Telefonstress

Bekanntlich sind Arbeitsunterbrechungen ein Stressfaktor, der die Gesundheit von ArbeitnehmerInnen langfristig schwer belastet, aber wird die Arbeit durch Telefonanrufe unterbrochen, entsteht ein überdurchschnittlich hoher Stress, wie Studien im Dienstleistungssektor ergaben. Wirtschaftspsychologinnen untersuchten Arbeitskräfte im Handel und beobachteten, dass Unterbrechungen durch Kunden eher erwünscht und daher tendenziell problemlos sind, und auch gelegentliche persönliche Ansprachen von KollegInnen oder Vorgesetzten erzeugen manchmal Stress, jedoch ohne relevante psychische Folgen. Bei telefonischen Unterbrechungen kommt es jedoch unter Umständen zu emotionalen Erschöpfungen, innerer Leere und depressiven Tendenzen. Man vermutet, dass eine Störung durch Kunden, KollegInnen und Vorgesetzte etwa durch nonverbale Signale abwehrbar sind, während dies beim Telefon nicht möglich ist. Das Telefon stellt nach Ansicht der ForscherInnen einen unnachgiebigen Unterbrecher dar, der den Beschäftigten keine Abwehrmechanismen bietet, sodass die telefoninduzierte Unterbrechung einen geringeren Handlungsspielraum gewährt als face-to-face-Kontakte, bei denen verzögertes Reagieren möglich ist. Dieser geringere Handlungsspielraum verschärft also den Unterbrechungsstress.

Siehe dazu auch Stress am Arbeitsplatz.