Wandel in der Arbeitswelt

Der Wandel in der Arbeitswelt hat nicht nur Folgen auf das unmittelbare Arbeitsumfeld, sondern wirkt sich auch auf die gesamte Gesellschaft aus.

  • Durch zunehmende Globalisierung wird von MitarbeiterInnen immer höhere Bereitschaft zur Mobilität erwartet. Dies fordert ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit und Veränderungsbereitschaft sowohl für den/die MitarbeiterIn als auch für seine/ihre Familie.
  • Mobilität hat auch zur Folge, dass immer mehr Menschen unterschiedlicher Herkunft aufeinander treffen. Unterschiedliche Kulturen bieten einerseits Chancen anderseits aber auch Konfliktpotentiale. In Unternehmen versucht man durch Diversity Management die Vielfalt an Kulturen zu organisieren und als Mehrwert zu nutzen.
  • Das Projektmanagement ist ein weiterer Trend der sich im 21. Jahrhundert abzeichnet. Aufgrund kürzer werdender Planungs- und Durchführungszyklen von Arbeitsaufträgen greifen immer mehr Unternehmen auf diese Abwicklungsform zurück. Es ist kurzfristiger und flexibler, jedoch setzt es höhere Kommunikation und eine gute Anpassungsfähigkeit an neue Umgebungen voraus. Aus psychologischer Sicht kann sich diese rasch ändernde Zugehörigkeit positiv als Chance aber auch negativ als Unsicherheit auswirken. Jede Veränderungsphase braucht auch eine konstante, stabile Ausgleichsphase, andernfalls kann  ein zu schneller Wandel  zu einem psychischen Erschöpfungszustand oder zu familiären Konflikten führen.
  • Die Änderungen der Arbeitswelt fordern unter anderem auch neue Karrieremodelle, da ein verspäteter Berufseinstieg durch längere Ausbildung den Zeitraum für Karriere und Familiengründung drastisch verkürzt.
  • Unternehmen bevorzugen aufgrund der höheren Flexibilität bzw. geringeren Verbindlichkeit Arbeitsverhältnisse in Form von freier Mitarbeit oder Leasing. Die teilweise fehlende Verbindlichkeit zwischen Unternehmen und MitarbeiterIn und  vor allem eine unterschiedliche Behandlung von MitarbeiterInnen  (zB arbeitsrechtlicher Schutz) haben Unsicherheit und im weiteren Sinne auch Destabilisierung des sozialen Zusammenhalts der Gesellschaft zur Folge.
  • Darüber hinaus geben diese unverbindlichen, sich ständig ändernden Arbeitsverhältnisse sozialen Netzwerken einen neuen Stellenwert. Jeder Kontakt wird zunehmend aus ökonomischer bzw. geschäftlicher Perspektive betrachtet und auch gepflegt.
  • Eine andere Form der Einbindung von MitarbeiterInnen in das Unternehmen ist einerseits die Mitarbeiter(kapital)beteiligung und andererseits die Aufforderung vom Unternehmen an MitarbeitInnen zu mehr Selbstverantwortung und Entscheidungsbeteiligung, um somit die unternehmerische Einstellung zu fördern. Das Verschwimmen der Trennlinie zwischen Arbeitgeber und –nehmer kann jedoch Probleme hinsichtlich vermischter Kompetenzen und doppelter Verantwortung hervorrufen.
  • Neue Technologien, wie beispielsweise Handy und Internet, ermöglichen neue flexible Arbeitszeitmodelle. MitarbeiterInnen können jederzeit und überall arbeiten, was die Grenze zwischen Arbeits- und Freizeit verschwimmen lässt. MitarbeiterInnen werden dadurch aufgefordert das Arbeits- und Privatleben selbst auszugleichen (Work-Life-Balance).
    (vgl. Kabas 2007, 255ff).

Siehe hierzu auch Veränderungen in der Arbeitswelt und die Folgen

Literatur
Kabas, Ch. (2007). Schöne neue Arbeitswelt – Veränderungen und zukünftige Entwicklungen in der Arbeitswelt und damit verbundene gesellschaftliche Folgen. Psychologie in Österreich, 27, 252 – 259.
Download des Artikels von Christoph Kabas: Schöne neue Arbeitswelt als pdf-Datei!