Wie aus Männern Väter werden

In einem Interview für die WELT ONLINE berichtet die Neurobiologin Louann Brizendine (University of California, San Francisco) davon, wie aus dem Gehirn eines Mannes das eines Vaters wird, bei dem bereits während der Schwangerschaft der Partnerin sich der Testosteronspiegel eines Mannes deutlich verringert. Gleichzeitig erhöht sich bei ihm um 30 Prozent die Konzentration des weiblichen Hormons Prolactin, das bei Frauen für die Produktion der Muttermilch verantwortlich ist. Bei der Geburt des Kindes ist der Mann dann aus hormoneller Sicht bereit, die Vaterrolle zu übernehmen. Gehirnscans zeigen, dass sich auch etwas im Hirn von Männern während der Schwangerschaft der Partnerin verändert. Dies hat unter anderem zur Folge, dass Väter das Schreien von Babys viel besser selektiv wahrnehmen können. Väter sind in der Lage, mit ihren Babys außerordentlich gut zu kommunizieren, doch nur solange sie mit dem Kind alleine sind, denn bei Anwesenheit der Mutter verändert sich die Kommunikation zwischen Vater und Kind sofort.