Medienwirkung von prosozialen Modellen

Sprafkin et al. (1975) gelang der Nachweis, dass Kinder, die eine „prosoziale“ Szene aus einer Fernsehserie mit Tieren gesehen hatten, sich während des anschließenden Spielens auffällig stark um das Wohlbefinden von Tieren sorgten, deren Jaulen über einen Lautsprecher ins Spielzimmer übertragen wurde. Hatten die Kinder hingegen eine andere nette oder lustige Szene gesehen, blieb diese Wirkung aus. Für prosoziale Liedtexte oder Videos konnte von Greitemeyer  (2009) ein ähnlicher Effekt auf Konsumenten beobachtet werden. Gentile et al. (2009) untersuchten den Einfluss von prosozialen Spielen mit verschiedenen Methoden in drei Ländern und mit drei verschiedenen Altersgruppen von Kindern und Jugendlichen. Auch hier konnten stimulierende Effekte von prosozialen Spielen nachgewiesen werden, wobei es sowohl kurzfristige Wirkungen wie auch einen längerfristigen Einfluss auf das soziale Verhalten nachgewiesen werden konnte.
Damit bestätigt sich die Theorie des „General Learning Models“, die besagt, das was Menschen erleben, bringt sie zumindest unbewusst in jedem einzelnen Fall dazu, ihr eigenes Verhalten neu zu bewerten und gegebenenfalls neu auszurichten, wenn das „die Situation“, in der sie miteinander leben, zu erfordern scheint, wobei offensichtlich kein Unterschied zwischen prosozialen, antisozialen, aggressiven oder friedlichen Erfahrungen besteht. Darum sind Gewaltvideos und einschlägige Computerspiele niemals harmlos und nur ein kurzfristig wirkender „Spaß“ oder „Kick“, auch wenn sich das Verhalten von Menschen nie auf eine einzige Ursache zurückführen lässt, so sind sie ein Faktor, der das zukünftige Verhalten bestimmen kann.
Quelle: Zusammengefasst nach http://www.stern.de/wissenschaft/mensch/:Kopfwelten-B%F6se/701266.html (09-05-20)
Literatur
Gentile, D. A. et al. (2009). The Effects of Prosocial Video Games on Prosocial Behaviors: International Evidence From Correlational, Longitudinal, and Experimental Studies, Personality and Social Psychology Bulletin. In Press.
Greitemeyer, T. (2009). Effects of songs with prosocial lyrics on prosocial thoughts, affect, and behavior. Journal of Experimental Social Psychology, 45, 186-190.
Sprafkin, J. N. et al. (1975). Effects of a Prosocial Televised Example on Children’s Helping. Journal of Experimental Child Psychology, 20, 119-126.