Gemüse und Obst schützen vor geistigem Verfall

Auch wenn immer wieder behauptet wird, Gemüse und Obst könnten vor geistigem Abbau schützen, nachgewiesen ist dieser Zusammenhang aber noch nicht. Bisherige Studien zum Zusammenhang von gesunder Ernährung und der Funktion des Gehirns wiesen meist die Schwäche auf, dass sie entweder nur geringe Teilnehmerzahlen aufwiesen oder sich über einen relativ kurzen Zeitraum erstreckten. Zudem ist es häufig schwierig, die verschiedenen Lebensstilfaktoren voneinander zu unterscheiden.

In einer Studie von Yuan et al. (2019) wurden die Angaben von knapp 28000 Männern der Health Professionals Follow-up Study ausgewertet, wobei die Teilnehmer zwischen 1986 und 2002 mehrfach einen umfassenden Ernährungsfragebogen ausgefüllt hatten, in dem sie für 130 Nahrungsmittel angaben, wie häufig sie diese jeweils konsumierten. Zusätzlich wurden auch die Einschätzungen der kognitiven Fähigkeiten erhoben. Die Auswertung der Studie ergab, dass diejenigen Probanden, die von Problemen mit ihrem Gedächtnis berichteten, über lange Zeit deutlich ungesünder gelebt hatten, als die anderen. Sie hatten sich weniger bewegt und häufig Raucher.

Allerdings waren sie zu Beginn der Studie auch wesentlich älter und wiesen einen erhöhten Blutdruck sowie höhere Cholesterinwerte auf und hatten häufiger einen Diabetes mellitus, sodass ein Bezug der Beschwerden zur Höhe des Obst- und Gemüsekonsums nicht direkt nachgewiesen werden konnte. Doch nachdem das anfängliche Alter sowie die Gesamtkalorienaufnahme berücksichtigt wurden, zeigte sich ein klarer Zusammenhang, denn die Teilnehmer mit dem höchsten Gemüsekonsum, wiesen dabei um 38 Prozent reduzierte Wahrscheinlichkeit für eine starke und eine um 22 Prozent reduzierte Wahrscheinlichkeit für eine moderate Beeinträchtigung der kognitiven Funktionen auf. Beim Obstkonsum waren es jeweils 21 und 12 Prozent, wobei sich als besonders förderlich für die Gehirnfunktionen sich unter anderem Blattgemüse, Tomaten, Beeren und Obstsäfte erwiesen. Vor allem Obstsäfte wie Orangensaft schienen allem dann protektiv zu wirken, wenn sie in höherem Alter stark konsumiert wurden, sodass man vermutet, dass die Karotinoide in den Säften vor allem das alternde Hirn schützen.

Literatur

Yuan, C., Fondell, E., Bhushan, A., Ascherio, A., Okereke, O. I., Grodstein, F., Willett, W. C. (2019). Long-term intake of vegetables and fruits and subjective cognitive function in US men. Neurology, doi: 10.1212/WNL.0000000000006684.
https://www.gesundheitsstadt-berlin.de/ welche-ernaehrung-schuetzt-das-gehirn-12975/ (19-01-16)