Münchhausen-Syndrom

Das Münchhausen-Syndrom bezeichnet das absichtliche Erzeugen oder Vortäuschen von körperlichen oder psychischen Symptomen oder Behinderungen, um Aufmerksamkeit zu erlangen. Dieses Syndrom kann auch in Form des Münchhausen-Stellvertreter-Syndroms auftreten, wobei  jemand bei anderen Krankheiten vortäuscht oder  diese sogar bewusst herbeiführt, um sich anschließend als Retter zu präsentieren. Allgemein bekannt ist dieses Phänomen bei Feuerwehrleuten, die Brände legen, um sie danach selber löschen zu können. Diese Erscheinungen treten auch im Zusammenhang mit dem „normalen“ Mobbing am Arbeitsplatz auf. Eine  daher vergleichbare pathologische Erscheinung lässt sich auch in Organisationen beobachten: das Münchhausen-Syndrom am Arbeitsplatz, bei welchem in Unternehmen Mitarbeiter künstlich Probleme schaffen, um anschließend allein in der Lage zu sein, sie auch zu lösen. Das Münchhausen-Syndrom reicht dabei von hoch destruktiven Praktiken bis hin zu Taktiken, die die Effektivität einer Organisation langsam, aber gründlich korrodieren lassen, wobei manchmal ein echtes Problem ausgeschmückt oder Probleme beschworen werden, die angeblich am Horizont auftauchen.

Quelle: http://www.harvardbusinessmanager.de/heft/artikel/a-655353.html#ref=rss (09-10-28)