in der Evolution des Menschen

Menschliche Säuglinge kommen bekanntlich neurologisch unreif zur Welt, was möglicherweise auf den widersprüchlichen Selektionsdruck zwischen zweibeiniger Fortbewegung und Gehirnentwicklung zurückzuführen ist, wie die Hypothese des geburtshilflichen Dilemmas nahelegt, das Frémondière et al. (2022) untersucht haben. Australopithecinen waren dabei ideal für die Untersuchung dieses Zielkonflikts, da diese ein zweibeinig angepasstes Becken, aber relativ kleine Gehirne besaßen. Geburtssimulationen zeigten, dass die Rotationsgeburt nicht allein aus der Knochenmorphologie abgeleitet werden kann, da verglichen mit den Menschenaffen die Geburt bereits bei… Weiterlesen »Das geburtshilfliche Dilemma in der Evolution des Menschen

Mütterliche Armut beeinflusst die Gehirnentwicklung von Säuglingen

Widrige Umstände in der frühen Kindheit können die strukturelle Entwicklung von Schlüsselregionen des Gehirns verändern, die für die Beeinträchtigung der neurologischen Entwicklung verantwortlich sind.  Triplett et al. (2022) haben an einer Gruppe von Schwangeren, die überwiegend in den ärmeren Stadtteilen von St. Louis (Missouri/USA) wohnen, wobei die Hälfte der Probandinnen bei ihrer Krankenversicherung auf staatliche Unterstützung angewiesen oder nicht versichert war. Zwei Drittel der Frauen waren alleinstehend, ein Viertel konsumierte laut eigenen Angaben Marihuana während der Schwangerschaft,… Weiterlesen »Mütterliche Armut beeinflusst die Gehirnentwicklung von Säuglingen

Das Verhören bei ähnlichen Lauten beginnt schon in den Ohren

Heeringa & Köppl (2022) haben untersucht, welche Informationen der Hörnerv von Mongolischen Wüstenrennmäusen als elektrische Reize ans Gehirn überträgt, wenn den Tieren unterschiedliche Laute vorgespielt werden. Da es eine wesentliche Herausforderung beim Hören ist, die gewünschten Informationen von anderen, Menschen und Tiere ständig umgebenden Hintergrundgeräuschen abzugrenzen, spielten sie den Tieren nicht nur verschiedene einsilbige Sprachproben vor, sondern gleichzeitig Nebengeräusche, die einem Stimmengewirr ähnelten. Diese Geräuschkulisse aus Sprachproben und Nebengeräuschen gelangt als Schallwelle, die das Trommelfell vibrieren lässt,… Weiterlesen »Das Verhören bei ähnlichen Lauten beginnt schon in den Ohren

Persönlichkeit und kognitive Störungen im Alter

Menschen mit einem hohen Maß an Gewissenhaftigkeit und einem niedrigen Maß an Neurotizismus entwickeln seltener leichte kognitive Beeinträchtigungen. Menschen, die gut organisiert sind und ein hohes Maß an Selbstdisziplin aufweisen, haben ein geringeres Risiko, im Alter eine leichte kognitive Beeinträchtigung zu entwickeln, während Menschen, die launisch oder emotional instabil sind, mit größerer Wahrscheinlichkeit einen kognitiven Rückgang im Alter erleiden. Dies geht aus einer Studie von Yoneda et al. (2022) hervor. Darüber hinaus war es bei Menschen mit… Weiterlesen »Persönlichkeit und kognitive Störungen im Alter

Wie die Gegend, in der man aufgewachsen ist, den Orientierungssinn beeinflusst

Es ist erwiesen, dass die kulturellen und geografischen Eigenschaften der Umwelt die Kognition und die psychische Gesundheit stark beeinflussen, denn so hat sich etwa ein Leben in der Nähe von Grünflächen als äußerst vorteilhaft erwiesen, während ein Aufenthalt in der Stadt mit einem höheren Risiko für einige psychiatrische Störungen in Verbindung gebracht wird, obwohl einige Studien auch darauf hindeuten, dass dichte sozioökonomische Netze in größeren Städten einen Puffer gegen Depressionen bieten können. Wie sich das Umfeld, in… Weiterlesen »Wie die Gegend, in der man aufgewachsen ist, den Orientierungssinn beeinflusst

Aufschieben beginnt im Gehirn

Prokrastination hat nicht unbedingt mit Faulheit zu tun, vielmehr handelt es sich dabei um ein ernsthaftes Problem der Selbststeuerung, für das es in extremen Fällen professionelle psychologische Hilfe gibt. Jüngst haben Schlüter et al. (2018) in einer Untersuchung herausgefunden, dass sich das Gehirn der Aufschieber von dem der Macher unterscheidet, denn die Probanden mit einer schlechten Handlungskontrolle besitzen eine größere Amygdala, wobei bei diesen die funktionelle Verbindung zwischen Amygdala und dem dorsalen anterioren cingulären Cortex weniger stark… Weiterlesen »Aufschieben beginnt im Gehirn

Kognitive Anstrengung wird nicht immer als unangenehm oder kostspielig empfunden

Viele außergewöhnliche menschliche Fähigkeiten, wie z. B. Lesen, das Beherrschen eines Musikinstruments oder das Programmieren komplexer Software, erfordern Tausende von Stunden Übung und ständige kognitive Anstrengung. Die vorherrschenden wissenschaftlichen Theorien besagen, dass kognitive Anstrengung als unangenehm empfunden wird und Menschen versuchen, sie so weit wie möglich zu vermeiden. Es gibt jedoch viele Situationen im Alltag, in denen sich Menschen anscheinend freiwillig anstrengen, auch wenn es keine offensichtliche äußere Belohnung gibt. So lösen viele Menschen gerne Sudoku-Rätsel, Studenten… Weiterlesen »Kognitive Anstrengung wird nicht immer als unangenehm oder kostspielig empfunden

Gehirngröße und Fleischkonsum

Viele wesentliche menschliche Merkmale wie größere Gehirne treten erstmals beim Homo erectus auf. Die Entwicklung dieser Merkmale wird gemeinhin mit einer grundlegenden Ernährungsumstellung in Verbindung gebracht, die mit einem erhöhten Verzehr von Fleisch einherging. Frühe archäologische Stätten, die Beweise für Fleischfresser enthalten, liegen vor dem Auftreten von Homo erectus, aber größere, gut erhaltene Stätten erscheinen erst nach der Ankunft von Homo erectus. Dieses qualitative Muster ist ein Schlüsselthema für den Standpunkt „Fleisch hat uns menschlich gemacht“, aber… Weiterlesen »Gehirngröße und Fleischkonsum

Warum Schenken glücklich macht

Großzügiges Verhalten steigert bekanntermaßen das Glücksgefühl, was wiederum zu Großzügigkeit motivieren kann. In einer Studie untersuchten Park et al. (2017) mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie und eines öffentlichen Versprechens für künftige Großzügigkeit die Gehirnmechanismen, die großzügiges Verhalten mit einer Steigerung des Glücks verbinden. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen versprachen, in den nächsten vier Wochen Geld entweder für andere (Experimentalgruppe) oder für sich selbst (Kontrollgruppe) auszugeben. Es zeigte sich dabei, dass die Teilnehmer der Experimentalgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe… Weiterlesen »Warum Schenken glücklich macht

Richtiger Schlaf kann durch Ruhephasen nicht ersetzt werden

Übrigens sind Ruhephasen kein Ersatz für Schlafphasen, denn Schlaf fördert die Anpassung des Verhaltens und die zugrunde liegende neuronale Plastizität im Vergleich zum aktiven Wachzustand. Nissen et al. (2021) ließen Probanden üben, bestimmte visuelle Muster zu erkennen und zu unterscheiden. Im Anschluss war eine Gruppe wach und sah dabei Videos oder spielte Tisch­ten­nis, während eine andere Gruppe für eine Stunde schlief und eine dritte Gruppe in einem abge­dunkelten Raum ohne äußere Reize und unter kontrollierten Schlaflaborbedingungen wach… Weiterlesen »Richtiger Schlaf kann durch Ruhephasen nicht ersetzt werden