Bild vs Wort

Eine grundsätzliche Kritik an der Vorherrschaft von Schrift und Sprache stammt von Otto Neurath, der als Initiator und Vordenker für eine bildpädagogische Wende steht, als er gemeinsam mit dem Künstler Gerd Arntz die „Wiener Methode der Bildstatistik“ – Isotypie – entwickelte. Mit Hilfe piktogrammatischer Zeichen galt ihr Versuch, statistisches Wissen in allgemein verständliche Lehrbilder zu übersetzen. Dieser visuelle Transformationsprozess hatte zum Ziel, andernfalls schwer verständliche Inhalte für die Arbeiterschaft und andere benachteiligte Gesellschaftsgruppen aufzubereiten und damit zugänglich… Weiterlesen »Bild vs Wort

Gehirnlateralisation evolutionär älter als gedacht

Die Lateralisation des Gehirns wird allgemein als entscheidend für die menschliche Gehirnfunktionen und insbesondere Kognitionen angesehen, wobei die funktionale Trennung der beiden Gehirnhälften und die damit verbundene Gehirnasymmetrie beim Menschen gut dokumentiert ist. Da vergleichende Studien bei Primaten bisher selten sind, ist nicht bekannt, welche Aspekte der Lateralisierung nun typisch menschlich sind. Gehirne von Menschenaffen sind in der Regel nur selten für Studien verfügbar, doch nun hat man Methoden entwickelt, um Daten zur Gehirnasymmetrie aus fossilen Schädeln… Weiterlesen »Gehirnlateralisation evolutionär älter als gedacht

Damit sich beim Kind ein Selbst entwickelt …

Wenn Menschen als Säuglinge zur Welt kommen, fehlt ihnen im Gegensatz zu anderen Säugetieren der Ich-Sinn, , d. h., sie haben noch keine Vorstellung von dem, was und wer sie sind. Menschen sind Frühgeburten und kommen mit einem Stirnhirn zu Welt, das bei der Geburt noch völlig unreif ist und biologisch gesehen noch nicht funktionieren kann. Doch genau in diesem Bereich speichern Menschen später die Informationen und Überzeugungen über sich selbst ab und entwickeln ihre Selbstnetzwerke. Damit… Weiterlesen »Damit sich beim Kind ein Selbst entwickelt …

Gute Vorsätze für das Neue Jahr

Ein Jahreswechsel ist für viele Menschen die Zeit für Veränderungen bzw. eher für die Wünsche, im Neuen Jahr etwas zu verändern. Man weiß, dass etwa die Hälfte der Menschen gute Vorsätze für das neue Jahr fassen, doch nur etwa zehn Prozent schaffen es dann auch, diese Vorsätze erfolgreich umzusetzen. Das liegt daran, dass der Alltag von Gewohnheiten bestimmt wird, wobei diese gut im Gehirn verankert sind, sodass es äußerst schwer fällt, diese Gewohnheiten zu verändern. Gewohnheit sind… Weiterlesen »Gute Vorsätze für das Neue Jahr

Fünfundachtzig-Prozent-Regel

Eine der zentralen Fragen des menschlichen Lernens ist die Festlegung des Schwierigkeitsgrades eines Stoffes und dessen Einfluss auf die Lerngeschwindigkeit. In vielen Situationen stellt man fest, dass es einen Punkt gibt, an dem das Üben weder zu leicht noch zu schwer ist und in dem das Lernen am schnellsten voranschreitet. Wilson et al. (2019) haben die Bedingungen für diesen Punkt bei Lernalgorithmen im Kontext binärer Klassifikationsaufgaben überprüft und festgestellt, dass die optimale Fehlerquote für das Training bei… Weiterlesen »Fünfundachtzig-Prozent-Regel

Was Journalisten aus wissenschaftlicher Forschung machen

Eine faktentreue, unverzerrte Medienberichterstattung von wissenschaftlicher Forschung im Bereich der Medizin ist von großer Wichtigkeit für die öffentliche Gesundheit, da Print- und Online-Medien meist die einzigen Informationsquellen zu Gesundheitsthemen für die Öffentlichkeit darstellen. Allerdings werden einschlägige Forschungsergebnisse in den meisten Fällen übertrieben, simplifizierend bzw. effektheischend in den Medien präsentiert. Kerschner et al. (2015) analysierten den Wahrheitsgehalt von Medienartikeln zu Gesundheitsthemen. Man überprüfte dabei Print- und Web-Artikel in relevanten österreichischen Tageszeitungen, Wochenmagazinen und Online-Medien, von denen 60 Prozent… Weiterlesen »Was Journalisten aus wissenschaftlicher Forschung machen

Behaviourismus – Kognitivismus – Konstruktivismus

Behaviourismus Hirn ist ein passiver Behälter (siehe „etwas behalten“ im Gedächtnis) Wissen wird abgelagert (und versteinert) Wissen ist eine korrekte Input-Output-Relation Ziel ist es, die richtigen Antworten zu liefern Stimulus-Response (die Mensch-Maschine) Ich lehre, Autorität, Feedback ist vorgegeben, nicht persönlich und situationsbezogen Kognitivismus Hirn ist ein Gerät (Garantie wie lange?) Wissen wird verarbeitet (Prozessor) Wissen ist ein adäquater interner Verarbeitungsprozess Lernziele sind richtige Methodenzur Antwortfindung Problemlösung beobachten und helfen Lehrer/in ist Tutor/in (Hebamme) Feedback ist „extern modelliert“… Weiterlesen »Behaviourismus – Kognitivismus – Konstruktivismus

Der Hawthorne-Effekt

Der Hawthorn-Effekt besagt, dass jede Veränderung der Umgebung (etwa am Arbeitsplatz) eine kurzzeitige Verbesserung nach sich zieht. Da Veränderung generell den Hawthorn-Effekt hat, die Akteure zu stimulieren, kann sogar aus negativer Veränderung ein kurzzeitiger Anstieg der Produktivität resultieren. Der Name Hawthorne-Effekt stammt aus einem frühen Experiment des Organisationsmanagements welches in den “Western Electric Hawthorne Works” in Cicero, Illinois von Professor Elton Mayo in den Jahren 1927-1932 durchgeführt wurde. Das Management versuchte den optimalen Grad der Beleuchtung der… Weiterlesen »Der Hawthorne-Effekt

Was bekannte Melodien im Gehirn machen

Demarchi, Sanchez & Weisz (2019) haben die neuronalen Muster beim Hören von Melodien untersucht, wobei sich zeigte, dass wenn man eine Melodie schon kennt, im Gehirn eine Drittelsekunde vor jedem Ton eine darauf abgestimmte Welle schwingt, d. h., das Gehirn erwartet den schon von früher gemerkten Ton und sucht diesen sogar intensiv, falls stattdessen eine Pause kommt. Dieses zu starke Suchen könnte ein Ursache für Tinnitus-Empfänglichkeit sein. In den Untersuchungen spielte man den Probanden eine ihnen bekannte… Weiterlesen »Was bekannte Melodien im Gehirn machen