Nonverbale Anzeichen für Lügen

Sage nicht alles, was du weißt,
aber wisse immer, was du sagst!
Matthias Claudius

  • Das Herumspielen an Haaren, Körperteilen, Kleidung oder Gegenständen signalisiert Nervosität und einen Fluchtimpuls. Wer außerdem die Füße Richtung Tür ausrichtet, würde am liebsten gehen.
  • Versteinerte Haltung: Untermalende Gesten nehmen ab, je stärker sich der Sprecher auf das Spinnen einer Geschichte konzentrieren muss. Stattdessen werden die Hände oft unter dem Tisch versteckt. Da ein Lügner ständig Gefahr läuft, etwas Falsches zu tun, vermeidet er meist Gestiken, wodurch das Verhalten hölzern wirken kann. Die Gestik und Mimik beschränkt sich bei einem Täuschungsversuch auf ein Minimum, die Pupillen sind erweitert und die Stimme wirkt angespannt. Manche Lügner versuchen auch instinktiv dem Gespräch zu entfliehen und blicken deshalb Richtung Ausgang, oft ist auch eine Fußspitze Richtung Ausgang gerichtet. Wichtig: Diese Reduktion von Gestik und Mimik kann aber auch dann auftreten, wenn sich der Betroffene in der Situation extrem unwohl fühlt, etwa weil das Gesprächsthema unangenehm ist oder er oder sie sich bedrängt fühlt.
  • Um „das Böse nicht sehen zu müssen“, reiben sich Männer oft die Augen, Frauen fassen sich unter die Augen.
  • Blinzelfrequenz: Lügner schlagen ihre Augen öfter auf und zu. Stellen Sie zuerst unverfängliche Fragen, um den Unterschied auszumachen. Allerdings: Ein Lügner muss sich seine Worte gut überlegen, d. h., bei hoher Konzentration lässt das Blinzeln zuerst nach. Sobald die Lüge bzw. der Grund für die Anspannung nachlässt, muss er deshalb öfter blinzeln, sodass direkt nach einer Lüge mit einem erhöhten Häufigkeit des Blinzelns zu rechnen ist.
  • Natürliche Gesten äußern sich zeitgleich auf beiden Gesichts- oder Körperhälften. Unecht ist die Asymmetrie von Gestik oder Mimik, also ein schiefes Lächeln, ein finsterer Blick mit nur einem Auge oder ein einseitiges Schulterzucken. Gespielte Emotionen sind daher meist asymmetrisch, was etwa bedeutet, dass sich beim Lächeln ein Mundwinkel weiter anhebt. Diese Asymmetrie verläuft aber nicht nur von links nach rechts sondern vor allem auch von oben nach unten. Beim ehrlichen Lächeln oder beim ehrlichen Wutausbruch si­nd auch die Augen und die Stirn betroffen, d.h., eine asymmetrische Mimik wirkt für einen guten Beobachter unvollständig. Eine asymmetrische Mimik ist ein recht sicheres Anzeigen für einen Schauspieler.
  • Aufrichtige Emotionsausdrücke finden meist gleichzeitig statt, gespielte nacheinander. Wer vorgibt zu schmollen, würde z.B. zuerst die Arme verkreuzen und dann einen Schmollmund ziehen. Wer wirklich beleidigt ist, tut dies zeitgleich. Achten Sie also auf falsches Timing!
  • Falsches Lächeln: Nur jeder zehnte Mensch kann die um die Augen gelegenen Muskeln bewusst steuern, so dass der Gesamteindruck eines echten Lächelns entsteht.

Prüfen Sie das Gesicht des Gegenübers auf Mikroexpressionen, denn diese flüchtigen Gefühlsregungen können kaum unterdrückt werden und offenbaren, was eine Person wirklich empfindet, z.B Wut oder Überraschung. Selbst wenn das Gegenüber ein geübter Lügner ist, zeichnet sich die echte Emotion für den Bruchteil einer Sekunde unwillkürlich im Gesicht ab, wobei dies auch nur eine zehntel Sekunde sein kann. Im Normalfall wird diese blitzartige Verzerrung des Gesicht meist nicht wahrgenommen. Im Übrigen kann man das Erkennen von Mikroexpressionen auch in normalen Gesprächen oder bei Fernsehdiskussionen üben.

Siehe auch
Siehe auch Verbale Anzeichen für Lügen