Unsinnige Aussagen zum Intelligenzquotienten

Leider findet man auch in durchaus seriösen Zeitschriften Berichte wie den folgenden:

„Man kann seine geistige Leistungsfähigkeit nicht nur fit halten, sondern sogar spürbar steigern“, sagt X.Y.  (Name aus verständlichen Gründen entfernt), Psychologe. Grundsätzlich lasse sich das Gehirn wie ein Muskel ertüchtigen. In wenigen Wochen könne der Intelligenzquotient so um 15 Punkte oder sogar mehr steigen. Für dauerhaften Erfolg müsse man allerdings am Ball bleiben, sagt Lehrl. Denn entscheidend fürs Denken sind die Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Werden immer wieder schnell neue Informationen verarbeitet und genutzt, verdichtet sich das Gefäßsystem, neue Nerven wachsen. Das gilt nicht nur für die Jungen, sondern auch für 70-Jährige.

Die Behauptung, dass sich der Intelligenzquotient steigern ließe, ist schon per definitionem unsinnig, denn schließlich ist Intelligenz ein hypothetisches Konstruktum im Sinne einer Leistungsdisposition, die vor allem dadurch definiert ist, dass sie die – von natürlichen Schwankungen abgesehen – gerade noch erreichbare Leistungsfähigkeit eines Menschen im kognitiven Bereich definiert. Auch ist der Vergleich des Gehirns mit einem Muskel völlig unpassend, aber auch die Vorstellung dieses Experten von der Funktionsweise des Gehirns beziehungsweise der Neuronen ist eher laienhaft.

Siehe dazu Intelligenz – was ist das?