Schutzfaktoren der Resilienz

Der erste Schutzfaktor des Individuums ist die Gabe, stolz auf sich zu sein. Selbstwirksamkeitsüberzeugung ist dabei das Gegenteil von Schicksalsgläubigkeit, denn Menschen, bei denen dieser Faktor stark ausgeprägt ist, haben das gute Gefühl, Situationen durch ihr Handeln positiv beeinflussen zu können.

Der Schutzfaktor der Familie, denn jeder Mensch braucht zumindest eine Bezugsperson. Resiliente Kinder, die von ihren Eltern vernachlässigt wurden, suchen sich oft Ersatzeltern, etwa die Großeltern, Geschwister oder Nachbarn.

Auch Glaube und Religiosität könne einen Schutzfaktor bilden.

Als Schutzfaktor des Umfelds zählen Menschen außerhalb der Familie, auf die man sich verlassen kann, etwa der beste Freund oder ein guter Lehrer.

Manche Stressforscher orten heute einen wesentlichen Anteil der Residenz in den Genen, denn Menschen, die sich wie Versuchstiere eher an eine sich schnell ändernde Umwelt anpassen können, zeigen ein anderes epigenetisches Muster in den Stressverarbeitungszentren ihres Gehirns. Auch unter Versuchstieren gibt es bekanntlich immer wieder solche, die sich nicht von aggressiven Mitbewohnern einschüchtern lassen und den Geruch ihres ärgsten Feindes wegstecken und trotzdem für die Gemeinschaft da sind.

Resilienz zählt bekanntlich zu den sozial-emotionale Kompetenzen, wobei nach Ansicht von Experten derzeit ein neuer Machbarkeitsmythos herangezüchtet wird, etwa nach dem Motto: Lasst uns die Menschen resilient machen, dann funktionieren sie besser und beschweren sich nicht, wenn sie ausgebeutet oder ausgemustert werden. Jedoch ist die Resilienzforschung primär kein gesellschaftliches Zurichtungsvehikel, sondern belegt vielmehr, wie wichtig Gemeinschafts- und Solidaritätserfahrungen für die Ausbildung einer resilienten Persönlichkeit sind. Dass man dennoch Resilienzförderung wünscht, liegt daran, dass Systeme mit solcher Förderung in diversen Rankings besser abschneiden, etwa Finnland und Schweden, denn in diesen Ländern wird von Anfang an auf die individuellen Stärken des einzelnen Kindes geachtet, es wird in seinen Bewältigungsstrategien unterstützt, statt immer an seinem Noch-nicht-Können anzusetzen. Schwedische Kinder sind daher selbstsicherer und fähiger, ihre sozialen und akademischen Lernprozesse selbst zu steuern, denn sie trauen sich mehr zu.

  • Resiliente Menschen glauben, dass sie ihr Schicksal selbst in der Hand haben und sehen Misserfolge eher als Zufälle und Erfolge als Ergebnis ihrer Bemühungen.
  • Resiliente Menschen haben ein starkes Selbstwertgefühl, d. h., unabhängig von Erfolgen halten sie sich für einen wertvollen Menschen.
  • Resiliente Menschen haben ein klares Ziel vor Augen und verfolgen dieses.
  • Resiliente Menschen sehen Schwierigkeiten, Krisen und Probleme als Herausforderung.
  • Resiliente Menschen bleiben auch in schwierigen Zeiten optimistisch.
  • Resiliente Menschen haben einen starken Glauben an die eigenen Fähigkeiten.
  • Resiliente Menschen sind in der Lage, auch das Negative in ihrem Leben zu akzeptieren.