Bewerbungtipps: Vorstellungsgespräch

Wenn Du zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wirst, sollst Du darauf so gut wie möglich vorbereitet sein.

1. Informiere Dich über das Unternehmen

Hier gibt es z.B. die Möglichkeiten, sich die Web-Seite des Unternehmens (wenn vorhanden) anzusehen oder sich Informationsmaterial zuschicken zu lassen.

2. Stelle Fragen über das Unternehmen zusammen, die Du während des Bewerbungsgesprächs stellen willst.

Damit zeigst Du Interesse und hast weiters die Möglichkeit, das Gespräch aktiv mitzugestalten! Du sollst jedoch keine grundsätzlichen Fragen stellen, denn das würde zeigen, dass Du Dich nicht über das Unternehmen informiert hast.

3. Bereite Dich auf Fragen vor, die Dir gestellt werden könnten:

– Erzähle etwas über Dich!
– Warum haben Sie sich bei uns beworben?
– Warum wollen Sie Ihre derzeitige Firma verlassen?
– Warum wollen Sie Ihren Arbeitsplatz wechseln?
– Sagen Sie mir drei Gründe warum wir Sie nehmen sollen!
– Sagen Sie mir drei Gründe warum wir Sie nicht nehmen sollen!
– Sagen Sie mir drei Ihrer Stärken!
– Sagen Sie mir drei Ihrer Schwächen!
– Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
– Was würden Sie gerne verdienen?
– Was wissen Sie über uns?

4. Nehme Dir Zeit für das Gespräch!

Es sollte Dir auf keinen Fall passieren, das Vorstellungsgespräch beenden zu müssen, weil Du noch einen anderen dringenden Termin hast!

5. Achte auf eine offene und aufrechte Körperhaltung!


Bei zwischenmenschlichen Erstgesprächen wie etwa einem Vorstellungsgespräch wird oft auf die Interessen und Erwartungen der Zielpersonen eingegangen, um einen guten Eindruck zu machen und ein positives Ergebnis wie die angebotene Stelle zu erhalten. Eine naheliegende Strategie für ein Vorstellungsgespräch besteht also darin, die Wünsche der Interviewer zu antizipieren und den eigenen Auftritt entsprechend anzulegen. Gino et al. (2020) haben gezeigt, dass diese Strategie kontraproduktiv sein könnte und einen nicht so positiven Eindruck hinterlässt. In Experimenten fand man hingegen Hinweise, dass es nicht immer günstig ist, den Auftritt an gefühlten Erwartungen auszurichten. In einem Fast-Pitch-Wettbewerb sollten Jungunternehmer ihre Projekte an drei Investoren zu verkaufen, was einen hohen Druck für die Teilnehmer bedeutet, denn die Konkurrenz ist groß alle anderen kommen mit den gleichen Hoffnungen und ebenfalls potenziell guten Ideen. Es zeigte sich dabei, dass Unternehmer mit höherer Wahrscheinlichkeit erfolgreich waren, wenn sie einfach ihr Ding durchzogen und nicht versuchten, ihren Auftritt an die vermeintlichen Erwartungen der Investoren anzupassen. Wer also authentisch aufgetreten war, hatte daher eher Erfolg. Offenbar verstärkt die Verstellung Angstgefühle in einem selbst, denn wenn man sich bemüht, Erwartungen anderer zu erfüllen, ist man dabei eher unsicher, denn man weiß nie genau, was das Gegenüber in einem Vorstellungsgespräch von einem hören möchte. Aus anderen Studien ist bekannt, dass Angstgefühle und Stress verstärkt werden, wenn Menschen sich verstellen. Allerdings ist auch die Orientierung am wahren oder authentischen Selbst an sich ebenfalls problematisch, denn diese Vorstellungen beziehen sich häufig auf ein Idealbild und weniger darauf, was einen Menschen tatsächlich ausmacht. Die Idee eines authentischen Selbst sagt also oft mehr darüber aus, wie man sein möchte und weniger, wie man tatsächlich ist. Diesen Widerspruch gilt es daher in einem Vorstellungsgespräch zu lösen.

Literatur

Gino, F., Sezer, O. & Huang, L. (2020). To be or not to be your authentic self? Catering to others’ expectations and interests hinders performance. Organizational Behavior and Human Decision Processes, doi:10.1016/j.obhdp.2020.01.003.