Phasen der Problembewältigung

Die Psychologie kennt typische Phasen der Problembewältigung, wenn jemand in eine Krise gerät und je nach Persönlichkeit, unterschiedliche Strategien, wie man solche Krisen bewältigt:.

Phase des Nicht-Wahr-Haben Wollens
Wir wehren uns gegen die Veränderung und wollen nicht wahrhaben, dass es nicht mehr so ist, wie es einmal war. „Ich bin nicht krank“ oder „Es kann gar nicht sein, dass mein Angehöriger gestorben ist“. Wir reagieren wie kleine Kinder, denen man das Eis oder Bonbon nicht kauft. Wir wollen das „Nein“ der Mutter  nicht hören und wehren uns vehement. So ist es auch bei den ersten Anzeichen einer Krise. Wir reden uns manchmal selbst gut zu, wir beschwichtigen und sagen beispielsweise: „Ach, was, es kann gar nicht sein, dass meine Frau mich betrügt.“  „Ich werde schon keine so großen finanziellen Verluste haben.“

Phase der hereinbrechenden Gefühle
Wir fühlen uns hoffnungslos und machtlos und hadern mit unserem Schicksal, wir fühlen und ungerecht behandelt. Ängste, Unsicherheit, Wut, Schuldgefühle und Selbstzweifel bestimmen unser Denken. „Warum ausgerechnet ich?“ „Was habe ich getan, dass mir dieses Schicksal widerfährt?“ Wir werden von Emotionen wie Wut, Angst und Schuldgefühlen überwältigt und fühlen uns machtlos und hoffnungslos. „Warum ausgerechnet ich?“ „Was habe ich falsch gemacht?“ „Womit habe ich es verdient, dass es mir jetzt so schlecht geht?“

Phase der Neuorientierung
Irgendwann ist klar, dass wir nicht weiterkommen, wenn wir uns in eine Ecke zurückziehen und ständig jammern. Wir fangen an, uns Möglichkeiten zu überlegen, in welche Richtung wir weitergehen möchten. Lösungsmöglichkeiten und Auswege zeichnen sich so langsam ab. „Vielleicht könnte ich…“ Wir gehen in Gedanken verschiedene Lösungswege aus und erkennen allmählich, dass uns eine Krise nicht zwangsläufig lähmen muss, sondern dass es doch Auswege gibt. Gedanken wie „Vielleicht könnte ich…“ oder „Daran habe ich ja noch gar nicht gedacht“ motivieren uns zum Handeln. Es werden neue Entscheidungen getroffen.

Phase der wiederhergestellten Balance
Wir haben uns mit der neuen Situation arrangiert und können neue Kraft daraus schöpfen. Wir kämpfen nicht mehr gegen die Krise an, sondern haben uns mit der neuen Situation irgedwie abgefunden. Wir erkennen, dass in der Krise auch Chancen liegen und die Möglichkeit zur Veränderung. Daraus schöpfen wir neue Kraft.

Wichtig ist, diese Phasen alle zu durchlaufen. Nur so kommt man durch eine Krise wieder in seine Kraft. Gelingt es beispielsweise nicht, sich neu zu orientieren und damit in Balance zu kommen, können körperliche und seelische Erkrankungen die Folge sein, wie etwa Depressionen, Schlafstörungen, Kopf- und Rückenschmerzen und Magen-Darm- Beschwerden.

Quelle: http://www.gesundheit.de/familie/psychologie/
seelische-gesundheit-krisen-als-chancen/index.html (08-06-06)