Wish, Outcome, Obstacle, Plan – WOOP

Studien haben gezeigt, dass positives Denken alleine den Menschen nicht so viel weiterhilft, wie sie vielleicht manchmal glauben. Zwar kann man sich mit positivem Denken auch in schwierigen Situationen ein Gefühl der Zufriedenheit verschaffen und so in ausweglosen Situationen länger ausharren, durchhalten und wieder Hoffnung schöpfen, doch mit positiven Träumen und Wünschen allein kann man aber viele Situationen nicht bewältigen, in denen Handeln gefragt ist, um ein herausforderndes Ziel zuerreichen. Mit positivem Denken allerin wird man in der Regel nicht die notwendige Energie aufbringen können, um dann auftauchende Hindernisse aus dem Weg zu räumen.

Psychologen haben dajer im Rahmen der positiven Psychologie einen vierstufigen Ansatz entwickelt, mit denen man seine Ziele erreichen kann: Wish, Outcome, Obstacle, Plan – WOOP. Diese Methode ist an Menschen in Gesundheitsberufen, Schülern und Studenten getestet worden und stößt demnach Prozesse an, zu denen man direkt keinen bewussten Zugang hat, die aber das Verhalten verändern. Das Erfolgsgeheimnis dieser Motivationsstrategie ist das mental contrasting, also das Vorstellen der Hindernisse auf dem Weg zu seinem Ziel, denn das liefert die notwendige Energie. Dazu sucht man sich einen Ort, an dem man ungestört ist und schließt die Augen. Dann überlegt man sich seinen Wunsch, der erreichbar oder realistisch erscheint. Danach malt man sich ein paar Minuten lang aus, was passieren würde, wenn dieser Wunsch in Erfüllung ginge. Dabei lässt man diese Bilder frei und ungehindert an seinem inneren Auge vorüberziehen. Dann verändert man dieses geistige Szenario und stellt sich jetzt das größte Hindernis vor, das bei der Erreichung dieses Ziels im Weg steht, und stellt sich dieses Hindernis ebenfalls einige Zeit lang vor. Im nächsten Schritt, dem Plan, schließlich sucht man die wirksamen Maßnahmen, die Hindernisse zu bewältigen, um sein Ziel zu erreichen. Diese Methode hilft auch dabei, bei seinen Wünschen zu unterscheiden, was man wirklich will, wo man sich tatsächlich mit aller Energie engagieren möchte, und wo man sich besser zurückzieht und keine Energie darauf verschwendet.

Literatur
Duckworth, A. L., Kirby, T. A., Gollwitzer, A., & Oettingen, G. (2013). From fantasy to action: mental contrasting with implementation intentions (MCII) improves academic performance in children. Social Psychological and Personality Science, 4(6), 745-753.
Gollwitzer, A., Oettingen, G., Kirby, T., Duckworth, A., & Mayer, D. (2011). Mental contrasting facilitates academic performance in school children. Motivation and Emotion, 35, 403-412.
Oettingen, G. (2014). Rethinking positive thinking: inside the new science of motivation. New York: Penguin Random House.