Narzissten, Egomanen, Psychopathen in der Führungsetage

Der Psychologe Gerhard Dammann zeigt in diesem wissenschaftlich fundierten Fachbuch für Personalexperten, Trainer und Coaches auf, wie die Persönlichkeitsstrukturen von Führungspersonen funktionieren. Er differenziert zwischen gesundem Narzissmus, wie er in herausgehobenen Positionen nahezu unvermeidbar ist, und dem krankhaften Abgleiten in eine übersteigerte Selbstverliebtheit, die einem Unternehmen auf Dauer schadet. Der Autor gibt nützliche Hinweise, wie man schon in Bewerbungsgesprächen entsprechende Persönlichkeitsmerkmale entdecken kann.

Narzissten in einem Betrieb sind Menschen, die sich selbst über alles wertschätzen. Sie sind zwar nicht zwingend inkompetent, doch was sie auszeichnet, ist die geringe Empfänglichkeit für Kritik. Narzissmus ist typischerweise eine Charaktereigenschaft, die darauf abzielt, ein grandioses Selbstbild zu haben, das Narzissten um jeden Preis aufrechterhalten wollen. Menschen mit Narzissmus verarbeiten jedes Feedback daher nicht so gründlich, wenn es negativ ist, und interpretieren es dann sogar eher so, dass es ihrem Selbstwertgefühl nützt.

Folgende Regeln gelten etwa für narzisstische Vorgesetzte: Akzeptieren Sie den Narzissten so, wie er ist. So banal es auch klingt, aber manche Menschen ändern sich nicht – und für diese Sisyphos-Aufgabe sind Sie ohnehin nicht der Richtige. Stellen Sie seine vermeintliche Großartigkeit nie öffentlich infrage – denn selbst auf konstruktive Kritik reagieren Narzissten häufig allergisch. Seien Sie auf Detailarbeit vorbereitet – aber erwarten Sie nicht, für Ihre Ideen und Überstunden von ihm gelobt zu werden. Denn das Rampenlicht will er nicht mit Ihnen teilen. Deshalb sollten Sie Ihre Zufriedenheit nie von seiner Laune und seinem Wohlwollen abhängig machen. Schützen Sie sich selbst. Bleiben Sie dem Narzisst gegenüber professionell. Ihre Gefühle und Emotionen sollten Sie mit ihm nicht teilen. Dadurch bieten Sie ihm so wenig Angriffsfläche wie möglich. Achten Sie auf Ihre Formulierungen. Wenn Sie etwas von ihm wollen, betonen Sie nicht, was Sie selbst davon haben – sondern welche Vorteile er daraus ziehen könnte.

Literatur & Quellen

http://www.wiwo.de/erfolg/beruf/selbstueberschaetzung-so-verstehen-sie-die-inkompetenz-ihrer-kollegen/20929226.html (18-02-12)