Internetabhängigkeit

Internetabhängigkeit ist nur von der „Substanz“ her ein neuartiges Syndrom, allerdings passt es sich nahtlos in den Kanon bekannter psychischer Störungen ein, denn diese neuartige Form substanzungebundener Abhängigkeit hat zahlreiche phänomenologische Parallelen zu Suchterkrankungen. Betroffen sind nach Ansicht von Bert te Wildt vor allem junge Männer in der Adoleszenz, die beim Übergang in ein selbstbestimmtes Erwachsenenleben schulisch, beruflich oder privat scheitern und sich gekränkt, selbstunsicher und depressiv in virtuelle Parallelwelten zurückziehen, um dort die Helden zu spielen, die sie in der konkreten Welt nicht sein können. Offensichtlich Psychopathologien verlagern sich auf diese Weise bei vielen psychisch Erkrankten die Symptome auf eine virtuelle Ebene und entfalten dort eine Eigendynamik.