Grundlagen

Jüngere und ältere Menschen suchen unterschiedlich nach Wörtern

Wenn Menschen älter werden, fällt es ihnen zunehmend schwerer, im entscheidenden Moment die richtigen Wörter parat zu haben, und das, obwohl ihr Wortschatz im Laufe des Lebens eigentlich kontinuierlich anwächst. Nun haben Martin et al. (2021)  herausgefunden, dass es die Netzwerke im Gehirn sind, die ihre Kommunikation im Laufe der Zeit verändern, was sie ineffizienter macht. Man hat zwei Gruppen untersucht, und zwar jüngere ProbandInnen zwischen 20 und 35 Jahren und ältere zwischen 60 und 70 Jahren.… Weiterlesen »Jüngere und ältere Menschen suchen unterschiedlich nach Wörtern

Wie Menschen im Raum navigieren

Menschen navigieren in einer Umgebung und erinnern sich später an Orte, wobei Nervenzellen Richtungen und Entfernungen relativ zum navigierenden Organismus kodieren. Kunz et al. (2021) entdecken einen neuen Zelltyp im Gehirn und fanden Hinweise, wie er an Navigation und Gedächtnis beteiligt ist. Um die zellulären Mechanismen zu untersuchen, zeichnete man im Gehirn die Aktivität von mehr als tausend Neuronen bei Probandinnen eines Epilepsiezentrums auf, denen für diagnostische Zwecke Elektroden implantiert worden waren. Die ProbandInnen lösten Aufgaben am… Weiterlesen »Wie Menschen im Raum navigieren

Wie entstehen im Gehirn Kategorien?

Kategorisierung ist ein fundamentales Element nicht nur des menschlichen Denkens, denn jedes Mal, wenn ein Kind einen Sessel sieht, speichert es dieses konkrete Erlebnis, wobei es später basierend auf Ähnlichkeiten zwischen diesen abstrahiert, sodass das Gehirn des Kindes für die Eigenschaften und Funktionen von Sesseln eine eigene Kategorie Sessel bildet. So kann das Kind später neue Sessel schnell mit dieser Kategorie und dem darin enthaltenen Wissen verknüpfen, also etwa, dass man darauf sitzen kann. Diese Fähigkeit, sensorische… Weiterlesen »Wie entstehen im Gehirn Kategorien?

Erinnern vs Lernen – stabile und flexible Netzwerke im Hippocampus

Erinnerungen sind ein wichtiger Teil des Lebens, wobei über die Sinne Erlebtes in das Gehirn gelangt, wo es Netzwerke aus Nervenzellen erst zu einer Erinnerung kodieren. Daher bilden stabile Verbindungen zwischen Nervenzellen die wesentliche Grundlage von Erinnerungen. Castello-Waldow et al. (2020) haben den Hippocampus, also den Teil des Gehirns, der für Erinnerungen und das Lernen wichtig ist untersucht. Dabei hatte man sieben Tage lang mit der „Deep-Brain Two-Photon Mikroskopie“ die Struktur und Funktion von tiefliegenden Gehirnregionen von… Weiterlesen »Erinnern vs Lernen – stabile und flexible Netzwerke im Hippocampus

Das menschliche Gehirn ist von Geburt an bereit zum Lernen

Das menschliche Gehirn verfügt bei seiner Geburt über eine neuronale Grundausstattung, die es dem Neugeborenen gestattet, etwa etwas zu greifen oder Dinge wahrzunehmen, wobei sich dieses Grundnetzwerk neuronaler Verbindungen mit den körperlichen und sensorischen Erfahrungen, die das Kind vor und nach der Geburt macht, weiter ausformt. Je mehr der dabei entstehenden Synapsenverbindungen in Anspruch genommen, angewendet und erweitert werden, desto differenzierter ist das neuronale System des Kleinkindes. Ist etwa die Grundausstattung eines Kindes bereits eingeschränkt, entweder durch… Weiterlesen »Das menschliche Gehirn ist von Geburt an bereit zum Lernen

Die Bedeutung von Regel für den Menschen

Roland Pfister von der Universität Würzburg untersuchte den Einfluss von Regeln auf das Verhalten des Menschen, was vermutlich daran liegt, dass Regeln für das Gehirn eine große Bedeutung haben. Wer sich regelwidrig verhält und dabei erwischt wird, dem drohen Strafen, doch sind Sanktionen nicht der Hauptgrund dafür, warum Menschen sich meist an Regeln halten, vielmehr ist es für Menschen generell schwierig, Regeln zu brechen. Auch unbeobachtet halten sich Menschen an Regeln und haben große Schwierigkeiten, dagegen zu… Weiterlesen »Die Bedeutung von Regel für den Menschen

Wie die Bildung von Erinnerungen im Hippocampus funktionieren könnte

Fredes et al. (2020) haben die Bildung von Erinnerungen untersucht, indem sie den Signalweg im Hippocampus im Gehirn kontrollierten und zeigten, wie dieser die Bildung von Erinnerungen beim Erleben neuer Umgebungen steuert. Der Hippocampus ist bekanntlich jener zentraler Bereich im Gehirn, der eine zentrale Rolle bei der Übertragung von Informationen aus dem Kurzzeitgedächtnis in das Langzeitgedächtnis spielt. Dabei konzentrierte man sich in dieser Untersuchung auf die Verbindung zwischen den Moos-Zellen, die Signale von Sinneseindrücken über die Umwelt… Weiterlesen »Wie die Bildung von Erinnerungen im Hippocampus funktionieren könnte

Schauen ist nicht gleich Sehen

Die Tübinger Wissenschaftlerin Li Zhaoping, Leiterin der Abteilung für Sensorik und Sensomotorik am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik und Professorin an der Universität Tübingen, beschreibt in einer 2020 veröffentlichten wissenschaftlichen Arbeit mit dem Titel „The Flip Tilt Illusion“, dass sich das Gehirn von Menschen im peripheren Blick so täuschen kann, dass ein senkrechter Balken fälschlicherweise waagrecht erscheint. In einer Aussendung der Universität Tübingen heißt es dazu: Um unser Gehirn täuschen zu können, müssen wir wissen, welche rechnerischen oder… Weiterlesen »Schauen ist nicht gleich Sehen

Dopamin bei der Verhaltenssteuerung

Bei Entscheidungen und der Steuerung von Verhalten spielt der Botenstoff Dopamin eine wesentliche Rolle. Jüngst haben Siju et al. (2020) die Funktionen von Dopamin beim Entscheiden und bei der Steuerung von Bewegung untersucht. Ausgangspunkt war die Überlegung, dass Lebewesen eine angeborene Duft- und Geschmackspräferenz haben, wobei attraktive Gerüche etwa mit Nahrung verknüpft sind, während weniger attraktive Düften wie der von verdorbenen Speisen gemieden werden. Auch beim Geschmack haben alle Lebewesen ähnliche Präferenzen, denn Zucker und Fette werden… Weiterlesen »Dopamin bei der Verhaltenssteuerung

Verstehen und Erklären in der Psychologie

Die Gegenüberstellung von Verstehen und Erklären geht u. a. auf Wilhelm Dilthey zurück, der den Geisteswissenschaften einen von den Naturwissenschaften unabhängigen wissenschaftlichen Status zuschrieb, wobei er mit dem Hinweis auf die Eigengesetzlichkeit des menschlichen(Geisteslebens die Notwendigkeit einer spezifischen Methode begründete. Während die naturwissenschaftliche Arbeitsweise von der Existenz objektiver Gesetzmäßigkeiten und Regeln ausgeht und nach einer Erklärung gesetzmäßiger Zusammenhänge von Ursache und Wirkung strebt, untersucht die verstehende Vorgangsweise Sinnzusammenhänge, d.h. die Beweggründe und Bedeutungen menschlichen Handelns. Die Sozialwissenschaften… Weiterlesen »Verstehen und Erklären in der Psychologie