Zum Inhalt springen

Entwicklungspsychologie

Ihr Gegenstand ist die Beschreibung und Erklärung zeitlich überdauernder, aufeinander aufbauender Veränderungen menschlichen Erlebens und Verhaltens über die gesamte Lebensspanne.

Das geburtshilfliche Dilemma in der Evolution des Menschen

Menschliche Säuglinge kommen bekanntlich neurologisch unreif zur Welt, was möglicherweise auf den widersprüchlichen Selektionsdruck zwischen zweibeiniger Fortbewegung und Gehirnentwicklung zurückzuführen ist, wie die Hypothese des geburtshilflichen Dilemmas nahelegt, das Frémondière et al. (2022) untersucht haben. Australopithecinen waren dabei ideal für die Untersuchung dieses Zielkonflikts, da diese ein zweibeinig angepasstes Becken, aber relativ kleine Gehirne besaßen. Geburtssimulationen zeigten, dass die Rotationsgeburt nicht allein aus der Knochenmorphologie abgeleitet werden kann, da verglichen mit den Menschenaffen die Geburt bereits bei… Weiterlesen »Das geburtshilfliche Dilemma in der Evolution des Menschen

Mütterliche Armut beeinflusst die Gehirnentwicklung von Säuglingen

Widrige Umstände in der frühen Kindheit können die strukturelle Entwicklung von Schlüsselregionen des Gehirns verändern, die für die Beeinträchtigung der neurologischen Entwicklung verantwortlich sind.  Triplett et al. (2022) haben an einer Gruppe von Schwangeren, die überwiegend in den ärmeren Stadtteilen von St. Louis (Missouri/USA) wohnen, wobei die Hälfte der Probandinnen bei ihrer Krankenversicherung auf staatliche Unterstützung angewiesen oder nicht versichert war. Zwei Drittel der Frauen waren alleinstehend, ein Viertel konsumierte laut eigenen Angaben Marihuana während der Schwangerschaft,… Weiterlesen »Mütterliche Armut beeinflusst die Gehirnentwicklung von Säuglingen

Wieviel Schlaf braucht ein Kind?

Kinder brauchen unterschiedlich viel Schlaf. Vor allen Dingen ändert sich ihr Schlafbedürfnis im Laufe ihrer Entwicklung erheblich. Es gibt aber einige Erfahrungswerte, die für fast alle Kinder zutreffen. Neugeborene benötigen in den ersten Wochen etwa 16 bis 18 Stunden Schlaf. Sie schlafen fast rund um die Uhr und erwachen nur zum Füttern, Wickeln und Baden. Erst allmählich lernen sie zwischen Tag und Nacht zu unterscheiden. Wie sollten sie es auch den Unterschied kennen, wo es doch im… Weiterlesen »Wieviel Schlaf braucht ein Kind?

Myelinisierung im Gehirn von Säuglingen entwickelt sich uneinheitlich

Die Entwicklung des Myelins, einer fetthaltigen Hülle, die die Nervenfasern isoliert, ist entscheidend für die Gehirnfunktion, wobei die Myelinisierung im Säuglingsalter am lebenden Organismus bisher nicht untersucht werden konnte. Myelin ist für die Funktion des Gehirns von wesentlicher Bedeutung, denn geht die Bildung der Myelinscheiden schief, so kann dies zu Entwicklungs- und kognitiven Störungen führen. Grotheer et al. (2022) haben nun eine longitudinale Diffusions-MRT und quantitative MRT-Messungen der longitudinalen Relaxationsrate der weißen Substanz bei 0, 3 und… Weiterlesen »Myelinisierung im Gehirn von Säuglingen entwickelt sich uneinheitlich

Wirkt sich Gewalt in der Erziehung auf die Gehirne von Kindern aus?

Widrige Umstände in der Kindheit und Angst werden schon lange mit einem erhöhten Risiko für psychische Störungen im späteren Leben und auch mit einer Reihe von strukturellen Anomalien des Gehirns in Verbindung gebracht. Nach einer neueren Studie von Suffren et al. (2021) führen dabei wiederholte Schläge, Wutausbrüche oder ständiges Anschreien dazu, dass bestimmte Gehirnregionen nachweislich kleiner bleiben, wobei davon besonders Bereiche betroffen sind, die mit der Verarbeitung von Gefühlen zu tun haben. Ausgangspunkt der Untersuchung war die… Weiterlesen »Wirkt sich Gewalt in der Erziehung auf die Gehirne von Kindern aus?

Glaubenssätze und ihre Auswirkungen auf die spätere Entwicklung

In der Kindheit werden wir nicht nur von Erlebnissen und Erfahrungen geprägt, sondern vor allem von den Meinungen und Zuschreibungen wichtiger Bezugspersonen, also von Eltern, Geschwistern und Freunden. Prägungen aus der Kindheit werden unter anderem auch in Glaubenssätzen gespeichert, die das spätere Denken und Handeln beeinflussen. Hört etwa ein Kind immer wieder, das ist fantasievoll oder faul sei, wird sich das bei entsprechender Wiederholung einprägen. Solche Annahmen über uns selbst müssen daher nicht zutreffen, denn sie spiegeln… Weiterlesen »Glaubenssätze und ihre Auswirkungen auf die spätere Entwicklung

Die Dauer des REM-Schlafes verändert sich bei Mensch und Tier mit dem Alter

Der REM-Schlaf, der besonders durch typische schnelle Augenbewegungen unter den geschlossenen Lidern gekennzeichnet ist, ist jene Phase, in der Menschen am meisten träumen und vermutlich auch am meisten lernen, denn entfällt der REM-Schlaf, macht sich das in einem rapiden Leistungsabfall bemerkbar. Nach neuesten Forschungsergebnissen verändert sich der REM-Schlaf mit dem Lebensalter, denn macht er bei Neugeborenen noch rund die Hälfte der gesamten Schlafzeit aus, sind es bei Erwachsenen jenseits der Lebensmitte nur noch rund fünfzehn Prozent. Dabei… Weiterlesen »Die Dauer des REM-Schlafes verändert sich bei Mensch und Tier mit dem Alter

Zelluläre und molekulare Mechanismen zur Steuerung der lernsensiblen Phasen

Die postnatale Entwicklung des Gehirns ist nach der Geburt durch zeitlich begrenzte, funktionsspezifische Fenster hoher Plastizität gekennzeichnet, die man als kritische oder sensible Phasen bezeichnet. Diese lernsensiblen Phasen treten auf, indem bestimmte Bereiche des Gehirns durch Reifungs- und Differenzierung-Prozesse weiter ausgebaut werden und somit leicht und schnell neuronale Verknüpfungen entstehen, die die Plastizität des Gehirns erhöhen. So ist der natürliche Spracherwerb bei Säuglingen das bekannteste Beispiel für solch eine sensible Phase. Die neuronale Plastizität gibt dem Gehirn… Weiterlesen »Zelluläre und molekulare Mechanismen zur Steuerung der lernsensiblen Phasen

Damit sich beim Kind ein Selbst entwickelt …

Wenn Menschen als Säuglinge zur Welt kommen, fehlt ihnen im Gegensatz zu anderen Säugetieren der Ich-Sinn, , d. h., sie haben noch keine Vorstellung von dem, was und wer sie sind. Menschen sind Frühgeburten und kommen mit einem Stirnhirn zu Welt, das bei der Geburt noch völlig unreif ist und biologisch gesehen noch nicht funktionieren kann. Doch genau in diesem Bereich speichern Menschen später die Informationen und Überzeugungen über sich selbst ab und entwickeln ihre Selbstnetzwerke. Damit… Weiterlesen »Damit sich beim Kind ein Selbst entwickelt …

Kulturübergreifende soziale Normen

Soziale Normen spielen eine wichtige Rolle in menschlichen Gesellschaften und sie unterscheiden sich von Kultur zu Kultur, wobei Studien gezeigt haben, dass soziale Normen eine Schlüsselrolle bei der Motivation zur Zusammenarbeit und bei der Erklärung des Umfangs und der kulturellen Vielfalt von Prosozialität spielen. Die Fähigkeit zur Kooperation ist wohl eines der Schlüsselelemente des Erfolgs der Menschheit, da Individuen nicht immer nur an sich selbst denken, sondern verschiedenste prosoziale Verhaltensweisen entwickelt haben. In einem gewissen Rahmen ist… Weiterlesen »Kulturübergreifende soziale Normen