Verhaltenstherapie bei Trauerreaktion und Depression

Nach einem schweren Verlust ist Trauer eine gesunde Verarbeitungsform, die allmählich  sie abklingt, doch in Ausnahmefällen kann sie sich verstärken, komplizieren und Depressionen auslösen. Häufig treten dabei starke Impulse mit Wut, Angst und Schulderleben auf; innere Leere und Depression können folgen. Bestand eine Depression bereits vor dem Trauerereignis, sollte sie zunächst behandelt werden; im anderen Fall müsste die Trauerarbeit in den Vordergrund einer Verhaltenstherapie treten. Immer wieder kommt es in solchen Fällen zu einer Aufschaukelung der Trauer zu einem pathologischen Prozess, wobei häufig dysfunktionale Kognitionen (z.B. ‚Ich kann die Trauer nicht aushalten, ich werde verrückt‘), dysfunktionale Annahmen über die angemessene Form des Trauerns (’nur wenn ich richtig trauere, habe ich den Verstorbenen wirklich geliebt‘) sowie schuldinduzierende Kognitionen. vorhanden sind, aus denen intensive aversive Emotionen wie Angst, Ärger oder Schuldgefühle folgen und durch die Verleugnung des Verlustes, Vermeidungsverhalten, Intrusionen, eine affektive Destabilisierung auftreten können. Auf diese Weise hat sich ein Teufelskreis entwickelt, der die Trauer aufrechterhält und die Anpassung an die Realität erschwert. Für die Therapiegibt es dabei vier grundsätzliche Möglichkeiten: edukative und klärungsorientierte Verfahren, bewältigungsorientierte Verfahren (Konfrontation),Ressourcenaktivierung und Problemaktualisierung. Diese trauerspezifischen Interventionen (insbesondere konfrontative Verfahren) sind umso effektiver, je komplizierter die Trauerreaktion ist. Im Gegensatz dazu lässt sich eine normale Trauerreaktion kaum beeinflussen, hier sind therapeutische Interventionen zumeist kontraindiziert.