Sich selbst erfüllende Prophezeiung beim Kontakt mit Menschen

Das echte Gespräch bedeutet: aus dem Ich heraustreten und an die Tür des Du klopfen.
Albert Camus

Eine „sich selbst erfüllende Prophezeiung“ ist nach Paul Watzlawick eine Annahme oder Voraussage, die schon aus der Tatsache heraus, dass sie gemacht wurde, das Angenommene, Erwartete, oder Vorhergesagte zur Wirklichkeit werden lässt und so die eigene Richtigkeit bestätigt. Ausschlaggebend für den Effekt der „sich selbst erfüllenden Prophezeiung“ ist einerseits die positive Erwartung in Bezug auf das Kommende, denn das erzeugt gegenüber Menschen ein wärmeres sozial-emotionales Klima, d.h., man verteilt mehr „Streicheleinheiten“, gibt mehr Zuwendung, hört besser zu, beschäftigt sich intensiver mit dem Gegenüber, gibt mehr Lob, interessiert sich mehr für den Gesprächspartner, andererseits gibt man diesen Menschen mehr Informationen und stellt höher Anforderungen und Erwartungen an sie, d.h. wieder, man traut den anderen mehr zu. Das Problem bei der „sich selbst erfüllenden Prophezeiungen“ ist, dass es sich dabei häufig um negative Erwartungen handelt, d.h., es gibt diesen Effekt auch bei negativen Erwartungen, was man sehr oft in der Erziehung findet, sodass oft eine Art Teufelskreis in Gang gesetzt wird: man erwartet keine besonderen Leistungen und es kommt genau so. Auch im Verkauf findet sich dieses Konzept. Wenn der Verkäufer ein positives Vorurteil gegenüber Kunden hat,schenkt man ihnen mehr Aufmerksamkeit (Blickkontakt, Lächeln, Platz anbieten), es entsteht eine freundliche Stimmlage, gibt ihnen mehr Informationen, macht ihnen höherwertige Angebote, bietet ihnen mehr Service-Leistungen an und verhält sich offensiver in Bezug auf den Abschluss.