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Narzisstischen Persönlichkeitsstörung im Jugendalter

*** Hier KLICKEN: Das BUCH dazu! *** Narzissmus bei Kindern und Jugendlichen ist häufig ein Resultat übertriebener und nicht unterlassener elterlicher Zuwendung, denn immer mehr Kinder und Jugendliche sind krankhaft selbstverliebt. In einer Studie untersuchte man die Ursache dieses frühen Narzissmus und fanden diese bei den Eltern, denn Mütter und Väter, die ihre Kinder für etwas Besseres halten, fördern die Entwicklung zum Narzissmus. Heranwachsende, deren Eltern angaben, ihr Nachwuchs verdiene im Leben etwas Außergewöhnliches, hatten später häufiger narzisstischere Charaktere. Diese Kinder besaßen auch wenig Einfühlungsvermögen und reagierten überempfindlich auf Kritik.

Im Jugendalter hat der Jugendliche verschiedene Entwicklungsaufgaben zu bewältigen. Ziel ist es dabei, eine Harmonie zwischen der eigenen Individualität und der Integration in die Gesellschaft zu erzeugen. Leidet der Jugendliche an der narzisstischen Persönlichkeitsstörung, ist es ihm nicht möglich dies zu bewältigen, denn je nachdem wie schwer die Traumatisierung in seiner Kindheit war, desto weniger kann er sich in Gruppen zurechtfinden und sich integrieren. Die fehlende Fähigkeit, sich in andere einzufühlen oder anderen gegenüber Loyalität, Solidarität oder Freundschaft zu empfinden, entsteht aus dem ständigen Konkurrenzdenken der narzisstischen Persönlichkeit heraus. Jeder Klassenkamerad, jeder Mitspieler oder Bekannte könnte den Jugendlichen in etwas ausstechen und besser sein, was wiederum ungebremsten Neid und Gefühle der eigenen Minderwertigkeit hervorrufen würde.

Ein weiteres Symptom, was die narzisstische Persönlichkeitsstörung in der Adoleszenz im besonderen Maße kennzeichnet und aus der fehlenden Empathie des Betroffenen heraus entsteht, ist das Syndrom der Identitätsdiffusion. Dabei ist es dem Jugendlichen zwar durchaus möglich, sich selbst in der Gesellschaft zu beschreiben, wird er jedoch dazu aufgefordert, ihm nahe stehende Personen zu charakterisieren oder darzustellen, wie ihn die Außenwelt sieht, wird der Gegenüber verwirrende, uneinheitliche Antworten bekommen. So erhielte er einmal auf die Frage, ob die Mutter des Betroffenen eine warmherzige Frau sei, eine bejahende Antwort, der schwärmerische Beschreibungen ihrer Person folgten. Fragt dieser die betroffene Persönlichkeit ein andermal exakt dieselbe Frage, kann es sein, dass der Jugendliche seine Mutter als ein kaltherziges, zur Liebe unfähiges Geschöpf darstellt.
Der Jugendliche wird zunächst erlebt als eine freundliche, verbindliche, charmante und ielstrebige Person. Doch trotz ihrer Zielstrebigkeit erreichen die Betroffenen ihre Ziele meist nicht. Durch das nur in Ansätzen vorhandene ÜBER-ICH sind sie nicht in der Lage, für eine Sache Geduld aufzubringen und bekommen somit meist Schulprobleme, wobei Narzissten mit hoher Begabung eine Ausnahme darstellen, und sie davon ausgehen, das zu Lernende nur durch Beobachten speichern zu können. Die aufgrund des Versagens in der Schule entwickelten vernichtenden Gefühlen von Einsamkeit und Minderwertigkeit führen meist in eine Depression und/oder Borderline Störung, häufig einhergehend mit autoaggressivem Verhalten, da der Betroffene das starke Verlangen hat, sich für sein Versagen zu bestrafen.

Die gesamte Problematik der narzisstischen Persönlichkeitsstörung fällt der Umwelt meist erst dann auf, wenn der Jugendliche suizidale Tendenzen zeigt, denn generell wissen sich Narzissten ausgezeichnet zu verstellen.

Literatur
Kernberg, Otto F. (2006). Narzissmus, Grundlagen – Störungsbilder – Therapie. Stuttgart: Schattauer.


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