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Macht durch Charisma – Geistlicher Missbrauch in Geistlichen Gemeinschaften

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    Das Buch von Judith Könemann und Bernhard Frings beleuchtet das im deutschsprachigen Raum bisher stark vernachlässigte Thema des spirituellen und geistlichen Missbrauchs. Basierend auf einer umfassenden, unabhängig durchgeführten Pilotstudie der Universität Münster untersucht das Werk am konkreten Beispiel der ‚Christusgemeinschaft‘ (Bistum Osnabrück) und der aufgelösten Gemeinschaft ‚Totus Tuus Neuevangelisierung‘ (Bistum Münster), wie Machtstrukturen und charismatische Führung in Gemeinschaften missbraucht werden können.

    Im Zentrum der Untersuchung stehen 117 Leitfadendefinitionen, Betroffeneninterviews sowie umfangreiches Aktenmaterial aus Bistumsarchiven. Die Autorinnen und Autoren arbeiten heraus, wie geistlicher Missbrauch als eigenständige Form des Machtmissbrauchs funktioniert: Durch die Instrumentalisierung theologischer Begriffe wie Gehorsam, Hingabe oder Demut erlangen Leitungsfiguren Kontrolle über das Gewissen und das Innerste ihrer Mitglieder. Neben den konkreten Manipulations- und Kontrollmechanismen – wie Druck, Indoktrination und Liebesentzug – analysiert das Werk auch kritisch das jahrelange Wegsehen und Bagatellisieren seitens der verantwortlichen Bistumsleitungen.

    Das Buch richtet sich an alle, die sich fundiert mit den systemischen Bedingungen, psychologischen Folgen und theologischen Legitimationsmustern von spirituellem Missbrauch auseinandersetzen möchten, und liefert wertvolle Impulse für eine wirksame Präventionsarbeit in Kirche und Gesellschaft.

    Literatur

    Judith Könemann, Bernhard Frings: Macht durch Charisma. Geistlicher Missbrauch in Geistlichen Gemeinschaften. Münster 2026, doi:10.17438/25270 (auch online frei verfügbar).


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