Ursachen für ein schlechtes Gedächtnis

Ein schlechtes Gedächtnis wird in der Forschungsliteratur auf sehr verschiedene Faktoren zurückgeführt, wobei sich alle mehr oder minder auf die allgemeine Lebensweise (Ernährung, Drogenkonsum, Lebensrhythmus) zurückgeführt werden können. Es kursieren zahlreiche Aufzählungen von Faktoren, die bei Menschen ein schlechtes Gedächtnis verursachen bzw. mit einem solchen gemeinsam auftreten, denn der Umkehrschluss, dass man bei der Vermeidung der schädigenden Bedingungen ein besseres Gedächtnis bekommt, ist natürlich nicht zulässig. Man kann mit diesen Bedingungen lediglich die Wahrscheinlichkeit erhöhen, längere Zeit in seinem Leben ein besseres Gedächtnis zu haben. Insgesamt wirkt sich eine ungesunde Lebensweise mit wenig Bewegung und falscher Ernährung negativ auf das Gedächtnis aus, aber auch unter Stress speichern Menschen Informationen schlechter ab, als wenn sie entspannt sind. Hier einige Faktoren im Einzelnen:

  • Übergewichtige schneiden bei Gedächtnistests schlechter ab als Schlanke, allerdings schrumpft bei Magersüchtigen deren Gehirnmasse im Vergleich zum gesunden Menschen, was vermutlich ein schlechteres Gedächtnis zur Folge hat.
  • Eine fettreiche bzw. kalorienreiche Ernährung wirkt sich bei Tieren und vermutlich auch bei Menschen negativ auf die Gedächtnisleistung aus.
  • Ein hoher Blutzuckerspiegel führt dazu, dass bestimmte Bereiche des Gehirns weniger aktiv sind, die für die Gedächtnisleistung wichtig sind.
  • Bestimmte Vitamine und Mineralstoffe (B1 und B12, Niacin, Folsäure, Eisen und Zink) sind wichtig für das Gedächtnis und ein Mangel kann zu Gedächtnisstörungen führen.
  • Körperlich aktivere Menschen haben ein besseres Gedächtnis als Menschen, die sich wenig bewegen.
  • Schlafmangel verhindert, dass an einem Tag Gelerntes erneut aktiviert und die Erinnerung daran verfestigt wird, d.h., wer zu wenig schläft, vergisst schneller.
  • Menschen, die weniger als eine Stunde täglich vor dem Fernseher verbringen, haben ein besseres Gedächtnis als Vielfernseher, doch können manche Sendungen auch einen positiven Einfluss haben.
  • Raucher schneiden in Gedächtnistests deutlich schlechter ab als Nichtraucher oder Menschen, die sich das Rauchen vor einiger Zeit abgewöhnt hatten.
  • Bestimmte Medikamente, insbesondere Schmerzmittel, blockieren blockieren oft Rezeptoren im Gehirn, die im Gehirn an der Speicherung von Erinnerungen beteiligt sind, sodass sie sich deshalb negativ auf die Gedächtnisleistung auswirken.
  • In Stresssituationen speichern Menschen Informationen anders ab, als wenn sie entspannt sind, und können sie daher später schlechter wieder abrufen.

Siehe dazu Lernen und Vergessen

Kurioses: Ein Artikel im SPIEGEL zu diesem Thema im April 2017 lautete „Wer verblödet, ist selbst schuld“ 😉 und kostete 39 cent!