Konfliktfähigkeit

Der Grundstein zu unserem Konfliktverhalten wird bereits in frühester Kindheit gelegt. Wer als Kind zu eigenständigem Handeln und zur Selbstständigkeit ermuntert wurde, und erfuhr, dass seine Bedürfnisse ernst genommen wurden, tut sich offenbar später leichter, Differenzen mit anderen Menschen friedlich zu regeln. Positiv wirken sich zusätzlich soziales Denken und die Fähigkeit aus, sich in andere Menschen hinein zu versetzen und mit ihnen zu fühlen. Dies bezeichnet man als Empathie.

Merkmale
Als Merkmale für eine konfliktfähige Persönlichkeit gelten bei Psychologen z.B. folgende Fähigkeiten:
· Verantwortungsgefühl
· Realistische Einschätzung des eigenen Könnens
· Selbstbewusstsein und Glauben an die eigenen Ideen
· Der Blick fürs Wesentliche
· Flexibilität
· Gerechtigkeitsempfinden und Toleranz
· Anwendung konstruktiver Kommunikationstechniken

Wie kann man seine Konfliktfähigkeit verbessern?
Wenn man in einen Konflikt verstrickt ist, muss man ihn bewältigen. Oder? Eine Grundvoraussetzung für positives Konfliktmanagement ist, so merkwürdig es klingt, die Bereitschaft dazu. Denn Wegsehen oder Verdrängen haben noch keinen Konflikt wirklich beendet. Und destruktive Kommunikation der Strategie „Der Stärkere/ Mächtigere gewinnt“ genauso wenig. Um erfolgreicher Konflikte zu bewältigen, können Sie an folgenden Aspekten arbeiten:
· Kommunikationstechniken einüben
· Zuhören können
· Mit den eigenen Gefühlen umgehen lernen
· Sich anderen gegenüber öffnen, Freundlichkeit, Wohlwollen und Rücksichtnahme ausstrahlen (auch wenn’‘s schwer fällt!)
Zur „Vorbeugung“
In der Erziehung von Kindern kann man darauf achten, dass sie in ihrer Persönlichkeit und damit späteren Konfliktfähigkeit gestärkt werden. Wenn ihre Gefühle ernst genommen werden und man ihnen zuhört, können sie Vertrauen entwickeln. Vertrauen auch in die eigene Fähigkeit, Lösungen zu finden, wenn man ihnen Gelegenheit gibt, in Ruhe Alternativen auszuprobieren.
Das Vorbild der Eltern ist in der frühen Kindheit prägend. Dazu gehört auch ein achtsamer und gewaltfreier Umgang der Eltern mit den Kindern und mit anderen Personen. Natürlich dürfen Kinder spielerisch raufen und ihre Kräfte messen; Gewaltanwendung zur Unterdrückung anderer sollte jedoch absolut tabu sein. Keine leichte Aufgabe bei einer Vielzahl aggressiver Fernsehhelden, PC- und Videospiele! Hier müssen Gegengewichte geschaffen und den Kindern genug Zeit und Raum gegeben werden, um ihre Gefühle über diese Eindrücke zu verarbeiten.
Das wichtigste ist, dass sie sich nicht hilflos einer Erwachsenenwillkür ausgesetzt und als vorprogrammierte Verlierer sehen: Man muss sie zu Gewinnern machen.