Das Böse

Auf die bösen Menschen ist Verlass, die ändern sich nicht.
William Faulkner

Das Böse ist eine moralisch-philosophische Dimension und innerhalb der Psychologie nicht zu fassen, da diese neutral an Phänomene wie Gewalt oder Aggression herangeht. Der Begriff des Bösen ist daher nach Reinhard Haller auch nur schwer zu definieren und auch nur unzureichend zu erklären. Möglich wäre folgende Definition: „Das Böse kann als jener Handlungsteil verstanden werden, der mit freiem Willen unter Umgehung des ,Moralinstinkts’ durchgeführt wird und sich in aggressiver Weise gegen die körperliche, psychische oder soziale Integrität anderer richtet.“ Allerdings gibt es keinen Maßstab, eine böse Tat mit einer anderen zu vergleichen oder objektiv messen, denn jeder Mensch beurteilt das Böse anders, schließlich gibt es nach Meinung mancher einen präventiven, einen gerechten und sogar einen heiligen Krieg.

Das böse Lachen, das man oft in Filmen findet, ist nicht irgendein Lachen, sondern ein lautes, spontanes, herzhaftes Lachen, bei dem der gesamte Körper zu beben beginnt. Bösewichte stellen in Filmen auf diese Weise klar, dass es kein anderes Motiv für ihre Taten gibt außer der puren Freude am Bösen. Sie wollen zeigen, dass für sie das Böse etwas ist, das sie wirklich motiviert, das ihnen Freude bereitet, und somit für sie ein starkes Zeichen für positive Emotionen bildet. Die irritierende Wirkung dieses Lachens kommt daher, dass bei Menschen Lachen normalerweise die genau gegenteilige Funktion ausübt und Beziehungen zwischen Menschen in der Regel stärkt. In der Fiktion wie im echten Leben steht Lachen für das Positive, d. h., dafür, dass jemand Dinge tut, die normalerweise gut sind für den anderen oder die Gruppe (Kjeldgaard-Christiansen, 2018).


Die Rechtspsychologin Julia Shaw empfiehlt übrigens, das Wort „böse“ als Beurteilung einfach nicht mehr zu verwenden, denn das funktioniert problemlos, auch wenn es in Zeiten wie diesen, in denen sich die Welt mit großen Schritten verändert, leichter wäre, sich dadurch abzugrenzen gegenüber dem, was Angst macht und was bedrohlich ist.

Literatur

Kjeldgaard-Christiansen, Jens (2018). Social Signals and Antisocial Essences: The Function of Evil Laughter in Popular Culture. The Journal of Popular Culture, 51, 1214-1233.