Kybernetik

1. Definition
Die Kybernetik ist eine Querschnittswissenschaft, in der allgemeine Gesetzmäßigkeiten aus Gegenstandsgebieten verschiedener Einzelwissenschaften untersucht werden. Mit Hilfe der Mathematik werden Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen komplexen Systemen oder Teilsystemen ausgedrückt (vgl. Arnold, Eysenck & Meili 1980, Spalte 1189).
2. Definition
Gegenstand und Inhalt der Kybernetik sind nicht einheitlich definiert. Unter Kybernetik im engeren Sinne wird die Anwendung adaptiver Systemeigenschaften in Gerätekonstruktionen verstanden. In weiteren Sinne jedoch versteht man darunter die Wissenschaft von den Struktur- und Funktionseigenschaften großer, selbstregulierender und selbstoptimierender Systeme (vgl. Asanger & Wenninger 1988, S. 389).
3. Definition
Die Kybernetik (griech.: kybernetike techne, Steuermannskunst) beschreibt – unabhängig von Realisierung und Gegenstandsbereich –  das Zusammenwirken von Teilen und Ganzheiten und das Erreichen von Zielen bei Hindernissen und Störungen mit gegebenen Mengen möglicher Operationen (vgl. Häcker & Stapf 1998, S. 447).
4. Definition
Die Kybernetik ist die Wissenschaft von der Steuerung und Regelung komplexer Systeme. In kybernetischen Modellen unterscheidet man zwischen einem angestrebten Zustand (Soll-Wert) und einem tatsächlichen Zustand (Ist-Wert). Der Ist-Wert weicht infolge von Störungen vom Soll-Wert ab, dieser Abweichung soll mit Regelungsvorgängen entgegengewirkt werden. Anwendungsbereiche der Kybernetik liegen in der Automation und Informationstechnik, Linguistik, Medizin, Biologie, Pädagogik, Psychologie, Soziologie, Ökologie sowie in den Wirtschaftwissenschaften (vgl. Lexikon-Institut Bertelsmann 1995, S. 251).
5. Definition
Die modellhafte Erfassung der Wirkungsweise von kybernetischen Systemen erfolgt mit dem Regelkreis: „1. Externe Führungsgröße (Soll-Wert); 2. Regler, der Ist- und Soll-Wert vergleicht, um daraus die optimale Handlungsstrategie abzuleiten; 3. Stellglied, das vom Regler Anweisungen erhält und die Steuerung durchführt; 4. Reglergröße, an der die Steuerung durchgeführt wird; 5. Messfühler zur Erhebung des Ist-Wertes und Rückmeldung desselben an den Regler. Mit Hilfe dieser Rückkopplung (Feedback) kann die Einwirkung äußerer Störfaktoren kontrolliert und die Steuerungsstrategie optimiert werden“ (Hillig 1996, S. 220)

Verwendete Literatur

Arnold, W., Eysenck H. J. & Meili R. (1980). Lexikon der Psychologie. Freiburg im Breisgau: Herder Verlag.
Asanger, R. & Wenninger, G. (1988). Handwörterbuch der Psychologie. Weinheim: Psychologie-Verl.-Union.
Häcker, H. & Stapf, K. (1998). Dorsch Psychologisches Wörterbuch. Bern: Verlag Hans-Huber
Lexikon-Institut Bertelsmann. (1995). Lexikon der Psychologie. Gütersloh: Bertelsmann Lexikon Verlag.
Hillig, A. (1996). Schüler Duden. Die Psychologie. Zürich: Dudenverlag