Meditation aus psychologischer Sicht

Meditation steht als Sammelname für unterschiedliche Techniken, die Bestandteile in allen Weltreligionen waren und sind, insbesondere im Buddhismus und Hinduismus. Viele Menschen berichten von positiven Effekten auf ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden, viele wissen jedoch nicht, was man genau dabei macht, welche Meditationsformen es überhaupt gibt und was Meditation bewirken kann und was nicht. Peter Sedlmeier zeigt in seinem Buch “Die Kraft der Meditation”, in das auch Erfahrungen aus seiner eigenen Meditationspraxis eingeflossen sind, welche Nebenwirkungen und Risiken des Meditierens zu beachten sind und gibt zudem Anregungen für Menschen, die mit Meditation beginnen möchten. Er betont, dass Meditieren besser mit einem Lehrer und in einer Gruppe gelingt, und motiviert, eigene Erfahrungen zu sammeln und das Meditieren einfach einmal auszuprobieren.

In fünf Kapiteln beschreibt Sedlmeier allgemeinverständlich und mit Beispielen illustriert, was Meditation ist, was sie bewirkt, warum und wie sie wirkt, welche Nebenwirkungen und Risiken beim Meditieren zu beachten. Den Abschluss bilden praktische Anregungen, wie man mit Meditation beginnen sollte.

Negative Seiten der Meditation

Zahlreiche Forschungen haben sich bisher auf die Vorteile der Meditation für Gesundheit und Wohlbefinden konzentriert, doch kann es im Rahmen der Meditationspraxis zu psychisch unangenehmen Erfahrungen kommen. Schlosser et al. (2019) haben die Prävalenz unangenehmer meditationsbezogener Erfahrungen bei regelmäßig Meditierenden untersucht und den Zusammenhang solcher Erfahrungen mit demographischen Merkmalen, Meditationspraxis, negativem Denken, Achtsamkeit und Selbstmitgefühl untersucht. Etwa ein Viertel der Befragten berichteten von besonders unangenehmen meditationsbezogenen Erfahrungen, die ihrer Meinung nach durch ihre Meditationspraxis verursacht worden sein könnten, wobei unangenehme meditationsbezogene Erfahrungen bei weiblichen ProbandInnen und religiösen TeilnehmerInnen seltener waren. Meditierende mit einem höheren Grad an negativem Denken, diejenigen, die sich vorwiegend mit dekonstruktiven bzw. analytisch Meditationsarten beschäftigten, und diejenigen, die einmal an einem Meditationsretreat (längere Meditations-Praxis etwa über ein Wochenende) teilgenommen hatten, berichteten eher über unangenehme meditationsbezogene Erfahrungen.

Literatur

Schlosser, M., Sparby, T., Vörös, S., Jones, R. & Marchant, N. L. (2019). Unpleasant meditation-related experiences in regular meditators: Prevalance, predictors and conceptual considerations. PLoS ONE, doi:10.1371/journal.pone.0216643.