Konditionierung

1. Definition
Die klassische Konditionierung beschreibt das Verfahren, in dem wiederholt ein anfänglich neutraler Stimulus (der konditionierte Stimulus) und ein unkonditionierter Stimulus gepaart werden, wodurch der konditionierte Stimulus die Fähigkeit entwickelt, eine konditionierte Reaktion auszulösen (vgl. Mazur 2004, S. 530).

2. Definition
Operantes Konditionieren benötigt ein Hilfsmittel, um aus dem vorhandenen Material das für die gegenwärtige Umwelt besser geeignete auszuwählen. Es beschreibt einen Prozess des Wandelns von einer Population zu einer anderen; es betrifft die Veränderung einer Population von Reaktionen durch die Prozesse der Verstärkung und Bestrafung. Operantes Konditionieren tritt dann auf, wenn sich die Reaktionsrate als Funktion der unterschiedlichen Konsequenzen, die diese Klasse produziert, verändert (vgl. Angermeier & Bednorz & Hursh 1994, S. 113f).

3. Definition
Als Ergebnis des Konditionierungsvorganges wird – je nachdem ob positive oder negative Verstärkung gegeben wurde – eine erhöhte bzw. verminderte Auftretenshäufigkeit der Äußerungen postuliert, die die Reaktionskategorie repräsentieren (vgl. Bay 1981, S. 77).

4. Definition
In der Verhaltensforschung bezeichnet die Konditionierung eine experimentelle ethologische Methode zur Ausbildung eines Lernvorganges. Man unterscheidet zwischen der klassischen und der operanten oder instrumentellen K. Bei der klassischen K. wird ein Versuchstier durch positive Folgeerscheinungen (Belohnungen) an einen bis dahin neutralen Reiz gewöhnt, indem daneben zuerst ein reaktionsauslösender Reiz angeboten wird. Nach einigen Versuchen löst dann auch der neutrale Reiz die Antwort aus, die hervorgerufenen Reaktionen werden als bedingte Reflexe bezeichnet. Die operante K. unterscheidet sich von der klassischen dahingehend, dass hier im Versuch eine spontan ausgeführte Bewegung zu der Befriedigung eines Bedürfnisses (z. B. Hunger) führt. Am bekanntesten sind die Versuche im Labyrinth oder in der > Skinner-Box. Hier führt eine spontan ausgeführte Bewegung, wie z. B. das Drücken einer Taste, zu einer Belohnung. Nach einigen solchen Erfolgen kann das Versuchstier die Verbindung zwischen Bewegung u. Belohnung herstellen; es hat gelernt (vgl. Bertelsmann Lexika 1986, S. 246).

5. Definition
Bei der klassischen Konditionierung, die in Anlehnung an ihren Entdecker auch Pavlovsche Konditionierung genannt wird, handelt es sich um eine experimentelle Prozedur, bei der der Organismus mit zwei verschiedenen Reizen konfrontiert wird. Der sog. unkonditionierte Stimulus (unconditioned stimulus = US) stellt einen Reiz dar, auf den der Organismus reflexartig mit einer unkonditionierten Reaktion (unconditioned response = UR) antwortet. Bei dem zweiten Stimulus handelt es sich um einen neutralen Reiz, der nachweisbar (vor dem Experiment) die UR nicht auszulösen vermag. Dieser neutrale Reiz wird dem US vorausgeschickt, und nach wiederholter Darbietung dieser Reizabfolge ruft auch dieser Reiz die UR oder eine der UR ähnliche Reaktion hervor. Der zuvor neutrale Reiz ist zu einem konditionierten Stimulus (conditioned stimulus = CS) geworden. Die von ihm ausgelöste Reaktion wird konditionierte Reaktion (conditioned response = UR) genannt. Diese Bezeichnungen gehen auf PAVLOV (1927) zurück und sind auch heute noch gebräuchlich. Die von der klassischen Konditionierung repräsentierte Form des Lernens nannte SKINNER (1938, S. 20) respondentes Lernen. Mit dieser Bezeichnung wollte er die Art des Verhaltens verdeutlichen, die im Rahmen der Pavlovschen Konditionierung betrachtet wird, nämlich ein in Abhängigkeit von bestimmten Reizen hervorgerufenes reflexartiges Verhalten (elicited behavior). SKINNER setzt dem respondenten Lernen das operante Lernen (= operante Konditionierung) entgegen, bei dem das Verhalten nicht durch einen Stimulus hervorgerufen wird, sondern vom Organismus spontan hervorgabracht wird (ermitted behavior). Diese Unterscheidung zwischen „elicit“ vs. „ermit“ entspricht beim Menschen ungefähr dem Unterschied zwischen einem Reflex und einer willkürlichen Bewegung (FLAHERTY, HAMILTON, GANDELMAN & SPEAR, 1977, S. 87) (vgl. Hammerl, 1991, S. 2f).

Verwendete Literatur

Angermeier, W. F. & Bednorz, P. & Hursh, S. R. (1994). Operantes Lernen. München, Basel: Ernst Reinhardt Verlag.
Bay, R. H. (1981). Zur Psychologie der Versuchsperson. Köln, Wien: Böhlau Verlag.
Bertelsmann Lexika (1986). Die große Bertelsmann Lexikothek. Band 8, Gütersloh: Bertelsmann Lexikothek Verlag GmbH.
Hammerl, M. (1991). Effekte signalisierter Verstärkung. Ein experimenteller Beitrag zu den Grundlagen der Lernpsychologie. Regensburg: S. Roderer Verlag.
Mazur, J. E. (2004). Lernen und Gedächtnis. München: Pearson Education Deutschland GmbH.