Konfliktregulation bei Handlungskonflikten

Die Konfliktregulation weist verschiedene Merkmale auf, die in vielen empirischen Studien untersucht und diskutiert wurden. Wühr & Kunde (2009) dirkutieren in ihrem Artiekl, welche Ereignisse die Konfliktregulation auslösen, welche Auswirkungen die Registrierung von Reaktionskonflikten hat, welche Rolle das Bewusstsein für die Konfliktregulation spielt und ob sich die Konfliktregulation lokal oder global auswirkt. In vielen Situationen des täglichen Lebens finden wir mehrere Objekte vor, die jeweils mit einer eigenen Handlungsoption verknüpft sind. In manchen Fällen legen vorhandene Reize gleiche Handlungen nahe, aber es kann auch genau das Gegenteil der Fall sein. Wenn gleichzeitig vorhandene Reize mit unvereinbaren Optionen assoziiert werden, werden höhere Anforderungen an die Handlungssteuerung gestellt. Man unterscheidet zwei Formen der Handlungskonfliktsbewältig-ung: Einerseits die Prozesse der reaktiven Regulation (Registrierung des Konfliktausmaßes und Anpassen an die Situation) und andrerseits die Prozesse der antizipativen Regulation (Potenzial wird vorher antizipiert, um System darauf einzustellen). Handlungskonflikte lassen sich dabei mit verschiedenen Konfliktaufgaben untersuchen, etwa der Simon Aufgabe, bei der  man die Korrespondenz zwischen der irrelevanten Reizposition und der Position von Reaktionen auf ein nicht-räumliches Reizmerkmal manipuliert. Häufig verwendet wird auch die Eriksen-Aufgabe, bei der  man die Kompatibilität zwischen irrelevanten Flankierreizen und der Reaktion auf einen zentral präsentierten Zielreiz manipuliert (vgl. Wühr & Kunde, 2008, S. 207-216).

Gratton, Coles & Donchin (1992) untersuchten Verhaltenskonflikte mithilfe der Erikson-Aufgabe. Interessant zu sehen war, dass der Reaktionsunterschied zwischen kongruenten und inkongruenten Bedingungen davon abhängig war, welche Reizanordnung die Versuchspersonen im jeweils vorausgegangenen Durchgang erlebt hatten. In den letzten Jahren konnte diese sequenzielle Modulation auch für andere Kongruenzeffekte nachgewiesen werden. Andere Autoren postulierten auf der Grundlage einer Untersuchung zum Simon-Effekt einen Prozess der Konfliktregulation, denn die sequenzielle Modulation lässt sich auch durch Prozesse der Konfliktregulation erklären. Es geht daraus hervor, dass die Konfliktregulation nach kongruenten Durchgängen einer Simon-Aufgabe nicht tätig wird, während sie nach inkongruenten Durchgängen einer Aufgabe die Reaktionsaktivierung durch die irrelevante Reizposition vorübergehend unterdrückt (vgl. Wühr & Kunde, 2008, S. 207-216).

Literatur

Wühr, P. & Kunde, W. (2009). Die kognitive Regulation von Handlungskonflikten. Psychologische Rundschau, 59 (4), 207-216.