Unterrichtstheorien in Forschung und Lehre

Wenn in der Öffentlichkeit über Unterricht gesprochen wird, werden in der Regel Erwartungen geäußert. Was sich im Klassenzimmer tatsächlich ereignet, scheint nur selten den Wünschen zu entsprechen, die mit der pädagogischen Form „Unterricht“ verknüpft werden. Nicht nur in der Öffentlichkeit fehlen realistische Vorstellungen über das Unterrichtsgeschehen und seine Leistungsfähigkeit. Auch die Schul- und Unterrichtsforschung in ihren unterschiedlichen Spielarten ist bislang durch ein auffälliges Theoriedefizit gekennzeichnet. Es mangelt an tragfähigen Grundbegriffen, Konzepten und Modellen. Diese Lücke versucht der vorliegende Band zu schließen. Präsentiert und diskutiert werden in übersichtlicher Form gegenwärtig zentrale Theorieangebote aus pädagogisch-didaktischer, soziologischer und psychologischer Sicht. Sie stellen der Schulpädagogik und der Lehrerbildung Beschreibungen bereit, die nicht primär Alltagsüberzeugungen, Motivierungsnotwendigkeiten und Erfolgserwartungen bedienen, sondern die sozialen Voraussetzungen des Unterrichts aufzuklären suchen, vor denen dann pädagogische Ansprüche diskutiert und auf ihre Realisierbarkeit untersucht werden können.