Psychische Resilienz beschreibt die Fähigkeit, auch unter anhaltendem Stress und belastenden Lebensumständen seelisch stabil zu bleiben. Sie gilt als ein zentraler Schutzfaktor gegenüber stressbedingten Erkrankungen wie Erschöpfung, Schlafstörungen oder Depressionen und ist damit sowohl individuell als auch gesellschaftlich von großer Bedeutung. Aktuelle psychologische Forschung geht davon aus, dass Resilienz keine feste Eigenschaft ist, sondern durch gezielte Interventionen systematisch aufgebaut und gestärkt werden kann.
Digitale Resilienztrainings stellen hierbei einen besonders niedrigschwelligen Ansatz dar, um berufstätige Menschen präventiv zu unterstützen. Solche Programme sind häufig modular aufgebaut und kombinieren psychoedukative Inhalte mit praktischen Übungen zur Selbstreflexion und Verhaltensänderung. Im Zentrum stehen dabei mehrere psychische Ressourcen, die als wesentlich für Widerstandskraft gelten. Dazu zählen insbesondere das Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit, eine optimistische Grundhaltung gegenüber zukünftigen Herausforderungen, ein mitfühlender Umgang mit sich selbst sowie die bewusste Pflege sozialer Beziehungen. Durch regelmäßige, zeitlich überschaubare Einheiten lernen Teilnehmende, belastende Gedankenmuster zu erkennen, konstruktiver mit Fehlern und Rückschlägen umzugehen und positive Erfahrungen im Alltag bewusster wahrzunehmen.
Begleitende digitale Anwendungen können diesen Prozess unterstützen, indem sie dazu anregen, persönliche Erfolgserlebnisse oder sogenannte Kraftmomente festzuhalten. Auf diese Weise wird der Fokus gezielt auf vorhandene Ressourcen und bewältigte Herausforderungen gelenkt, was langfristig zu einer stabileren Selbstwahrnehmung beitragen kann. Die Wirksamkeit solcher Trainings wird häufig mithilfe standardisierter Fragebögen zum wahrgenommenen Stress, zur Resilienz und zu weiteren Aspekten psychischer Gesundheit überprüft.
Empirische Befunde aus kontrollierten Studien zeigen, dass Teilnehmende digitaler Resilienzinterventionen im Vergleich zu Personen ohne Training ein geringeres Stresserleben und eine erhöhte psychische Widerstandskraft berichten. Diese Effekte können über mehrere Monate hinweg bestehen bleiben, was auf eine nachhaltige Wirkung hinweist. Besonders bedeutsam scheinen dabei zwei Faktoren zu sein: eine optimistischere Bewertung zukünftiger Anforderungen und die Entwicklung von Selbstmitgefühl. Beide tragen wesentlich dazu bei, Belastungen nicht als überwältigend, sondern als bewältigbar zu erleben.
Insgesamt deuten die Forschungsergebnisse darauf hin, dass theoriegeleitete, digital umgesetzte Resilienztrainings einen wirksamen Beitrag zur universellen Prävention psychischer Belastungen leisten können. Sie bieten eine praktikable Möglichkeit, Stressfolgen im Berufsleben zu reduzieren und langfristig die psychische Gesundheit zu fördern.
Literatur
Behrendt, D. (2019). Wirksamkeitsstudie eines kombinierten Online- und App-gestützten Resilienztrainings für Berufstätige in der universellen Prävention (DRKS00017605). Deutsches Register Klinischer Studien.
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