Psychopathologie

Der Begriff Psychopathologie bedeutet die Lehre von den psychischen Erkrankungen.

Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer wirken bei Depressionen offenbar indirekt

Neuroplastizität ist die Fähigkeit des Gehirns, sich anzupassen, Neues zu verarbeiten und Aufgaben umzuverteilen, etwa wenn es zu einer körperlichen Einschränkung oder Sinnesbehinderung kommt. Jüngst hat sich gezeigt, dass auch selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (Selective Serotonin Reuptake Inhibitor – SSRI), häufig verschriebene Antidepressiva im Gehirn das Neurotransmitter-Regime und neuronale Netzwerke verändern und dabei auch die Neuroplastizität ankurbeln und so bestimmte Lernprozesse im Gehirn erleichtern. Reed et al. (2021) ist es mit bildgebenden Verfahren gelungen zu zeigen, dass Serotonin-Wiederaufnahmehemmer eine… Weiterlesen »Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer wirken bei Depressionen offenbar indirekt

Bilder und Anorexia nervosa

Bilder vermitteln bekanntlich Botschaften und haben gerade in Zeiten von Social Media großen Einfluss auf Gedanken, Gefühle und Stimmungen, und zwar im positiven wie auch negativen Sinne. Bei der Magersucht ist die Wahrnehmung des eigenen Körperbilds bzw. das Körperbewusstsein gestört, denn Betroffene halten sich für zu dick, obwohl sie in krankhaftem Ausmaß bis hin zu einem lebensbedrohlichen Untergewicht abnehmen. Kogel et al. (2021) haben untersucht, inwiefern störungsspezifisch belohnende Reize auf Bildern eine Bedeutung für diese Essstörung haben,… Weiterlesen »Bilder und Anorexia nervosa

Neuroleptika und Benzodiazepine bei Demenz problematisch

Die meisten von Demenz Betroffenen sind still, in sich gekehrt und angepasst, manche aber auch aggressiv, laut und immer unterwegs, wobei gerade diese Hinlauf-Tendenz Angehörige und auch Pflegepersonal vor große Herausforderungen stellt. Deshalb werden Demenzkranke häufig mit Neuroleptika und Benzodiazepinen ruhiggestellt, um die Situation zu entschärfen und die Belastungen für Angehörige zu minimieren. Solche Medikamente dämpfen aber die Betroffenen, wobei heute etwa ein Drittel aller Menschen mit Alzheimer-Demenz Neuroleptika bekommt, etwa zehn Prozent bekommen zusätzlich Schlafmittel und… Weiterlesen »Neuroleptika und Benzodiazepine bei Demenz problematisch

Überblick über Essstörungen

Zentrales Merkmal aller Essstörungen ist die permanente Beschäftigung mit den Themen Essen und Gewicht. Je nach Essstörungsform wird das beeinträchtigte Essverhalten mit zwanghaften Systemen aus Essen, Hungern, selbst herbeigeführtem Erbrechen, exzessiver Bewegung und Medikamenteneinnahme kontrolliert. Bei Magersucht oder Ess-Brechsucht ist das Körperschema der Betroffenen gestört, d.h., sie nehmen sich selbst als zu dick wahr, auch wenn das nicht der Realität entspricht. Essstörungen wie Anorexie und Bulimie treten in der Pubertät auf, also wenn Jugendliche beginnen, ihre Identität… Weiterlesen »Überblick über Essstörungen

Aspekte der dissozialen Verhaltensstörung

Folgende Aspekte werden manchmal für die dissoziale Verhaltensstörung der Soziopathie genannt: Das Einfühlungsvermögen der Betroffenen ist gestört, denn sie können sich nur schwer in andere Menschen hineinversetzen, d. h., das Mitgefühl ist ihnen weitgehend fremd. Häufig könne sie auf Grund ihrer Erfahrung Emotionen anderer Menschen rational nachvollziehen, d. h., der Verstand bestimmte ihr Handeln und nicht das Gefühl. Solche Menschen gelten daher als unberechenbar, sprunghaft und unzuverlässig. Betroffene sind selten dazu fähig, für ihr Handeln Verantwortung zu… Weiterlesen »Aspekte der dissozialen Verhaltensstörung

Programm gegen Internetsucht: PROTECT

Wissenschaftlerinnen der Pädagogischen Hochschule Heidelberg haben das Programm „Professioneller Umgang mit technischen Medien“ (PROTECT) entwickelt, das die Internet- und Computerspielabhängigkeit bei Jugendlichen signifikant reduzieren kann. Dabei lernen die Schülerinnen und Schüler den funktionalen Umgang mit Alltagsproblemen und werden befähigt, technische Medien kritisch zu beurteilen. Das Ziel dieses Programms ist es nicht, den Internetgebrauch an sich zu verändern, denn das würde völlig an der Lebensrealität der Jugendlichen vorbeigehen, sondern es geht darum, den schädlichen, exzessiven Umgang mit Online-Angeboten… Weiterlesen »Programm gegen Internetsucht: PROTECT

Katholische Kirche und Sexualität

Enthaltsamkeit rächt sich immer. Bei dem einen erzeugt sie Pusteln, beim andern Sexualgesetze. Karl Kraus Der Zölibat als mentale Kastration kann nicht funktionieren. W. S. Nach Aussagen von Reinhard Haller können nicht einmal zehn Prozent der katholischen Priesteranwärter ein zölibatäres Leben durchhalten, denn wenn Sexualität unterdrückt werde, führt dies zu „Notlösungen, denn die Sexualität ist eine enorme Macht. „Wir müssen davon ausgehen, dass sie diejenige Kraft ist, die die Menschheit zusammen mit der Aggressivität voranbringt, und jeder… Weiterlesen »Katholische Kirche und Sexualität

Alkohol und Krebsrisiko

Nach den Daten im Jahrbuch Sucht 2018 aus Deutschland geht der Alkoholkonsum seit Jahren zwar europaweit zurück, doch bleiben psychische Störungen nach exzessiven Alkoholkonsum nach wie vor die zweithäufigste Ursache für eine Krankenhauseinweisung, wobei am häufigsten Jugendliche im Alter zwischen 15 und 20 Jahren betroffen sind. Nach wie vor besteht eine direkten und lineare Beziehung zwischen der Trinkmenge und -häufigkeit mit dem Risiko für Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen. Daher gibt es keine beweiskräftigen Belege dafür, dass geringe Mengen… Weiterlesen »Alkohol und Krebsrisiko

Sexuelle Gewalt in Heimen und Schulen

Aktuelle Forschungsergebnisse des Deutschen Jugendinstituts über das Ausmaß und den Umgang mit sexueller Gewalt in Heimen und Schulen liefern nun wichtige Hinweise für eine bessere Prävention. Zu den besonders gefährdeten Gruppen gehören junge Menschen, die in Heimen leben und oft schon in ihren Familien Gewalt erfahren haben. Von 300 Jugendlichen, die in verschiedenen Heimen befragt wurden, sprachen sieben Prozent von einer versuchten oder erfolgten Vergewaltigung, seit sie im Heim leben. Zwanzig Prozent haben andere Handlungen sexueller Gewalt… Weiterlesen »Sexuelle Gewalt in Heimen und Schulen

Heidi Kastner: Tatort Trennung – Ein Psychogramm

Heidi Kastner, Chefärztin der forensischen Abteilung der Landesnervenklinik Linz und erfahrene Gerichtsgutachterin, hat ein Buch über den „Tatort Trennung“ geschrieben und nennt es im Untertitel „Ein Psychogramm“. Darin beschreibt sie, wieso bei manchen Menschen nach einer Trennung die Lust an der Rache zum einzigen Lebensinhalt wird. Heidi Kastner war beruflich seit Jahren für die Analyse von nahezu alle aufsehenerregenden Verbrechen Österreichs verantwortlich, und beschäftigte sich ausführlich mit der Liebe, den damit verbundenen zu hohen Erwartungen und schließlich… Weiterlesen »Heidi Kastner: Tatort Trennung – Ein Psychogramm