Klassifizierung der Körperhandlungen

Ein Schema zur Klassifizierung der Körperhandlungen wurde von Paul Ekman und Wallace Friesen vorgeschlagen, nach dem es im Grunde fünf Arten des körperlichen Ausdrucks gibt:

  • Emblems sind gestische Äquivalente eines Wortes oder eines Satzes, denn so kann z.B. der Satz „Komm her!“ leicht durch eine bekannte Bewegung, die das gleiche meint, ersetzt werden. Siehe dazu auch den Fingerzeig bzw. Zeigegesten!
  • Illustrators beziehen sich direkt auf die Rede, da sie das, was mündlich gesagt wird, illiustrieren. Menschen sprechen rhytmisch und setzen gleichzeitig Gesten zur Unterstützung ihrer Vokalisation ein. Eine Geste kann einen bestimmten Teil eines Satzes betonen. Illustrators drücken auch logische Beziehungen oder Richtungen und räumliche Beziehungen aus. So können z.B. nur wenige Sprecher ihre Hände ruhig halten, wenn sie Sätze wie „Lasst uns alle an diesem gemeinsamen Projekt teilnehmen“ oder „Ich werde jetzt zum nächsten Punkt übergehen“ äußern.
  • Regulators sind Handlungen, die dazu dienen, die mündliche Interaktion zu kontrolieren. Sie sagen dem Sprecher, wann er wiederholen, ausführlich werden, sich beeilen, interessanter werden, weniger anzüglich sein soll. Sie können dem Hörer sagen, dass er besonders aufmerksam sein, noch eine Minute warten oder jetzt reden soll. Die meisten „regulators“ sind so wie die meisten „illustrators“ nicht losgelöst von den verbalen Botschaften, die ausgetauscht werden. Ein Sich-Vor- und Zurücklehnen, das Unterbrechen des Blickkontaktes, Kopfnicken und das Heben der Augenbrauen werden als „regulators“ eingestuft. Wie Menschen diese „regulators“ einsetzen, hängt von dem Wissen ab, das wir durch Beobachtungen erlangen.
  • Affect displays sind körperliche Ausdrücke, die die emotionale Verfassung des Sprechers angeben. Da der Gesichtsausdruck die wesentlichste Methode des Menschen ist, seine Gefühle zu übermitteln, gibt ein Gesicht, das Wut, Angst oder Entsetzen zeigt, seinen affektiven Zustand an. Anders als die Körperbewegungen in den vorhergehenden Kategorien, sind „affect displays“ nicht eng an die verbalen Äußerungen gebunden. Darüber hinaus tendieren „affect displays“ weniger bewusst kontrollierbar zu sein.
  • Adaptoren sind Bewegungen, die man zuerst in der Kindheit als Teile einer zweckgebundenen Handlung lernt. Bei Menschen, die während einer Konversation den Handrücken über den Mund reiben, haben diese Handlung einmal als Teil eines feststehenden Handlungsmusters erlernt, wobei er dann diese isolierte Bewegung als Erwachsener benutzt, um Stress zu mildern oder um ein anderes Gesicht aufzusetzen. Es gibt drei Arten von  Adaptoren:
    • Self-adaptors wie das Wischen über den Mund, Überbleibsel einer gelernten Aktivität am eigenen Körper.
    • Alter-adaptors wie Bewegungsabläufe, die bei der Handhabung von Gegenständen gelernt wurden.
    • Objekt-adaptators  wie das Benutzen eines Werkzeugs oder das Rauchen, Gesten, die ein Neu-Ordnen anzeigen.

Siehe dazu im Detail: Nonverbale Kommunikation.

Literatur
Ekman, P.  & Friesen, Wallace V. (1969). The Repertoire of Nonverbal Behavior: ?Categories, Origins, Usage and Coding. Semiotica, 1, 49- 98.