Konflikte in Unternehmen

Zielkonflikte entstehen bei Uneinigkeit über die Ziele. Häufige Ursachen sind mangelnde Absprache und mangelnde Koordination. Werden die unterschiedlichen Auffassungen der Beteiligten im positiven Sinne eingesetzt, können dadurch gute Lösungen entstehen. Voraussetzung dafür allerdings ist, dass ein Konsens für das gemeinsame Ziel hergestellt werden kann und dass Konkurrenzsituationen ausgeräumt werden.

Verteil- bzw. Ressourcenkonflikte entstehten durch Uneinigkeit über die Zuteilung von Personal, Material und Kapital. Ursachen dafür sind z.B. mangelnde Ressourcen, ungerechte Verteilung, mangelnde Wertschätzung und mangelnde Wahrnehmung. Wichtig zur Vermeidung solcher Konflikte ist eine möglichst große Offenheit und Klarheit herbeizuführen über die zur Verfügung stehenden Mittel, deren Verwendung und die Notwendigkeit dazu sowie Varianten inklusive deren Vor- und Nachteile aufzuzeigen.

Kompetenzkonflikte entstehen vor allem in Organisationen, die stark hierarchisch gegliedert und stark reglementiert sind. Während Kompetenzträger auf ihre Rechte pochen, fühlen sich andere Beteiligte eingeengt oder unterdrückt und überschreiten, unbewusst oder bewusst, ihre eigenen Kompetenzen. Sehr oft geht es dabei nicht um Sachliches sondern es steht Ansehen, Einfluss- und Machtstreben im Vordergrund. Rahmenbedingungen wie z.B. flache Hierarchien, Einsatz von Kompetenzen als Werkzeug und nicht als Belohnung sowie Kompetenzen dorthin zu delegieren, wo sie benötigt werden, tragen zur Vermeidung solcher Konflikte bei.

Beurteilungs- bzw. Wahrnehmungskonflikte sind den Zielkonflikten ähnlich, denn Ziele werden in der Regel auf Basis von Beurteilungen gesetzt. Ursachen für Beurteilungs- bzw. Wahrnehmungskonflikte sind z.B. mangelnde Information, unterschiedlicher Kenntnisstand, unterschiedliche Einstellungen sowie die mangelnde Fähigkeit, sich in andere hineinversetzen zu können. Wichtig zur Vermeidung solcher Konflikte sind etwa Transparenz, das Aufzeigen von Alternativen sowie das Offenlegen von Entscheidungskriterien.

Durchsetzungskonflikte sind oft Folgekonflikte der anderen Konfliktarten. Weitere Ursachen für diese Art von Konflikten sind: Komplexität der Aufgaben, Uneinheitlichkeit der Aufgaben, Fehlende Transparenz, Unvollständigkeit der Aufträge, nicht erreichbare Ziele, nicht befähigte Umsetzungsträger und Beziehungskonflikten zwischen Entscheidungsträgern und Umsetzungsträgern.

Beziehungskonflikte sind meist eine Folge von Uneinigkeit in der Beziehung und Kooperation zwischen Menschen und gelten nicht als eigenständige Konflikte, sondern setzen sich aus Teilen anderer Konfliktarten zusammen. Dabei handelt es sich z.B. um Generationskonflikte, Geschlechterkonflikte, Herkunftskonflikte und Minderheitenkonflikte. Sie beginnen bereits bei der Rekrutierung und setzen sich in vielen, scheinbar belanglosen Maßnahmen bis hin zum alltäglichen Verhalten fort.

Siehe dazu Konstruktive Konfliktlösung und Konfliktmanagement.

Quelle: http://www.netzwerk.ch/site/index.cfm?id_art=%2055164 (14-11-21)