Zum Inhalt springen

Entwicklungspsychologie

Ihr Gegenstand ist die Beschreibung und Erklärung zeitlich überdauernder, aufeinander aufbauender Veränderungen menschlichen Erlebens und Verhaltens über die gesamte Lebensspanne.

Lateralität der Gehirnhälften bzw. die Hirnhälften-Asymmetrie vererbbar

Die menschliche Großhirnrinde ist bekanntlich symmetrisch entlang großer Achsen organisiert, weist aber auch interhemisphärische Unterschiede in Struktur und Funktion auf. Der quantifizierte kontralaterale homologe Unterschied, d. h. die Asymmetrie, ist ein wesentliches Merkmal der Links-Rechts-Achse des menschlichen Gehirns, die funktionelle Prozesse wie z. B. die Sprache unterstützt. Wan et al. (2022) haben jüngst untersucht, ob die Asymmetrie der cortikalen funktionellen Organisation vererbbar und phylogenetisch zwischen Menschen und Makaken typisch strukturiert ist. Die Ergebnisse deuten auf eine asymmetrische… Weiterlesen »Lateralität der Gehirnhälften bzw. die Hirnhälften-Asymmetrie vererbbar

Gefahrenpotential von Alkohol bei Kindern und Jugendlichen

Es ist nachgewiesen ist, dass je früher ein Mensch mit dem Trinken beginnt, desto höher ist später die Wahrscheinlichkeit, abhängig zu werden bzw. auch umso geringer die Chance, vom Alkohol wieder loszukommen. Dass frühes Trinken später sehr leicht in die Alkoholsucht führt, hängt unter anderem mit der körperlichen und psychischen Entwicklung zusammen, denn Jugendliche lernen in der Pubertät vieles völlig neu und bauen so den Alkohol als etwas Normales in ihr Leben ein. Wer hingegen mit fünfundzwanzig… Weiterlesen »Gefahrenpotential von Alkohol bei Kindern und Jugendlichen

Wie Babys sprechen: Die Babysprache entschlüsseln

Pricilla Dunstan aus Australien entwickelte eine Methode zur Analyse der Babysprache, als sie ihren Sohn bekam, denn sie erkannte, dass dieser nicht nur einfach so schrie, sondern dass es dabei gewisse Muster gab, d. h., je nachdem, was er gerade brauchte, veränderten sich auch seine Schreie. Sie begann zu forschen und es stellte sich heraus, dass alle Kinder auf der Welt genau dieselben Laute benutzten, um ihre Bedürfnisse auszudrücken. Daraus entwickelte Pricilla dann fünf Kategorien: Hunger, Müdigkeit,… Weiterlesen »Wie Babys sprechen: Die Babysprache entschlüsseln

Wenig angepasste Kinder sind später im Beruf erfolgreicher

Anhand einer Längsschnittstichprobe, die sich über vierzig Jahre von der Kindheit (12 Jahre) bis zum mittleren Erwachsenenalter (52 Jahre) erstreckte, wurde von Spengler et al. (2015) untersucht, wie Schülermerkmale und Verhaltensweisen in der späten Kindheit (erfasst in Welle 1 im Jahr 1968) den beruflichen Erfolg im Erwachsenenalter (erfasst in Welle 2 im Jahr 2008) vorhersagen können. Sie untersuchten dabei den Einfluss des sozioökonomischen Status der Eltern, der Intelligenz in der Kindheit und von Schülermerkmalen und -verhaltensweisen wie… Weiterlesen »Wenig angepasste Kinder sind später im Beruf erfolgreicher

Das geburtshilfliche Dilemma in der Evolution des Menschen

Menschliche Säuglinge kommen bekanntlich neurologisch unreif zur Welt, was möglicherweise auf den widersprüchlichen Selektionsdruck zwischen zweibeiniger Fortbewegung und Gehirnentwicklung zurückzuführen ist, wie die Hypothese des geburtshilflichen Dilemmas nahelegt, das Frémondière et al. (2022) untersucht haben. Australopithecinen waren dabei ideal für die Untersuchung dieses Zielkonflikts, da diese ein zweibeinig angepasstes Becken, aber relativ kleine Gehirne besaßen. Geburtssimulationen zeigten, dass die Rotationsgeburt nicht allein aus der Knochenmorphologie abgeleitet werden kann, da verglichen mit den Menschenaffen die Geburt bereits bei… Weiterlesen »Das geburtshilfliche Dilemma in der Evolution des Menschen

Mütterliche Armut beeinflusst die Gehirnentwicklung von Säuglingen

Widrige Umstände in der frühen Kindheit können die strukturelle Entwicklung von Schlüsselregionen des Gehirns verändern, die für die Beeinträchtigung der neurologischen Entwicklung verantwortlich sind.  Triplett et al. (2022) haben an einer Gruppe von Schwangeren, die überwiegend in den ärmeren Stadtteilen von St. Louis (Missouri/USA) wohnen, wobei die Hälfte der Probandinnen bei ihrer Krankenversicherung auf staatliche Unterstützung angewiesen oder nicht versichert war. Zwei Drittel der Frauen waren alleinstehend, ein Viertel konsumierte laut eigenen Angaben Marihuana während der Schwangerschaft,… Weiterlesen »Mütterliche Armut beeinflusst die Gehirnentwicklung von Säuglingen

Wieviel Schlaf braucht ein Kind?

Kinder brauchen unterschiedlich viel Schlaf. Vor allen Dingen ändert sich ihr Schlafbedürfnis im Laufe ihrer Entwicklung erheblich. Es gibt aber einige Erfahrungswerte, die für fast alle Kinder zutreffen. Neugeborene benötigen in den ersten Wochen etwa 16 bis 18 Stunden Schlaf. Sie schlafen fast rund um die Uhr und erwachen nur zum Füttern, Wickeln und Baden. Erst allmählich lernen sie zwischen Tag und Nacht zu unterscheiden. Wie sollten sie es auch den Unterschied kennen, wo es doch im… Weiterlesen »Wieviel Schlaf braucht ein Kind?

Myelinisierung im Gehirn von Säuglingen entwickelt sich uneinheitlich

Die Entwicklung des Myelins, einer fetthaltigen Hülle, die die Nervenfasern isoliert, ist entscheidend für die Gehirnfunktion, wobei die Myelinisierung im Säuglingsalter am lebenden Organismus bisher nicht untersucht werden konnte. Myelin ist für die Funktion des Gehirns von wesentlicher Bedeutung, denn geht die Bildung der Myelinscheiden schief, so kann dies zu Entwicklungs- und kognitiven Störungen führen. Grotheer et al. (2022) haben nun eine longitudinale Diffusions-MRT und quantitative MRT-Messungen der longitudinalen Relaxationsrate der weißen Substanz bei 0, 3 und… Weiterlesen »Myelinisierung im Gehirn von Säuglingen entwickelt sich uneinheitlich

Wirkt sich Gewalt in der Erziehung auf die Gehirne von Kindern aus?

Widrige Umstände in der Kindheit und Angst werden schon lange mit einem erhöhten Risiko für psychische Störungen im späteren Leben und auch mit einer Reihe von strukturellen Anomalien des Gehirns in Verbindung gebracht. Nach einer neueren Studie von Suffren et al. (2021) führen dabei wiederholte Schläge, Wutausbrüche oder ständiges Anschreien dazu, dass bestimmte Gehirnregionen nachweislich kleiner bleiben, wobei davon besonders Bereiche betroffen sind, die mit der Verarbeitung von Gefühlen zu tun haben. Ausgangspunkt der Untersuchung war die… Weiterlesen »Wirkt sich Gewalt in der Erziehung auf die Gehirne von Kindern aus?

Glaubenssätze und ihre Auswirkungen auf die spätere Entwicklung

In der Kindheit werden wir nicht nur von Erlebnissen und Erfahrungen geprägt, sondern vor allem von den Meinungen und Zuschreibungen wichtiger Bezugspersonen, also von Eltern, Geschwistern und Freunden. Prägungen aus der Kindheit werden unter anderem auch in Glaubenssätzen gespeichert, die das spätere Denken und Handeln beeinflussen. Hört etwa ein Kind immer wieder, das ist fantasievoll oder faul sei, wird sich das bei entsprechender Wiederholung einprägen. Solche Annahmen über uns selbst müssen daher nicht zutreffen, denn sie spiegeln… Weiterlesen »Glaubenssätze und ihre Auswirkungen auf die spätere Entwicklung