Intelligenz schon in kleinen Gehirnen?

Wie Untersuchungen an Insektengehirnen zeigen, sind zur Realisierung von komplexen kognitiven Leistungen nicht Milliarden von Neuronen und Verbindungen mit massiver Parallelverarbeitung notwendig, sondern schon wenige neuronale Netze reichen aus, erstaunliche kognitive Fähigkeiten, die man bislang nur größeren Tieren zugeschrieben hat, zu leisten. Bewusstsein lässt sichnach Ansicht mancher Forscher möglicherweise  schon mit ein paar Tausend Zellen erzeugen, etwa um sich angemessen im Raum orientieren oder menschliche Gesichter und Gefühle erkennen zu können. Es wurde an Honigbienen und Würmern gezeigt, dass kognitive Leistungen wie Zählen, Routenplanung oder Antizipation der eigenen Handlungen, relativ kleine künstliche neuronale Netze benötigt. Allerdings bleibt es fraglich, ob solche Leistungen tatsächlich der Intelligenz zugeordnet werden können, oder nicht doch auf der Ebene von Reflexen bzw. standardisierten Routinen bleiben.

Quelle
Rötzer, Florian (2009). Die Größe des Gehirns ist für die kognitive Leistungsfähigkeit nicht entscheidend.
WWW: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31601/1.html (09-11-27)