Auf sozialen Plattformen wie TikTok und Instagram berichten immer mehr Menschen über ADHS, schildern Konzentrationsprobleme, Impulsivität und persönliche Diagnosen. Dadurch entsteht leicht der Eindruck, die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung nehme rasant zu und werde zu einem Internettrend. ADHS ist jedoch keine neue Erscheinung: Die Diagnose existiert seit den 1980er-Jahren, beginnt meist im Kindesalter und betrifft in Deutschland rund fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen, wobei Symptome bei vielen auch im Erwachsenenalter fortbestehen. Die Ursachen gelten als vielschichtig und liegen in einem Zusammenspiel genetischer und umweltbedingter Faktoren. Aktuelle internationale Übersichtsarbeiten zeigen, dass die tatsächliche Häufigkeit von ADHS weltweit in den vergangenen Jahren weitgehend stabil geblieben ist. Gleichzeitig ist jedoch die Zahl der Diagnosen, insbesondere bei Erwachsenen, deutlich gestiegen. Dies lässt sich vor allem durch eine größere öffentliche Aufmerksamkeit, veränderte Diagnosekriterien, neue Abrechnungscodes und eine höhere Sensibilisierung von Fachpersonal erklären, nicht zuletzt verstärkt durch die Corona-Pandemie. Der scheinbare Widerspruch löst sich somit auf: Nicht unbedingt mehr Menschen entwickeln ADHS, sondern die Störung wird heute häufiger erkannt, benannt und öffentlich thematisiert – was den Eindruck eines starken Anstiegs entstehen lässt.
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