Prokrastination, die Schattenseite der Freiheit

Prokrastinierer vereinigt Euch! Morgen!

Prokrastination ist ein Phänomen der Moderne, denn früher konnten es sich die wenigsten Menschen leisten, die Erledigung ihrer Aufgaben lange hinauszuzögern. Heute ist Prokrastination die Schattenseite der Freiheit, wobei vor allem Vertreter freier Berufe täglich gegen die Aufschieberitis kämpfen, denn es ist nicht leicht, mit Freiheit umzugehen und damit, dass eine Aufgabe nicht im Handumdrehen erledigt ist und auch das Risiko des Scheiterns in sich birgt. Man kann erst dann von krankheitswertiger Prokrastination sprechen, wenn das Aufschieben zum Problem wird und seelische oder körperliche Beeinträchtigungen mit sich bringt. Bei Prokrastination handelt es sich um eine Störung der Selbstregulation, denn die Herausforderung besteht darin, kurzfristig etwas Unangenehmes oder weniger Schönes auszuhalten, um langfristig etwas Positives oder weniger Negatives zu erreichen. Dies widerstrebt der Natur des Menschen, denn mit dem Aufschieben umgeht man diese Herausforderung und verhilft sich so zu einer kurzfristigen Belohnung. Dabei verhelfen Ersatzhandlungen wie Snacks, Blumengießen, Kaffeekochen oder ein Anruf bei einem Freund zu einem kurzfristigen Erfolg und die anstehende Großaufgabe ist damit zunächst vermieden. Unter Umständen kann das chronische Aufschieben eine Depression auslösen, denn Prokrastination führt zu Gewissensbissen, die am Selbstwertgefühl nagen und schlaflose Nächte bereiten, wozu oft Kontaktarmut kommt, was die Situation des Betroffenen noch verschärft.

Siehe dazu im Detail Motivation – Aufschieberitis.

Literatur

Sauter, A. (2017). Schieben Sie noch auf oder prokrastinieren Sie schon? Forschung Frankfurt, 1, 46-51.
WWW: http://www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de/66791126/FoFra_2017_01_Gewonnene_Zeit_Schieben_Sie_noch_auf_oder_prokrastinieren_sie_schon.pdf (17-07-12)