Social-Media-Sucht evolutionär bedingt?

Nach Ansicht von Bruce Hood ist die Social-Media-Sucht auf die Entwicklung des Gehirns zurückzuführen, denn dass viele Menschen mehrmals täglich Facebook checken, ständig Nachrichten schreiben und Fotos online stellen, ist das Ergebnis der Entwicklung des Gehirns über viele Jahrtausende hinweg von einem Jäger- und Sammlergehirn zu einem sozialen Gehirn. Zwar sollte die größere Bandbreite unterschiedlicher Perspektiven, die Social Media mit sich bringt, Menschen eigentlich viel offener machen, doch Menschen finden sich online noch viel mehr zu Nischen-Gruppen zusammen, als sie das im realen Leben tun.

Die Reduzierung der Gehirngröße fiel in der Evolution mit jenem zusammen, als die Menschen nicht länger Jäger und Sammler waren, sondern sesshaft wurden und mit Ackerbau und Viehzucht begannen. Da sich dadurch die Menschen zu Gemeinschaften zusammenfinden und miteinander arbeiten mussten, anstatt einfach den Nachbarn die Nahrung zu rauben, wurde auch die soziale Interaktion zunehmend wichtiger.

Zu diesem Zeitpunkt begann die Menschheit auch damit, sein Wissen an zukünftige Generationen weiterzugeben, sodass es im Laufe der Entwicklung für die Menschen also auch zunehmend wichtiger wurde, Verbindungen mit anderen einzugehen. In unserer modernen Zeit befriedigen nun die sozialen Medien genau dieses Bedürfnis, mit anderen zu kommunizieren und zu interagieren.