Trennung will gelernt sein

Trennen will gelernt sein, denn wenn man nicht loslässt, kann man keine neuen Beziehungen eingehen, und wenn man nicht gelernt hat, dass irgendwann etwas auch ein Ende haben darf, lässt man sich nicht wirklich auf eine Bindung ein. Trennen und die Gefühle, die damit verbunden sind, lernt man schon in der Kindheit, wobei der Familienstil das Bindungs- und Trennungsverhalten im späteren Leben beeinflusst. Deshalb ist es wichtig, das Trennen mit „kleinen Trennungen“ in dieser Zeit zu lernen, um dann später Enttäuschungen und Illusionen in einer Beziehung bewältigen zu können. Auf dem Weg zu einer Scheidung sind meist schon viele Dinge passiert, die man besprechen oder verändern hätte können, da man sich in einer Beziehung notwendigerweise verändert, man entwickelt neue Interessen und Vorlieben, man löst sich von Mustern der Eltern ab. Da ist es hilfreich im Dialog mit dem Partner, solche Veränderungen, die stets auch Trennungen sind, immer wieder zu besprechen, also eine Art Check-up zu machen, wodurch sich die Beziehung weiterentwickeln kann.

Siehe auch Imago-Therapie und Schlechtes Streiten in der Partnerschaft

Quelle: http://www.nachrichten.at/ratgeber/familie/art124,332605 (10-02-06)