Missverständnisse vermeiden

Engagement für einen reflektierten Sprachgebrauch

Sprachreflexion wird in der Schule und Hochschule häufig vernachlässigt – selbst in sprachsensiblen Fächern wie Psychologie, Linguistik, Theologie. Die Ursachen und Folgen untersucht Prof. Dr. Harald Schweizer (Eberhard-Karls- Universität Tübingen). Er lädt gegenwärtig KooperationspartnerInnen ein, um mit ihnen eine alternative Grammatik zu entwickeln
Zunächst werden in verschiedenen Sprachen praktische Beispiele für ein Konzept zusammengetragen – entsprechend der Trias Syntax, Semantik, Pragmatik; die üblichen Grammatikstoffe sollen in ungewohnt neuer Reihenfolge einfließen und ausführlicher definiert werden.
Zusätzlich lädt Schweizer Interessenten aus allen Fachgebieten zur Sprachreflexion und Analysepraxis in das Gästehaus der Universität Tübingen ein; die bereits traditionelle Sommerakademie (Blaubeuren, 29. August – 2. September 2008) behandelt die kontrovers diskutierte Schöpfungsgeschichte (Gen. 1,1 – 2,4a).
Mit einem biblischen Thema hat Schweizer 2006 seine textwissenschaftliche Propädeutik als Standardwerk für alle geisteswissenschaftlichen Disziplinen vorgelegt: „Fantastische Opferung Isaaks, Textanalyse in Theorie und Praxis“; der Autor zeigte beispielhaft, wie aus einem bislang nur gewunden erklärbaren Text bei adäquater Analyse eine faszinierende poetische Psychologie wird.
Schweizer ist „gelernter“ Alttestamentler und lehrt „Methodik computerunterstützter Textinterpretation“ an der Universität Tübingen (Fakultät für Informations- und Kognitionswissenschaften).