Entwicklungspsychologie

Ihr Gegenstand ist die Beschreibung und Erklärung zeitlich überdauernder, aufeinander aufbauender Veränderungen menschlichen Erlebens und Verhaltens über die gesamte Lebensspanne.

Wirkt sich Gewalt in der Erziehung auf die Gehirne von Kindern aus?

Widrige Umstände in der Kindheit und Angst werden schon lange mit einem erhöhten Risiko für psychische Störungen im späteren Leben und auch mit einer Reihe von strukturellen Anomalien des Gehirns in Verbindung gebracht. Nach einer neueren Studie von Suffren et al. (2021) führen dabei wiederholte Schläge, Wutausbrüche oder ständiges Anschreien dazu, dass bestimmte Gehirnregionen nachweislich kleiner bleiben, wobei davon besonders Bereiche betroffen sind, die mit der Verarbeitung von Gefühlen zu tun haben. Ausgangspunkt der Untersuchung war die… Weiterlesen »Wirkt sich Gewalt in der Erziehung auf die Gehirne von Kindern aus?

Glaubenssätze und ihre Auswirkungen auf die spätere Entwicklung

In der Kindheit werden wir nicht nur von Erlebnissen und Erfahrungen geprägt, sondern vor allem von den Meinungen und Zuschreibungen wichtiger Bezugspersonen, also von Eltern, Geschwistern und Freunden. Prägungen aus der Kindheit werden unter anderem auch in Glaubenssätzen gespeichert, die das spätere Denken und Handeln beeinflussen. Hört etwa ein Kind immer wieder, das ist fantasievoll oder faul sei, wird sich das bei entsprechender Wiederholung einprägen. Solche Annahmen über uns selbst müssen daher nicht zutreffen, denn sie spiegeln… Weiterlesen »Glaubenssätze und ihre Auswirkungen auf die spätere Entwicklung

Die Dauer des REM-Schlafes verändert sich bei Mensch und Tier mit dem Alter

Der REM-Schlaf, der besonders durch typische schnelle Augenbewegungen unter den geschlossenen Lidern gekennzeichnet ist, ist jene Phase, in der Menschen am meisten träumen und vermutlich auch am meisten lernen, denn entfällt der REM-Schlaf, macht sich das in einem rapiden Leistungsabfall bemerkbar. Nach neuesten Forschungsergebnissen verändert sich der REM-Schlaf mit dem Lebensalter, denn macht er bei Neugeborenen noch rund die Hälfte der gesamten Schlafzeit aus, sind es bei Erwachsenen jenseits der Lebensmitte nur noch rund fünfzehn Prozent. Dabei… Weiterlesen »Die Dauer des REM-Schlafes verändert sich bei Mensch und Tier mit dem Alter

Zelluläre und molekulare Mechanismen zur Steuerung der lernsensiblen Phasen

Die postnatale Entwicklung des Gehirns ist nach der Geburt durch zeitlich begrenzte, funktionsspezifische Fenster hoher Plastizität gekennzeichnet, die man als kritische oder sensible Phasen bezeichnet. Diese lernsensiblen Phasen treten auf, indem bestimmte Bereiche des Gehirns durch Reifungs- und Differenzierung-Prozesse weiter ausgebaut werden und somit leicht und schnell neuronale Verknüpfungen entstehen, die die Plastizität des Gehirns erhöhen. So ist der natürliche Spracherwerb bei Säuglingen das bekannteste Beispiel für solch eine sensible Phase. Die neuronale Plastizität gibt dem Gehirn… Weiterlesen »Zelluläre und molekulare Mechanismen zur Steuerung der lernsensiblen Phasen

Damit sich beim Kind ein Selbst entwickelt …

Wenn Menschen als Säuglinge zur Welt kommen, fehlt ihnen im Gegensatz zu anderen Säugetieren der Ich-Sinn, , d. h., sie haben noch keine Vorstellung von dem, was und wer sie sind. Menschen sind Frühgeburten und kommen mit einem Stirnhirn zu Welt, das bei der Geburt noch völlig unreif ist und biologisch gesehen noch nicht funktionieren kann. Doch genau in diesem Bereich speichern Menschen später die Informationen und Überzeugungen über sich selbst ab und entwickeln ihre Selbstnetzwerke. Damit… Weiterlesen »Damit sich beim Kind ein Selbst entwickelt …

Kulturübergreifende soziale Normen

Soziale Normen spielen eine wichtige Rolle in menschlichen Gesellschaften und sie unterscheiden sich von Kultur zu Kultur, wobei Studien gezeigt haben, dass soziale Normen eine Schlüsselrolle bei der Motivation zur Zusammenarbeit und bei der Erklärung des Umfangs und der kulturellen Vielfalt von Prosozialität spielen. Die Fähigkeit zur Kooperation ist wohl eines der Schlüsselelemente des Erfolgs der Menschheit, da Individuen nicht immer nur an sich selbst denken, sondern verschiedenste prosoziale Verhaltensweisen entwickelt haben. In einem gewissen Rahmen ist… Weiterlesen »Kulturübergreifende soziale Normen

Geschwistermobbing

Untersuchungen haben schon gezeigt, dass Geschwistermobbing später im Leben Auswirkungen auf die psychische Gesundheit hat, und zwar sowohl für die Opfer als auch für die Mobbenden. Dantchev & Wolke (2019) fanden nun in einer Analyse Merkmale in Familien, die das Mobbing von Geschwistern wahrscheinlicher machen. Anhand der Daten der “Avon Longitudinal Study of Parents and Children” (Daten von 6.838 britischen Kindern, geboren 1991 oder 1992) identifizierten sie Risikofaktoren für Geschwistermobbing von der Schwangerschaft bis zur frühen Adoleszenz… Weiterlesen »Geschwistermobbing

Flexiblere Kommunikation bei Zweisprachigkeit

Gampe, Wermelinger & Daum (2019) haben eine Untersuchung gezeigt, dass sich zweisprachig aufwachsende Kinder den Bedürfnissen ihrer Gesprächspartner besser anpassen als einsprachige, wobei man vermutet, dass bilingual aufwachsende Kinder häufiger anspruchsvolle Kommunikationssituationen bewältigen müssen und mit unterschiedlichen Gesprächsstilen ihrer Elternteile konfrontiert sind. In einem Kooperatiosnspiel zeigte sich, dass einsprachig und zweisprachig aufwachsenden Kinder gleichermassen hilfsbereit waren, allerdings unterschieden sie sich in der Art und Weise, wie sie mit ihren Interaktionspartnern kommunizierten. Zweisprachige Kinder halfen dabei oft auf… Weiterlesen »Flexiblere Kommunikation bei Zweisprachigkeit

Viele Zwangsneurosen werden in der analen Phase grundgelegt

Geiz ist ja eines der verlässlichsten Anzeichen tiefen Unglücklichseins. Franz Kafka Viele Zwangsneurosen haben ihren Ursprung in der analen Phase, wobei Störungen in der analen Phase zu gestörten Beziehungen in Form von Geiz oder Verschwendungssucht, chaotischem Verhalten oder übertriebener Ordnungsliebe führen können. Es gibt in der Psychoanalyse den analen Charakter, also einen Menschen, der überkontrolliert ist, zu fixen Ideen neigt, sich wenig anpassen kann und immer recht haben muss. Freud ist der Ansicht, dass das Kind ab… Weiterlesen »Viele Zwangsneurosen werden in der analen Phase grundgelegt

Das Lachen von Säuglingen

Bei Säuglingen, jüngeren Babys und nicht-menschlichen Primaten tritt Lachen als Ergebnis von körperlichen Reizen wie Kitzeln auf, bei älteren Menschen entsteht das Lachen zwar auch durch körperliche Stimuli, aber auch durch soziale Interaktionen. Sauter, Kret, Venneker & Evans (2018) haben Aufnahmen des Lachens von Säuglingen und Kindern im Alter von 3 bis 18 Monaten untersucht, wobei die Babys in spielerische Interaktionen verwickelt waren. Die Aufnahmen wurden dann von Zuhörern analysiert, die das Ausmaß bewerteten, in dem das… Weiterlesen »Das Lachen von Säuglingen