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Ursachen für Depressionen

Es werden zahlreiche psychologische Faktoren mit Depressionen in Verbindung gebracht, wie privater oder beruflicher Stress, Einsamkeit oder Schicksalsschläge, belastende Ereignisse wie eine Scheidung, der Tod eines Angehörigen, schwere Krankheiten oder der Verlust des Arbeitsplatzes. Manche Depressionen entstehen jedoch ohne erkennbaren Auslöser, ohne dass sich in der Vergangenheit oder Gegenwart deutliche Stressfaktoren finden, sodass die depressive  Stimmung für die Betroffenen selbst und ihre Angehörigen unerklärlich bleibt.  Gehen die Symptome auf schwerwiegende Ereignisse wie einen Unfall, eine bedrohliche Erkrankung, eine Katastrophe oder ein Verbrechen zurück, bezeichnet man sie meist als posttraumatische Belastungsstörung.

Steht die unbewältigte Verarbeitung von schweren Belastungen im Vordergrund, spricht man statt von einer Depression eher von einer Anpassungsstörung.

Extrem belastende Ereignisse in der Kindheit werden manchmal für die Entstehung einer späteren Depression verantwortlich gemacht.

Studien mit eineiigen Zwillingen zeigen, dass bei vielen Depressionsformen ein ausgeprägter Erbfaktor besteht.

Oft bestehen auch hormonelle Einflüsse, da etwa in den Tagen vor der Regelblutung, nach der Geburt und  im Klimakterium gehäuft Depressionen auftreten.

Auch manche Medikamente  wie bestimmte  Blutdruck- mittel oder Kortikosteroide können als Nebenwirkung eine Depression auslösen. Da manche Medikamente Depressionen behandeln können, die die Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin beeinflussen, wird angenommen, dass bei einer Depression Störungen im Gehirnstoffwechsel vorliegen und Nervenimpulse nicht korrekt weitergeleitet  und verarbeitet werden.

Männer leiden bekanntlich in höherem Alter, wenn die Ausschüttung des Geschlechtshormons Testosteron abnimmt, häufiger an Depressionen und einige Studien konnten bereits einen positiven Effekt einer Testosterongabe auf die Stimmung der Betroffenen nachweisen. Es konnte in einer Studie (Lanzenberger et al., 2013) gezeigt werden, dass Testosteron die Anzahl von Serotonintransportern im menschlichen Gehirn erhöht. Diese Proteine regeln die Konzentration von Serotonin und sind auch der Zielort von Antidepressiva. Mithilfe eines Bildgebungsverfahrens konnte man nachweisen, dass der Serotonintransporter im Gehirn bereits nach vierwöchiger Hormontherapie mit Testosteron signifikant erhöht ist und bei fortlaufender Therapie weiter ansteigt. Ferner konnte ein enger Zusammenhang zwischen Testosteron im Blut und der Serotonintransporterdichte nachgewiesen werden. Die Studie hat gezeigt, dass Testosteron die möglichen Bindungsstellen für Antidepressiva im Gehirn erhöht und damit wesentliche Einblicke in die Wirkung von Geschlechtshormonen auf das menschliche Gehirn und Geschlechtsunterschiede bei psychiatrischen Erkrankungen erlaubt.

Literatur

Lanzenberger, R., Baldinger, P., Hahn, A., Ungersboeck, J., Mitterhauser, M., Winkler, D., Micskei, Z., Stein, P., Karanikas, G., Wadsak, W., Kasper, S. & Frey, R. (2013). Global decrease of serotonin-1A receptor binding after electroconvulsive therapy in major depression measured by PET. Molecular Psychiatry, 18, 93-100.


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