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wissenswert

Was bekannte Melodien im Gehirn machen

Demarchi, Sanchez & Weisz (2019) haben die neuronalen Muster beim Hören von Melodien untersucht, wobei sich zeigte, dass wenn man eine Melodie schon kennt, im Gehirn eine Drittelsekunde vor jedem Ton eine darauf abgestimmte Welle schwingt, d. h., das Gehirn erwartet den schon von früher gemerkten Ton und sucht diesen sogar intensiv, falls stattdessen eine Pause kommt. Dieses zu starke Suchen könnte ein Ursache für Tinnitus-Empfänglichkeit sein. In den Untersuchungen spielte man den Probanden eine ihnen bekannte… Weiterlesen »Was bekannte Melodien im Gehirn machen

Wirksamkeit von Selbstkontrolltrainings

Zahlreiche Studien belegen, dass Selbstkontrolle in verschiedensten Lebensbereichen positiv wirkt, etwa mehr Erfolg zu haben, stabilere soziale Beziehungen zu besitzen und sich in besserer körperlicher und psychischer Gesundheit zu befinden. Friese et al. (2017) haben in einer Metaaanalyse, in die auch unveröffentlichte Arbeiten mit einbezogen wurden, untersucht, ob sich diese Fähigkeit auch trainieren lässt. Dabei wurde vor allem die Wirksamkeit von Selbstkontrolltrainings untersucht, wobei hinter diesen Trainings meist das Ressourcenmodell der Selbstkontrolle steht. Dieses Modell geht davon… Weiterlesen »Wirksamkeit von Selbstkontrolltrainings

Proaktiv-instrumentelle und reaktiv-­impulsive Gewalt

Das menschliche Gehirn lernt früh, archaische Impulse wie Gewalt zu unterdrücken, wobei Gewalt immer dann entsteht, wenn das Gehirn die Kontrolle nicht übernehmen kann. Allerdings gibt es mehrere Faktoren, die das Ausmaß der Gewaltbereitschaft mitbestimmen. Dabei spielt die ­genetisch-epigenetische Ausstattung, also die Gene und die Art und Weise, wie sie wirksam werden, eine bedeutende Rolle. Hinzu kommt die Gehirnentwicklung nicht nur der einzelnen ­Areale, sondern es kommt auch auf die Stärke der Verbindungen ­zwischen dem limbischen System,… Weiterlesen »Proaktiv-instrumentelle und reaktiv-­impulsive Gewalt

Was Experten zum Umgang mit Stress raten

Stress ist potenziell schädlich, zwar nicht akut, aber bei einer Dauerbelastung. Bekanntlich hat die menschliche Reaktion auf Stress zwei Seiten. Der Körper versucht, mit einer äußerlichen Belastungssituation passend umgehen zu können, was zunächst einmal nicht unbedingt etwas Schlechtes ist, sondern eine schützende Funktion besitzt. Dabei laufen komplexe Prozesse im menschlichen Gehirn und im Körper ab, die dazu führen, dass unter anderem Energiereserven mobilisiert werden und die Aufmerksamkeit erhöht wird, sodass man in Gefahrensituationen schnell und fokussiert reagieren… Weiterlesen »Was Experten zum Umgang mit Stress raten

Auswirkungen des Fernsehkonsums bei Erwachsenen

Es gibt zahlreiche Untersuchungen über die Auswirkungen des Fernsehens auf die Kognition bei Kindern (Stangl, 2012), doch viel weniger Forschung über die Auswirkungen bei älteren Erwachsenen. Fernsehen ist für das menschliche Gehirn insofern paradox, als permanent wechselnde sensorische Stimuli das Gehirn bis zum Stress aktivieren, während der Körper in mehr oder weniger Bewegungslosigkeit verharrt, wodurch einerseits die Wachsamkeit hoch gehalten wird wird, gleichzeitig das Gehirn aber die Fähigkeit verliert, sich zu fokussieren. Fancourt & Steptoe (2019) haben… Weiterlesen »Auswirkungen des Fernsehkonsums bei Erwachsenen

Nonverbale Kommunikation: Blickkontakt beim Sprechen

Obwohl Augenkontakt und verbale Verarbeitung bei einem Gespräch unabhängig zu sein scheinen, weichen Menschen beim Blickkontakt im Gespräch häufig von Gesprächspartnern ab, was darauf hindeutet, dass es Störungen zwischen diesen beiden Prozessen gibt. Kajimura & Nomura (2016) haben diese Interferenzen untersucht, da sie vermuten, dass beide Prozesse kognitive Ressourcen eines domänenübergreifenden Systems teilen, d. h., dass ein Einfluss des Blickkontakts auf die gleichzeitige sprachlichen Prozesse wie Abruf und Auswahl besitzen. In einem Experiment verzögerte das Betrachten eines… Weiterlesen »Nonverbale Kommunikation: Blickkontakt beim Sprechen

Gehirnentwicklung aus der Sicht der Verhaltensbiologie

Der Verhaltensbiologe Kurt Kotrschal spekuliert in einem Presse-Artikel im Oktober 2019 darüber, wie es mit der Evolution der Menschen weitergehen könnte, wobei er vor allem auf die Entwicklung des menschlichen Gehirns fokussiert. Das menschliche Hochleistungsgehirn wächst im Gegensatz zu unseren nächsten Verwandten, den Schimpansen vor allem nachgeburtlich, weil seine schiere Größe eine sehr frühe Geburt erzwingt. Dies verschaffte der sozialen Umwelt sehr viel Einfluss auf die Individualentwicklung und machte Menschen zu höchst anpassungsfähigen Wesen. Das Gehirn entwickelte… Weiterlesen »Gehirnentwicklung aus der Sicht der Verhaltensbiologie

Implizites und explizites Denksystem bei Kaufentscheidungen

Bei Entscheidungen nutzt das Gehirn zwei unterschiedliche Denksysteme, die Informationen komplett unterschiedlich verarbeiten: Auf der einen Seite verarbeitet das implizite System intuitiv, unbewusst und blitzschnell alle einströmenden Informationen wie etwa sämtliche von Marken gesendeten Signale inklusive Werbung, das explizite System arbeitet hingegen langsam, kontrolliert und bewusst. Man schätzt, dass bis zu 95 Prozent des menschlichen Verhaltens implizit gesteuert wird und damit auch die Entscheidungen, die Menschen etwa bei einem Kauf im Supermarkt treffen. Insbesondere wenn man mit… Weiterlesen »Implizites und explizites Denksystem bei Kaufentscheidungen

Ortszellen und Gitterzellen in menschlichen Gehirn

Sich räumlich orientieren zu können ist eine fundamentale Fähigkeit des Gehirns, wobei die Aktivität einzelner Nervenzellen im Gehirn als auch die großer Zellverbünde eine entscheidende Rolle spielen. Zahlreiche Tierstudien haben gezeigt, dass es besondere Nervenzellen im Gehirn gibt, die für die Navigation wichtig sind, wobei die Aktivität der Ortszellen codiert, wo sich im Raum ein Individuum befindet. Zusammen mit anderen spezialisierten Zellen wie den Gitterzellen bilden sie mentale Landkarten der Umgebung, wobei ein wichtiger Baustein dieser mentalen… Weiterlesen »Ortszellen und Gitterzellen in menschlichen Gehirn

Die Bedeutung des Vergessens – die Angstauslöschung

Zu lernen, vorherzusagen, wann und wo Bedrohungen auftreten werden, ist eine wesentliche Voraussetzung für das Überleben von Lebewesen. Von der Gazelle auf der Serengeti bis hin zu den Kindern in der Schule lernen Menschen, bestimmte unscheinbare Hinweise, wie das Hören der Schulglocke, mit negativen Folgen, wie der Gefahr, gemobbt zu werden, in Verbindung zu bringen. Nach dieser Art des Lernens reicht dieses Signal selbst aus, um eine ängstliche Reaktion in uns auszulösen, da wir das damit verbundene… Weiterlesen »Die Bedeutung des Vergessens – die Angstauslöschung