Mit zunehmendem Alter entscheidet weniger die Zahl der geschlafenen Stunden über die geistige Frische am Tag, sondern die Qualität des Schlafs. Eine umfangreiche Studie zeigte: Wer nachts häufig aufwacht, hat am nächsten Tag spürbare Einbußen in Aufmerksamkeit, Reaktionsgeschwindigkeit und Gedächtnisleistung – selbst dann, wenn die Gesamtzeit im Bett lang genug war. Untersucht wurden über 260 Menschen ab 70 Jahren, deren Schlaf und geistige Leistungsfähigkeit über mehr als zwei Wochen hinweg aufgezeichnet wurden.
Das Ergebnis: Schon zusätzliche 30 Minuten nächtliches Wachliegen reichten aus, um die kognitive Leistungsfähigkeit zu mindern. Besonders deutlich zeigte sich der Effekt, wenn einzelne Nächte unruhiger als gewöhnlich verliefen – die Reaktionszeit verzögerte sich dabei um rund 200 Millisekunden. Diese Störungen wirken, weil ruhiger Schlaf dem Gehirn hilft, Erlebnisse zu verarbeiten und Stoffwechselprozesse zu regulieren; Unterbrechungen hingegen stören diese Abläufe empfindlich.
Da der Schlaf im Alter ohnehin leichter wird, fällt jede Störung stärker ins Gewicht. Weder längeres Liegen noch Nickerchen am Tag gleichen diesen Mangel aus. Entscheidend ist vielmehr eine ruhige, regelmäßige Nacht: feste Schlafzeiten, eine dunkle und leise Umgebung sowie der Verzicht auf Bildschirmlicht am Abend fördern die Erholung weit besser als das bloße Sammeln von Stunden.
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